chronologs Briefe aus meiner Muehle

Wir wollen stark Getränke schlürfen - 13. Brief aus meiner Mühle

von Wolfgang Herrig, 11. Januar 2010, 12:48

Das waren zuletzt nun ziemlich viele Briefteile zu einem Thema, das eine elegante Theorie in aller Kürze und Leichtigkeit abhandeln sollte. Die Newtonsche Physik kann genau das. In deren Bezugsrahmen stellt die Rotationsbewegung kein Problem dar. Größen wie Drehimpuls und die Fliehkraft –gleichgültig ob man nun darauf besteht, letztere als „Scheinkraft“ aufzufassen oder sie nun doch als real ansieht- lassen sich zwanglos berechnen und erklären. Beide Relativitätstheorien sind daran gescheitert. In den gängigen Lehrbüchern der Physik findet man daher das Thema der rotierenden Körper nur in den Kapiteln zur klassischen Mechanik. Nun erhebt die Physik als exakte Wissenschaft offiziell den Anspruch, sich bereitwillig den strengen Urteilen experimenteller Ergebnisse und dem Grundsatz der Falsifizierbarkeit zu unterwerfen. Von daher sollten gerade die Schwachpunkte von Theorien die größte Aufmerksamkeit auf sich lenken. Was man stattdessen findet ist aber eine Kultur des Verschweigens und der sprachlichen Unschärfe, über die man sich normalerweise keine Rechenschaft ablegt. In den sog. Geisteswissenschaften haben Sprachkritik („Das ist ein ganz schlechtes Buch“) und Interpretation („Was will uns der Dichter sagen?“) zentrale Bedeutung. Es gibt eine ganze Schar hauptberuflicher Literaturkritiker, deren einzige Aufgabe das Kritisieren ist. In der Naturphilosophie (heute meist Physik oder Theoretische Physik genannt) ist das auffälligerweise nicht so. Kritik ist nicht etablierter Bestandteil des Systems, und das ist als ausgesprochener Rückschritt zu werten. Die alten Scholastiker ernannten in Diskussionen immerhin einen aus ihrer Mitte zum advocatus diaboli.

Nehmen wir dazu ein Beispiel und schlagen ein weitverbreitetes Lehrbuch der Physik auf, den „Gerthsen Physik“. Ich habe noch die 22. Auflage von 2004. Im Kapitel „Relativitätstheorie“ findet sich folgende blau unterlegte Aussage:

„Jeder der Beobachter muss den Stab des anderen um genau den gleichen Faktor f gegen seinen eigenen verkürzt finden.“

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt: wie finden Sie den Satz? Finden Sie, dass er klar und deutlich formuliert ist? Wie finden sie das Wort „finden“ an dieser Stelle? Ist „finden“ physikalisch definiert? Wie unterscheidet sich dieses „finden“ von dem anderen „finden“ in diesen Fragen? Gibt es eine Anleitung zum Bau eines „Findometers“? Ist es vielleicht ein optisches Instrument? Sollte wohl so sein. Was müsste man beim Bau eines solchen Geräts berücksichtigen? Können Sie sich vorstellen, dass ein Physikprofessor den Studenten in einer Prüfung Fragen dieser Art stellt?

In den älteren Auflagen des gleichen Lehrbuchs war die Wortwahl noch eine andere. In der achten Auflage von 1964 hieß es:

„Dem bewegten Beobachter erscheint also eine parallel zur Bewegungsrichtung liegende Strecke verkürzt.“

mit der Randbedingung:

„Selbstverständlich muß der Beobachter die gleichen Streckenendpunkte gleichzeitig mit seinen Koordinatenachsen vergleichen.“

Was ist mit „erscheint“ gemeint? Das Wort Erscheinung weckt Assoziationen an Übernatürliches oder Religiöses. Engel erscheinen, oder Geister. Wenn eine Streckenverkürzung „erscheint“, so hat das den Klang des Metaphysischen. Deshalb hat man wahrscheinlich nach einem besseren Wort gesucht. Wie wäre es mit „sehen“? Kurz gesagt: problematisch. Es gibt schließlich Abhandlungen, die belegen sollen, dass man die Verkürzung nicht sehen kann. Andere behaupten, es sei gar keine Verkürzung zu „sehen, sonder nur eine Rotation. Andere wiederum beschreiben spezielle Kameras mit oder ohne Blitzlicht, die man einsetzen müsse. Mit der Festlegung, was man denn nun sehen kann, betritt man ein seit langem vermintes Gelände. Es führt aber kein Weg daran vorbei, dass die Detektionsmethode optisch sein muss, denn „Licht“ ist die einzige Sonde, welche laut SRT erlaubt ist. Man sollte das „sehen“ aber besser nicht erwähnen. Was bleibt? Finden. Das ist es. Finden ist sehr gut. Voilà. Man muss nur das passende Wort finden, schon ist das Problem weg. Der mathematische Formalismus kann selbstverständlich unverändert stehen bleiben. Galilei hat einmal folgende Behauptung aufgestellt:

„Das Buch der Natur ist in der Sprache der Mathematik geschrieben und ihre Buchstaben sind Dreiecke, Kreise und andere geometrische Figuren, ohne die es ganz unmöglich ist auch nur einen Satz zu verstehen, ohne die man sich in einem dunklen Labyrinth verliert“.

Dabei nahm Galilei an, dass die Geometrie auf einer höheren Metaebene des Erkennens angesiedelt sei, als die Physik selbst. Göttlichen Ursprungs eben. Wäre Mathematik selbst Teil der Naturgesetze, könnte man sie nicht als Schiedsrichter über eben diese Gesetze anrufen. Bis heute gehen die Auffassungen zum Wesen der Mathematik aber auseinander. Davon soll noch die Rede sein. Die Grundannahmen jedenfalls und erst recht die Interpretation der Rechnungen erfolgen dann zwangsläufig sprachlich bzw. in „Sprachbildern“. Weil aber immer mehrere Interpretationen möglich sind, geht es von nun ab darum welche davon die Deutungshoheit erobert. Aber zurück zur Streckenverkürzung.

