03. Dezember 2008, 13:06

Seminar der Arbeits- gruppe für Biblische Archäologie bei Schwäbisch Gmünd vom 19.-21. Juni 2009.
Wer sich für die spannende Geschichte des Alten Testaments interessiert, kommt nicht an der Archäologie Jerusalems vorbei. Das Seminar wird sich u.a. der Zeit des frühen ersten Jahrtausends v. Chr. widmen, als Jerusalem die Hauptstadt des vereinten Reiches Israel und des Teilstaates Juda war. Für diese Epoche erhellen neue Funde, u.a. eine große Anzahl Siegelabdrucke, die geschichtliche Situation. War die Stadt, wie etliche Forscher mutmaßen, damals nicht viel mehr als ein unbedeutendes Dorf oder war sie die kosmopolitische Metropole der früheren Könige Israels (sogar bereits zurzeit Davids und Salomos?), von der die Königebücher des Alten Testaments berichten, dass sich ihr Einfluss weit über die Grenzen Judas hinaus erstreckte? Unser erster Hauptreferent, Professor Ronny Reich, ist der Leiter der derzeitigen Ausgrabungen in der Davidstadt südlich des Tempelbergs. Er wird buchstäblich aus erster Hand über die neuesten Entdeckungen in dem Areal und deren Relevanz für die alttestamentliche Forschung berichten. In einem weiteren Beitrag Professor Reichs geht es um neutestamentliche Funde ebenfalls in der Davidstadt, wo neben Straßen aus der Zeit der Apostel ein Teil des biblischen Siloah-Teichs, wo Jesus nach Johannes 9 einen Blinden heilte, freigelegt wurde. Unser zweiter Hauptreferent, Dr. Leen Ritmeyer, war ebenfalls als Archäologe und Architekt an mehreren Ausgrabungen in Jerusalem u.a. auf dem Ophel am Südrand des Tempelbergs beteiligt. Bekannt wurde er durch seine alternative Theorie über den Standort des salomonischen Tempels und des Allerheiligsten, wie auch durch seine Rekonstruktion des herodianischen Tempels aus der Zeit Jesu. Dr. Ritmeyer wird v.a. auf die religiöse Bedeutung Jerusalems in biblischer Zeit eingehen. In seinen reich illustrierten Vorträgen wird die Welt des antiken Jerusalems in ganz neuer Weise mit Leben erfüllt.
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