Hier droht eine ebenso nahe liegende wie unangenehme Frage. Eine Antwort liefert der mathematische Formalismus nicht: Ist die erschienene Verkürzung der Strecke real oder ist sie nur eine perspektivische Vision? Rein logisch betrachtet kann die Verkürzung nicht real sein. Nehmen wir zwei Beobachter. Der eine bewegt sich parallel zu der Strecke, der andere quer. Der eine findet (!) sie verkürzt, der andere nicht. Sie kann doch nicht beides zugleich sein? Oder? Was sagen meine Lehrbücher dazu? Richtig geraten. Nichts. Übrigens: die Forderung an die Gleichzeitigkeit der Messung beider Streckenenden ist nicht so selbstverständlich erfüllbar, wie es der lapidare Lehrbuchtext verlangt.

Wie man findet oder wie es scheint, ist die sprachliche Unschärfe an solchen Stellen im Text keineswegs zufällig. Sprache dient seit jeher in allen menschlichen Bereichen, auch und gerade in der Naturphilosophie, sowohl zur Erklärung des Gewollten als auch zur Verschleierung des Unerwünschten. Keine Mathematik der Welt kann daran etwas ändern. Es ist nun ein Leichtes, die Formel für die Lorentztransformation hier hinzuzufügen. Die ist aber auch schon nur Ausdruck dessen, was man damit „finden“ wollte. (Ursprünglich ging es darum, den Arm des Michelson-Interferometers in Richtung der Ätherbewegung zu verkürzen. Die Formel war vorsätzlich so gebastelt, dass man damit eine passende Verkürzung erhielt. Zum „erscheinen“ und „finden“ sagt sie nichts. Das bleibt den Interpreten vorbehalten. Max Born, wir haben es gehört, hielt sich alle Türen offen. Einerseits sagt er, derartige Fundsachen oder Erscheinungen seien keine physikalische Realität, andererseits tut er Realität mit einem Schulterzucken ab. Die Realität sei wie die Scheibe einer schief angeschnittenen Wurst, von der man –so Born- auch nicht sagen könne, ob ihre Größe nur scheinbar sei. Die Küche war anscheinend nicht sein home-turf.

Natürlich wäre es naiv anzunehmen, dass Ungereimtheiten einer Theorie, wie sie sich (nicht nur) bei der relativistischen Behandlung eines rotierenden Körpers zeigen, gesetzmäßig zur Bereinigung oder gar Aufgabe dieser Theorie führen würden. Wer dieses unterstellt, übersieht die Triebkräfte (verschärft formuliert: Gesetzmäßigkeiten), nach denen sich das Verhalten gesellschaftlicher Gruppen richtet. Die sind keineswegs deckungsgleich mit den viel beschworenen Gesetzen der Logik oder dem Grundsatz der Falsifizierbarkeit. Menschen wollen meist ganz einfach nicht, dass Denk- oder Glaubenssysteme, denen sie vielleicht Zeit ihres Lebens anhingen, plötzlich „falsifiziert“ werden. Wie soll sich denn ein Physiklehrer fühlen, wenn er einem Schüler zugeben soll: „Also, das, wofür ich dir letztes Jahr eine Fünf gegeben habe, gilt jetzt als insgesamt widerlegt.“ Schrecklich. Vielleicht muss er obendrein damit rechnen, von den Eltern des Schülers verklagt zu werden. Menschen wünschen sich vielmehr, dass ihre Widersacher Unrecht haben oder –viel, viel wichtiger- Unrecht bekommen. Die letztlich leere, weil emotionsarme Logik ist kein gutes Mittel zur Erlangung der Deutungshoheit. Narrativum ist ein umso besseres. Es geht darum, wer die bessere Geschichte zu erzählen hat. Der bekommt die Leute, die auch Eintritt bezahlen. Max Plack hatte schon recht, als er sagte, dass alternative Theorien sich allenfalls dann durchsetzen, wenn die Verkünder des alten Systems aussterben.

Ein naturphilosophisches System (genauer: weite Bereiche der Physik des 20. Jahrhunderts) mit einem hohen Gehalt an Narrativum ist zwar vielleicht falsifizierbar, aber deshalb noch lange nicht aus dem Sattel gehoben. (Narrativum ist ein Stoff, der die Menschen der „Scheibenwelt“ -sie ist vielmehr die unsrige als die „Rundwelt“- veranlasst, dem Universum Geschichten aufzudrängen, die es nicht hören will.) Aber, wie schon Paracelsus bemerkte:

„All Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist“.

Ironischerweise führte das giftige Übermaß an Narrativum in den „Jahrhunderttheorien“ die Theoretiker mehr und mehr in die Sackgasse. Der Harvard-Absolvent Lee Smolin drückt es (in meiner Übersetzung) so aus: „Bis 1981 hatte sich die Physik eines 200-jährigen explosiven Wachstums erfreut. Dann kamen die Dinge zum Stillstand.“ Dafür macht er (u.a.) sowohl die ART, als auch das von Anfang an ungeklärte Verhältnis zwischen quantenmechanischem Formalismus und Realität verantwortlich. (Die Rechnungen der Quantenmechanik zeigen allerdings beste mathematische Übereinstimmung mit den experimentellen Befunden. Bei ihr geht es allein um die Interpretation, in der die Mathematik nicht weiter helfen kann.) Schön und gut. Wer, wie Smolin, an dem privaten Perimeter-Institut arbeitet, kann sich solche Ketzereien leisten.

Andererseits haben ART und Quantenmechanik äußerst spannende Geschichten hervorbracht, die schon seit Jahrzehnten ins öffentliche Bewusstsein eingedrungen sind. Man denke da allein nur an den Urknall, die Schwarzen Löcher, die vielen Welten oder den Quantenschaum des Vakuums. Das macht sie stark – und starr. Man bekommt sie bestimmt nicht durch den „nüchternen Blick“ reformiert, den Smolin im Hinblick auf die Unzulänglichkeiten der ART einfordert. „Jahrhundertheorien“ gehören –der Name sagt es schon- sozusagen zum Weltkulturerbe und stehen unter Denkmalschutz. Wer –es sein denn er ist ohnehin Außenseiter- daran massive Kritik vorbrächte, sähe seine Karriere schnell beendet. Es wäre für den Betreffenden weniger schädlich, lauthals etwa den Abriss des Kölner Doms zu fordern.

Die Mahnung des Direktors (im „Vorspiel auf dem Theater“ zum Faust) an den Dichter gilt für alle öffentlichen menschlichen Tätigkeiten immer noch uneingeschränkt:

Die Masse könnt ihr nur durch Masse zwingen,

Ein jeder sucht sich endlich selbst was aus.

Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen;

Und jeder geht befriedigt aus dem Haus.

...

So kommandiert die Poesie

Euch ist bekannt, was wir bedürfen,

Wir wollen stark Getränke schlürfen...

Für Poesie kann man in Goethes Text ohne Sinnverfälschung auch Physik einsetzen. Naturgesetze –oder das, was die Fangemeinde dafür hielt- gerieten nun mal ins grelle Rampenlicht einer breiten Öffentlichkeit. Seitdem waren „nüchterne“ Blicke oder „kleinliches Kritikastern“ nicht mehr gefragt.



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Kommentare

  1. 16.01.2010 | 18:48

    Zitat Dr. Wolfgang Herrig:
    „Eine kinematische Betrachtung ist einer dynamischen nicht gleichwertig.“

    Zitat kamenin:
    „Dass die RT nur kinematisch, nicht dynamisch betrachtet, war vor hundert Jahren richtig, vor 94 schon nicht mehr.“

    Fest steht, dass Albert Einstein in seiner Speziellen Relativitätstheorie 1905 Kinematik und Dynamik verwechselt bzw. unzulässig vermischt, siehe hier meine Begründungen:
    Ein Grundfehler der Speziellen Relativitätstheorie: Verwechselung und Vermischung von Kinematik und Dynamik

    Deshalb kann auch die SRT experimentell nicht falsifiziert werden: Da die Längenkontraktion in der SRT nicht materiell ist und durch keine Kräfte verursacht wird kann sie sich folglich nicht konkret realisieren, kann sie nicht messtechnik festgestellt werden und kann zu keiner entsprechenden Wechselwirkung in der Realität führen.

    Jegliche konkrete Messung einer realen, materiellen Längenkontraktion als dynamischer Vorgang würde also die SRT im Gegenteil widerlegen, und nicht bestätigen (die Interpretation, dass der Interferometer-Arm beim Michelson-Morley Experiment sich real verkürzt widerlegt zum Beispiel die SRT).

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

  2. Herbert Sommer
    16.01.2010 | 19:10

    An Jocelyne Lopez

    Zur Frage der Längenänderung absolutbewegter Körper teilte ich Ihnen vor einigen Wochen meine Meinung in Form eines Briefes mit, da ich nicht wusste wie ich zu Ihrem Blog Zugang finden konnte, was eigentlich meine Absicht war. Freundlicherweise veröffentlichten Sie den Brief damals. Da es aber dazu kein Kommentar gab und heute in diesem Forum die Frage erneut zur Diskussion auftaucht, erlaube ich mir den Inhalt dieses Briefes jetzt hier anschliessend wiederzugeben:

    “ Sehr geehrte Frau Lopez :

    Aus Ihrem Blog entnehme ich, dass Sie viele wertvolle Charakterzüge besitzen: echte Liebe zu Menschen und Tieren, zur Natur allgemein, zur Gerechtigkeit und zur Vernunft. Und nicht zuletzt sind Sie eine sehr tapfere und fleissige Kämpferin, die sich mit grosser Ausdauer und Begeisterung bemüht ihre Meinung in einem sehr ungleichen Kampf, besonders in der Physik, durchzusetzen.

    Die Vernunft steht ganz klar auf Ihrer Seite, aber nach meiner Meinung haben Sie noch nicht von der einzigen Waffe und dem einzigen Verbündeten gebrauch gemacht, mit denen Sie Ihre Gegner viel besser bekämpfen können. Der Verbündete heisst Hendrik Antoon Lorentz. Seine Physik- und Mathematikkenntnisse sind grösser als die der meisten Ihrer vielen Gegner. Wenn Sie sich auf seine Relativitätstheorie stützen, dann können Sie sich ganz sicher fühlen, denn dann verfügen Sie neben der grossen Kraft der Vernunftslogik auch über die wissenschaftlich unbestreitbaren Grundlagen seiner Theorie.

    Die dazu noch nötige, unentbehrliche und einzige schlagkräftige Waffe ist die unumgängliche, begriffliche Voraussetzung der für jedermann so selbstverständlichen Existenz eines einzigen, objektiven Raumes als absolutes Bezugsystem für alle möglichen Bewegungen und der effektiven Veränderlichkeit der materiellen Eigenschaften der Körper mit der Geschwindigkeit ihres absoluten Platzwechsels in diesem sinnlich wahrnehmbaren, physikalischen Raum, in dem das Licht sich immer mit der gleichen Geschwindigkeit in jeder Richtung fortbewegt und ihn damit ganz klar als das ausgezeichnete, absolute Bezugsystem aller realen Bewegungen kennzeichnet.

    Der Raum (in Einzahl) ist eine dreidimensionale, unendliche, physikalische Ausdehnung; ein geometrischer Körper, der in seinem Volumen alles Existierende einschliesst. Der Raum ist nicht eine Fiktion oder eine gedankliche Abstraktion. Er ist eine Realität. Er ist greifbar (man braucht blos mit geschlossenen Augen die Arme auszustrecken, um ihn wahrzunehmen). Er ist augenfällig (man braucht blos bis zu den weitesten Gestirnen hinauszuschauen).

    Die relativen, metrischen Räume (in Mehrzahl) stellen dagegen die Gesamtheit der von einem willkürlich gewählten Ursprungspunkt gemessenen Entfernungen dar. Sie bewegen sich virtuell mit dem Ursprungspunkt und sind nur ein relativer Begriff. Sie sind wie der Zerstörungsbereich eines Bombenflugzeugs, der sich gedanklich mit dem Flugzeug bewegt. Wo das Flugzeug hinfliegt, da bewegt sich auch sein Zerstörungsradius. Aber es handelt sich dabei ganz klar nur um eine abstrakte Vorstellung. Und so ist es auch mit den relativen Räumen und Zeiten von Einstein. Etwas ganz anderes ist aber der wahre, physikalische, absolute Raum, den wir alle sinnlich so unmittelbar und objektiv wahrnehmen.

    Ich kann deshalb wirklich nicht verstehen, warum viele Menschen diesen wahren Raumbegriff nicht genügend klar haben. Schon Newton musste sich damals sehr bemühen manche seiner Zeitgenossen darüber zu belehren.

    In der Erkenntnis dieses absoluten, gemeinsamen Raumes aller möglichen Beobachter als ausgezeichnetes Bezugsystem für die Lichtausbreitung werden Sie, Frau Lopez, immer mit den grössten Wissenschaftlern aller Zeiten, einschliesslich des reiferen Einsteins der Allgemeinen Relativitätstheorie, übereinstimmen.

    Noch heute können die meisten Relativisten nicht vermeiden über den “kosmischen Raum”, den “expandierenden Raum”, den “Galaxien im Raum”, usw. zu sprechen. Und ich stelle mir selbst die Frage, ob das denn etwas anderes ist als der einzige, objektive Raum, das unverkennbare Raumvolumen, in dem sich sämtliche Beobachter befinden. Ist das nicht etwa ein im Vergleich zu allen anderen ganz klar ausgezeichnetes, absolut ruhendes Bezugsystem? Und wenn nicht, was bedeutet es denn überhaupt für die zahlreichen Freunde der Raum-Zeit-Philosophie von Einstein? Warum sprechen sie immer noch vom “Raum” in der Einzahl, wenn es nicht “einen Raum” gibt?

    Zur Veränderlichkeit der Materie, und damit auch der Messinstrumente, mit der Geschwindigkeit meine ich, dass die von FitzGerald und Lorentz vermutete Längenkontraktion bewegter Körper nicht nur eine sehr vernünftige und einzig mögliche mechanische Hypothese zur Erklärung des negativen Fehlversuches von Michelson-Morley ist, sondern auch eine Konsequenz der retardierten, das heisst verzögerten, Potentiale von Lienard-Wiechert (siehe Feldtheorie), die ihrerseits die Lösungen der niemals bezweifelten Maxwellschen Feldgleichungen darstellen.

    Die Potentiale der Kraftfelder der Natur sind die physikalischen Grössen, die die Abstände der Körper, auch im Atom und in seinem Kern, bestimmen. Aber diese Potentiale wirken retardiert, zeitverzögert, und da sie sich in der vollen Länge eines Körpers wegen der Verzögerung nicht überall gleichzeitig neueinstellen können, werden bei der absoluten Platzänderung des Körpers im Raum die stabilen Abstände zwischen seinen elementaren Komponenten in Abhängigkeit der Geschwindigkeit der Bewegung vermindert und der bewegte Körper entsprechend verkürzt.

    Diese Beschreibung der tatsächlischen Vorgänge ist nur eines der vielen Beispiele, die uns klar zeigen, dass der Begriff des absoluten Raumes und der dort absoluten Bewegungen unbedingt notwendig ist, um eine vernünftige, anschauliche und daher leichtverständliche Erklärung der relativistischen Physik zu erhalten. Den Äther braucht man für die Kinematik nicht, wohl aber als Kraftfeld interpretiert, um die dynamischen Zusammenhänge in der vollständigen Beschreibung der beobachteten Erscheinugen phänomenologisch begründen zu können.

    Ohne den absoluten Raum ist jede rationelle Interpretation vollkommen aussichtslos. Schon bei der Ätherhypothese wurde er damals von Lorentz stillschweigend vorausgesetzt, weil er sich den Äther als etwas nicht materielles vorstellte, das den ganzen Raum ausfüllt und sich darin in Ruhe befindet. So war letztendlich der Raum selbst und nicht der materielle oder der abstrakte Äther die eigentliche geometrische Referenz für die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen oder die Strahlung von Photonenströmen.

    Die Längenkontraktion absolut bewegter Körper ist also schon in der klassischen Feldtheorie gut begründet. Das gleiche gilt auch für die von Gerber klassisch berechnete Periheldrehung der Planeten, die Verlangsamung von periodischen Energieumwandlungen, die Proportionalität von Masse und Energie, usw. Diese theoretischen Erkenntnisse sind in der klassischen Physik bereits enthalten und bedürfen keiner neuen Zeit- und Raumvorstellungen zu ihrem rationellen Verständnis.

    Die Aussagen der Relativitätstheorie lassen sich folglich von der klassischen Physik ohne die irrsinnige und unsinnige Raum-Zeit-Philosophie von Einstein ableiten, die nebenbei gesagt zum physikalischen Gerüst seiner Theorie nichts Neues ausser falsche Begriffe und viel Unklarheit beigetragen hat. Ausserdem hat sie bisher durch ihren unerklärlichen Einfluss auf die führenden wissenschaftlichen Kreise jeden Weg zu einer konstruktiven Begründung und anschaulichen Darstellung der Relativitätserscheinungen versperrt.

    Die geschwindigkeitsbedingten physikalischen Veränderungen der bewegten Systeme sind also zweifellos real und sind auch die wirkliche Ursache der scheinbaren, symmetrischen aber klar unvereinbaren, wechselseitigen Veränderungen die jeder Beobachter wegen seiner verzerrten Messungen in den anderen annimmt. Und nur diese ungleiche Veränderung der Instrumente, und damit auch aller Körper, kann die unsinnigen erhaltenen Messergebnisse physikalisch und logisch erklären.

    Um Ihnen, Frau Lopez, die Bewegungskontraktion glaubwürdiger zu machen, möchte ich Sie nur daran erinnern, dass die Dimensionen der Körper nicht unveränderlich sind, sondern als Gleichgewichtszustände zwischen den entgegengesetzten Kräften der Elementarkomponenten aus denen sich die Materie zusammensetzt durch mehrere Einflüsse verändert werden können (Wärmebewegung, Elektrostriktion beim Quarz, Magnetostriktion beim Nickel, usw.).Und einer dieser Einflüsse ist, wie vorhin erläutert, auch die absolute Bewegung der Körper im Raum, die die physikalischen Eigenschaften der bewegten Uhren und Meterstäbe bestimmt.

    Ich weiss, dass diese Tatsache zunächst ohne genauere Kenntnis der physikalischen Ursachen vollkommen unerklärlich erscheint. Wenn man aber die verzögerten Potentiale berücksichtigt, dann wird dieses Verhalten der Materie und der Energie wieder leicht verständlich. Auch ohne Kenntnis der Wirkungsweise von Impulsen und Trägheitskräften würde man niemals glauben, dass ein Kreisel nicht umfällt nur weil er sich dreht. Die Mathematik gibt uns aber die richtige
    Erklärung dazu. Eine der Hauptaufgaben der Physik ist eben die Rationalisierung der in der Natur beobachteten Erscheinungen mit Hilfe der Mathematik.

    Wir dürfen auch nicht vergessen, dass Lorenz eindeutig die Kontraktion bewegter Elektronen und deren elektrostatischen Felder bewies, und daher auch die Kontraktion bewegter Körper, die sich bekanntlich aus diesen Ladungen und Felder zusammensetzen. Was gibt es also logischer und vernünftiger als die Vermutung von FitzGerald und Lorentz, dass die Verkürzung des Interferometers von Michelson die Ursache und einzig mögliche Erklärung des negativen Ausgangs des berühmten Versuches sein müsste?

    Warum hat man diese Hypothese in allen diesen Jahren dummerweise als ad hoc, das heisst als künstlich, abgelehnt? Ist etwa die Behauptung von Einstein sinnvoller, dass dem besagten Interferometer im Grunde nichts geschieht, und dass das Ganze nur eine Sache des relativen Raumes und der Zeit ist, die wir einfach durch ein Umdenken unserer alten, falschen Begriffe wunderbar begreifen könnten, wenn wir nur wollten?

    Nach ähnlichen Überlegungen und physikalischen Grundlagen wie bei der Kontraktion, kann man auch die anderen Einflüsse der absoluten Bewegung zumindest als möglich betrachten. Diese Erkenntnisse mögen beim Laien zunächst einmal überraschen und dennoch nach ihrer Erklärung verständlich erscheinen. Was man sich in keiner Weise richtig vorstellen kann und wissenschaftlich noch weniger vorstellen darf, sind es die unverkennbar mystischen Argumente von Einstein als Erklärung der sogenannten relativistischen Erscheinungen in der Physik.

    Wenn ein Interferometer versagt oder eine Uhr langsamer geht, dann ist Etwas physikalisches los in dem Instrument selbst und nicht in dem Raum oder in der Zeit. Und es ist die berufliche Pflicht des Physikers und nicht der Philosophen zu untersuchen und herauszufinden was physikalisch mit den Geräten und nicht mit dem Raum und der Zeit geschieht. Diese Aufgabe ist aber leider bis jetzt durch den negativen Einfluss der Raum-Zeit-Philosophie von Einstein unterblieben und bleibt immer noch unerledigt.

    Und ich frage mich perplex wie lange es noch dauern kann bis die Physiker endlich einsehen, dass nicht Einstein sondern Lorentz recht hatte, an die Arbeit gehen und neue Lehrbücher mit einer neuen konstruktiven und rationellen Theorie einer Allgemeinen Relativität herausgeben. Die spezielle Theorie wäre dann wie auch jetzt überflüssig und verwirrend, da sie schon in der allgemeinen als Spezialfall enthalten ist.
    Frau Lopez, ich glaube das ist alles, was ich Ihnen sagen wollte, und ich hoffe das es Ihnen in irgend einer Weise oder irgendwann auch nützlich wird.

    In jedem Fall stehe ich Ihnen für etwaige Rückfragen jederzeit gerne zur Verfügung und grüsse Sie freundschaftlichst.”

  3. Peter Freiheitskämpfer
    16.01.2010 | 19:31

    Fräulein Lopez ist von einer Freiheitskämpferin Lichtjahre entfernt.
    http://www.esowatch.com/...hp?title=Jocelyne_Lopez

    Gruß an die Hünkel, Peter

  4. Stefan Aussenseitertum etc...
    16.01.2010 | 21:03

    Wer – es sein denn er ist ohnehin Außenseiter - daran massive Kritik vorbrächte, sähe seine Karriere schnell beendet. (etc pp. ad nauseam ...)

    Das ist falsch und zeigt allenfalls, daß Ihr Einblick in den aktuellen Wissenschaftsbetrieb eher anekdotischer Natur ist. Ist Ihnen, sagen wir, Giovanni Amelino-Camelia ein Begriff? Professor in Rom, hat er seine glänzende Karriere hauptsächlich auf seine Arbeiten zur "Deformed Special Relativity" aufgebaut, mit denen er Einsteins Theorie ablösen möchte...

  5. Stefan @Max Feierabend: "scilogs"-Standard
    16.01.2010 | 22:03

    Das Problem ist ein anderes. Wolfgang Herrig kann bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag wissenschaftliche Außenseiter herbeibloggen und längst widerlegte Märchen über die Entstehung der Relativitätstheorien ausbreiten. Aber bitte auf einem privaten Blog. [...] Auf den SciLogs kommt Herrig vorgängige Seriosität zu, weil seine Mühlenbriefe auf einem vertrauenswürdigen Blogportal stehen. Diesen Vorschuß hat er aber nicht verdient und längst verspielt, wie man als Wissenschaftler schnell erkennen kann.

    Der Einwand ist allerdings berechtigt... Es sollte ja nicht unbedingt permanent Aufgabe der Kommentatoren sein, auf offensichtliche Fehler hinzuweisen und diese gegebenenfalls richtigzustellen zu versuchen.

  6. 17.01.2010 | 09:05

    @ Stefan

    “Das ist falsch und zeigt allenfalls, daß Ihr Einblick in den aktuellen Wissenschaftsbetrieb eher anekdotischer Natur ist. Ist Ihnen, sagen wir, Giovanni Amelino-Camelia ein Begriff? Professor in Rom, hat er seine glänzende Karriere hauptsächlich auf seine Arbeiten zur "Deformed Special Relativity" aufgebaut, mit denen er Einsteins Theorie ablösen möchte...“

    Was die Spezielle Relativitätstheorie angeht gibt es seit 100 Jahren etliche Kritiker, die eine glänzende Karriere in der Physik absolviert haben… nicht aber mit der Kritik der Speziellen Relativitätstheorie ;-) Dies war und bleibt bis heute in der etablierten Physik absolut Tabu. Hier können Sie sich zum Beispiel welche aussuchen – auch Nobelpreisträger darunter - und sich mit ihren kritischen Ansätzen argumentativ auseinandersetzen:

    Über die absolute Größe der Speziellen Relativitätstheorie
    Ein dokumentarisches Gedankenexperiment über 95 Jahre Kritik
    (1908-2003) mit Nachweis von 3789 kritischen Arbeiten

    Der Nobelpreisträger Lorentz war zum Beispiel ein entschiedener Kritiker der Speziellen Relativitätstheorie und seine eigene Theorie ist bis heute noch inkompatibel mit der SRT.

    Man könnte sich im Rahmen dieser Diskussion auf einen angesprochenen Kritikpunkt beschränken, das wäre konstruktiv und sinnvoll. Es wurde zum Beispiel noch keinen Konsens über die Frage des Autors Dr. Herrig erzielt, ob die Längenkontraktion „Sein“ oder „Anschein“ sein sollte. Ohne klaren Konsens darüber macht jedoch eine Debatte keinen Sinn, man redet ja aneinander vorbei. :-(((

    Was meinen Sie persönlich? Wie ist Ihre persönliche Deutung der Natur der Längenkontraktion? Ist sie für Sie „echt“, d.h. physikalisch und materiell wie der Teilnehmer kamenin zu deuten scheint, oder ist sie für Sie nicht materiell, wie Dr. Markus Pössel von Albert Einstein Institut es interpretiert bzw. offiziell aufklärt?

    Wenn wir diese wichtige Frage geklärt haben, dann haben wir eine wichtige Basis für eine Debatte geschafft und sind wir ein Stück weiter. :-)

    Die Frage noch einmal: Ist für Sie die Längenkontraktion in der SRT materiell oder nicht materiell?

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

  7. Thilo @ Jocelyne Lopez
    17.01.2010 | 10:05

    Wenn Sie schon mal hier sind, können Sie ja vielleicht endlich, endlich, endlich mal die Frage beantworten, der sie in den anderen Threads immer ausgewichen sind:
    was halten Sie denn nun von den Thesen des Ost-Berliner Wissenschafts-Historikers Siegfried Grundmann (hier noch mal der Link).

    Was meinen Sie PERSÖNLICH? Wie ist Ihre PERSÖNLICHE Deutung dieser Thesen?

    Wenn wir diese wichtige Frage geklärt haben, dann haben wir eine wichtige Basis für eine Debatte geschafft und sind wir ein Stück weiter. (ohne Smiley)

    Und bitte, bitte, starten Sie jetzt nicht wieder irgendwelche Ablenkdebatten über Längenkontraktionen und physikalische Scheinprobleme. Das ist alles längst ausdiskutiert (sie haben den scilogs-Kollegen Pössel ja nun schon oft genug zitiert)und soll hier wohl bloß vom Thema ablenken.

  8. Stefan @Kamenin: Lorentz-Kontraktion in Schwerionen-Kollisionen
    17.01.2010 | 12:23

    Als weiteres Beispiel ist die relativistische Längenkontraktion Bestandteil der richtigen Simulation von Schwerionen Teilchenbeschleunigerexperimenten. Es macht nämlich einen Unterschied, ob im ruhenden Bezugssystem des Kollisionspunkts zwei annähernd kugelförmige Atomkerne aufeinanderprallen oder zwei 'Flatschen'.

    Stimmt, guter Punkt.

    Da man makroskopische Objekte bisher leider nicht auf relativistische Geschwindigkeiten beschleunigen kann (geht das eigentlich für größere Moleküle, ohne dass die auseinander brechen?), sind die Atomkerne von Gold, Blei oder Uran in den Schwerionenexperimenten bei der GSI, am CERN oder am RHIC wohl die einzigen physikalischen Systeme, bei denen sich die Lorentz-Kontraktion als realer Effekt unmittelbar im Experiment bemerkbar macht.

    Da kollidieren im Bezugssystems des Detektors tatsächlich keine runde Kugel, sondern flache Pfannkuchen. Am RHIC ist der Gamma-Faktor etwa 100, d.h. die Goldatomkerne sind auf ein hundertstel ihres "Ruhedurchmessers" zusammengequetscht.

    Zwar muss man dies alles indirekt rekonstruieren, aber die (raumzeitliche) Geometrie der Kollision zum Beispiel lässt sich (verblüffenderweise) mit Hilfe des HBT-Effekt tatsächlich messen (Hanbury-Brown hat ursprünglich Elektrotechnik studiert und mit Radar gearbeitet, was ihn auch für Einstein-Skeptiker glaubwürdig machen sollte ;-)...). Ohne Kontraktion würde die Kollision (im Laborsystem) länger dauern und wäre über einen größeren Raumbereich verteilt, die erzielte Teilchendichte wäre geringer, und es würden weniger Teilchen neu erzeugt. Es gibt halt mehr Dinge in unserer Schulweisheit, als ein Außenstehender sich träumen lässt.

    Kennen Sie eine pädagogischen Artikel, der erläutert, was in unserem Verständnis von Schwerionenkollisionen alles "in die Hose" ginge, wenn es die Lorentz-Kontraktion nicht gäbe?

  9. 17.01.2010 | 13:41

    @ Thilo Kuessner:

    “Wenn Sie schon mal hier sind, können Sie ja vielleicht endlich, endlich, endlich mal die Frage beantworten, der sie in den anderen Threads immer ausgewichen sind:
    was halten Sie denn nun von den Thesen des Ost-Berliner Wissenschafts-Historikers Siegfried Grundmann (hier noch mal der Link).
    Was meinen Sie PERSÖNLICH? Wie ist Ihre PERSÖNLICHE Deutung dieser Thesen?“

    Ich interessiere mich weder für die "Thesen des Ost-Berliner Wissenschafts-Historikers Siefried Grundmann", den ich nicht kenne und auch nicht vorhabe, kennen zu lernen, noch für sonstige Thesen über den III. Reich, den Holocaust oder den Holocaust-Tralala, die man in Ihrem Kreise bei ScienceBlogs/Esowatch/Alpha Centauri am laufende Band aufzutischen pflegt. Manche Deutschen sind wohl davon überzeugt, dass die ganze Welt sich rund um die Uhr für ihre Vergangenheit und ihre Vergangenheitsbewältigung interessiert. Weit verfehlt. Ich interessiere mich zum Beispiel überhaupt nicht dafür, das hat mich nie interessiert, das tangiert mich wirklich sehr peripher was manche Deutschen an Ihre Vergangenheitsbewältigung rumzurühren haben. Finde ich hoch langweilig und sogar in manchen Hinsichten direkt pathologisch. Ich bin keine Deutsche und wurde auch nicht in Deutschland ausgebildet. Die Vergangenheitsbewältigung der Deutschen interessiert und tangiert mich nicht, Sie dürfen sich gefällig allein damit beschäftigen, wenn Sie dafür ein Bedürfnis spüren. Ihr Problem, nicht meins. Siehe hier ein paar meiner Stellungnahmen dazu:

    In Deutschland ist etwas schief gelaufen
    Die Deutschen und die Schuld: Das ist völlig verrückt…

    Holocaust-Tralala und kein Ende

    Was die Thematik dieses Blogs von Dr. Wolfgang Herrig anbelangt, die Kritik der Relativitätstheorie - die mich im Gegensatz zu Ihrem III. Reich sehr interessiert - habe ich keine Veranlassung mit Ihnen darüber zu diskutieren, da Sie mich in Ihrem eigenen Blog bei dieser Thematik zensiert und gesperrt haben, sowie schwerwiegende Beleidigungen und Verleumdungen zugelassen und sich damit zu eigen gemacht. Nehmen Sie also bitte Abstand von Ansprachen an mich in fremden Blogs, ich werde sie ignorieren.
    Siehe zum Beispiel:

    Mobbing und Zensur bei ScienceBlogs

    Beschwerde an die Rektorin der Universität Münster

    Beschwerde an den Präsidenten der Technischen Universität Berlin

    Jocelyne Lopez

  10. Thilo ??
    17.01.2010 | 14:51

    Ich nehme mal an, es geht um die Diskussion zu 'Einstein und die Cranks' (Link hier)

    Wie jeder Leser nachprüfen kann, ist Frau Lopez dort immer fair und korrekt behandelt worden.

    Sie haben aber offensichtlich die Ironie meines vorigen Komementars nicht verstanden. Dieser war nämlich eine fast wörtliche Übernahme Ihres vorhergehenden Kommentars, nur einige Stichwörter wurden geändert.

    Die Frage, ob die Längenkontraktion materiell ist, wurde schon in Kamenins erstem Kommentar beantwortet. Es gibt also keinen Grund, diese Frage immer wieder aufzuwerfen und jeden einzelnen Diskussionsteilnehmer nach seiner PERSÖNLICHEN Sicht der Längenkontraktion zu fragen.

  11. Thilo FAZ-Artikel
    17.01.2010 | 16:51

    Einen guten Artikel zum Thema gab es übrigens vor 3 Wochen in der FAZ: Link hier

  12. Stefan T @Thilo FAZ-Artikel
    17.01.2010 | 17:36

    Danke für den Link, das ist in der Tat eine interessante Rezension.

  13. Ernst
    17.01.2010 | 18:04

    Sehr vielsagend sind auch die Kommentare der beiden "PR"s zur Rezension...

    Der eine vertritt eine abstruse Verschwörungstheorie (RT=atheistisches Komplott), der andere hat wohl nicht einmal die Rezension zur Gänze gelesen (geschweige denn das Buch selbst), maßt sich aber Kritik daran an. Eine tiefergehende Beschäftigung mit dieser hochwertigen wissenschaftlichen Arbeit von Frau Wazeck wird von vornherein durch Deklaration derselbigen zu einer "Diffamierungsschrift" vermieden.

    Wirklich schöne Beispiele für die intellektuellen Abgründe der Einsteinleugner.

  14. 17.01.2010 | 18:26

    @ Stefan T:

    Danke für den Link, das ist in der Tat eine interessante Rezension.“

    Beiträge zu diesem off-topic-Thema gibt es auch hier: Ulf von Rauchhaupt: Die „Welträtsellöser“ machen mobil?

    sowie hier und hier

    mfg
    Jocelyne Lopez

  15. Peter Demagogie
    17.01.2010 | 18:47

    Fräulein Lopez ist in guter Form ! Wie nach Drehbuch.
    http://www.esowatch.com/...hp?title=Jocelyne_Lopez

    MfG, Peter

  16. impact Messung
    17.01.2010 | 21:01

    Zitat Peter:
    Fräulein Lopez ist in guter Form ! Wie nach Drehbuch.
    http://www.esowatch.com/...hp?title=Jocelyne_Lopez
    MfG, Peter

    @Peter,
    verbreiten Sie die Meinung, genannte Drehbuchautorin sei zufälligerweise verwandt mit unbekannter Jocelyne Lopez Klee?

    http://www.esowatch.com/...hp?title=Jocelyne_Lopez

    gruesse,impact

  17. kamenin @ Stefan
    18.01.2010 | 11:03

    Da man makroskopische Objekte bisher leider nicht auf relativistische Geschwindigkeiten beschleunigen kann (geht das eigentlich für größere Moleküle, ohne dass die auseinander brechen?),

    Es gibt schon ein nicht-relativistisches Molekülsynchrotron, siehe hier, aber wie man das für relativistische Geschwindigkeiten konstruieren würde, damit die Beschleunigungskräfte nicht die Atombindungen zerreißen, oder warum man das überhaupt machen sollte, ist mir nicht ganz klar. Herrig/Lopez/Sommer würden sich davon wohl kaum mehr beeindrucken lassen, nehme ich an.

    Kennen Sie eine pädagogischen Artikel, der erläutert, was in unserem Verständnis von Schwerionenkollisionen alles "in die Hose" ginge, wenn es die Lorentz-Kontraktion nicht gäbe?

    Die Längenkontraktion geht direkt in die Berechnung der Energiedichte ein, über die dann nicht nur einfach mehr Teilchen erzeugt werden, sondern andere Arten von Teilchen (z.B. von der Energiedichte abhängige Suppressionseffekte für Mesonen gegenüber der Rate, die man bei gegebener Gesamtenergie eigentlich erwarten würde). Danach bestimmt die Weglängenkontraktion/Zeitdilatation auch, welche Teilchen vor Zerfall überhaupt die Detektoren erreichen können und von welchen man nur noch Zerfallsprodukte feststellt. Ist nicht ganz unwesentlich für die Frage, wie man die Detektoren designt und anordnet.

    Einen guten Übersichtsartikel habe ich auf die Schnelle nicht gefunden. Ich schau mir mal das Plettner-Paper an, komm aber auch erst morgen dazu: The impact of Einstein's theory of special relativity on particle accelerators.

  18. Jocelyne Lopez @ kamenin - Reale oder scheinbare Verkürzungen?
    18.01.2010 | 13:26

    “Es gibt schon ein nicht-relativistisches Molekülsynchrotron, siehe hier, aber wie man das für relativistische Geschwindigkeiten konstruieren würde, damit die Beschleunigungskräfte nicht die Atombindungen zerreißen, oder warum man das überhaupt machen sollte, ist mir nicht ganz klar. Herrig/Lopez/Sommer würden sich davon wohl kaum mehr beeindrucken lassen, nehme ich an.“

    Was mich angeht ist es in der Tat so, ich lasse mich hier nicht von fiktiven Messungen aus der Quantendimension beeindrucken: Wie misst man die Geschwindigkeit bzw. die zurückgelegte Strecke eines Muons und wie bestimmt man, wie das Muon diese Strecke aus seiner Sicht „sieht“??? Eine Messung kann einzig und allein von einem Beobachter vorgenommen werden (= Instrument). Ein Muon ist kein Beobachter und kann demzufolge prinzipiell weder eine Strecke „sehen“, noch messen, noch wahrnehmen. Wieso sollte ich mich beeindrucken lassen mit Aussagen wie „aus der Sicht des Muons“? Ich habe keine Ahnung, wie ein Muon eine Strecke "sieht", ich habe keine übersinnlichen Fähigkeiten und bin nicht esoterisch veranlagt. ;-) Siehe z.B. meine Einstellungen dazu hier oder hier. Es kann sich also nicht um Messungen handeln, geschweige denn um Hochgenauigkeitsmessungen wie sie zur Bestimmung der extrem winzigen relativistischen Effekte notwendig sind. In der Quantendimension sind bekanntlich auch keine konkreten Messungen möglich, sondern nur Interpretationen, statistische Auswertungen und Spekulationen aufgrund von ungeprüften Annahmen. Die Strecke, die ein einzelnes Muon zurücklegt hat kein Beobachter je gemessen, geschweige denn sie wurde von einem Muon selbst gemessen…

    Es ist auch aus meiner Sicht nicht sinnvoll, eine Theorie, die für makroskopische Objekte aufgestellt wurde, mit spekulativen Messungen aus der Quantendimension experimentell nachprüfen zu wollen. Einstein sprach auch nicht in der SRT von der Verkürzung einer Strecke oder von der Verkürzung eines Objektes aus der Quantendimension, sondern von der Verkürzung eines Stabes.

    Bevor man sich aber mit experimentellen Nachprüfungen befasst, sollte man meiner Meinung nach unbedingt die grundsätzliche Frage klären, ob diese Verkürzungen real oder scheinbar sein sollen. Ohne Konsens darüber ist eine Diskussion nicht sinnvoll, siehe zum Beispiel die Kommentare von Herrn Sommer und von mir in einer Paralleldiskussion zu dieser Thematik in einem anderen „Brief auf meiner Mühle“ von Dr. Herrig:

    http://www.chronologs.de/...aus-meine-m-hle-teil-6

    Viele Grüße
    Jocelyne Lopez

  19. Chrys Falsifizierbarkeit
    18.01.2010 | 16:08

    Lieber Dr. Herrig,

    Aus dem Gerthsen hätte ich das auch nicht lernen können, da sind Sie gewiss nicht allein. Man kann auch darüber streiten, ob die Begriffe "Längenkontraktion" und "Zeitdilatation" besonders glücklich gewählt sind, aber das ist dann lediglich ein semantisches und kein physikalisches Problem. Im konkreten Zusammenhang mit der Relativität sind das zunächst nur Wörter, die das Verhalten raumartiger und zeitartiger Koordinaten unter der Lorentz-Transformation mehr oder weniger anschaulich beschreiben sollen. Den Koordinaten selbst kommt keine physikalische Relevanz zu, die sind ja nur ein Schema zur Bezeichnung von Punkten in einem geometrischen Raum. Für die Physik sind allenfalls diejenigen Grössen von Belang, die bei einem Koordinatenwechsel unverändert erhalten bleiben, d.h., die Invarianten der Lorentz-Geometrie. Ganz anders als in der vertrauten Euklidischen Geometrie sind aber raumartige und zeitartige Distanzen keine Invarianten der Lorentz-Geometrie. Daran gibt es überhaupt nichts zu deuteln, das ist rechnet man einfach nach, das ist nur Mathematik.

    Ihre eigentliche Frage sollte also doch lauten, ob und ggf. warum die Theoretische Physik diese merkwürdige Lorentz-Geometrie denn unbedingt haben will. Die Antwort liegt in den Maxwellschen Gleichungen, denn die Lorentz-Transformation liefert die einzige Möglichkeit, das experimentell gefundene Verhalten elektromagnetischer Felder in einem theoretischen Rahmen korrekt zu beschreiben. Das war ja auch gerade der Grund, warum die Lorentz-Tranformation ursprünglich eingeführt wurde. In der Konsequenz, wer die Lorentz-Geometrie zugunsten eines Euklidischen Modells aufgeben will, der ein hat ein Riesenproblem: man kann es nicht verwerfen ohne damit auch dem Elektromagnetismus sein Fundament zu entziehen.

    Im Prinzip ist es ganz einfach, Einstein zu falsifizieren: man muss nur ein Experiment ersinnen, mit dem sich die Existenz eines Aethers (in welcher Form auch immer) zweifelsfrei nachweisen lässt. Dann wären dann die Maxwellschen Gleichungen falsch -- wie Heinrich Hertz bereits 1890 festgestellt hat -- und mithin wären sowohl Lorentz als auch Einstein obsolet. Halten Sie das für einen vernünftigen und gangbaren Weg?

  20. Herbert Sommer Längenkontraktion
    18.01.2010 | 18:38

    @ Chris

    Die Relativitätstheorie von Einstein ist schon mit der Entdeckung der Dipolanisotropie durch den COBE-Satelliten falsifiziert, der eine Absolutgeschwindigkeit der Erde von 377 km/s festgestellt hat. In diesem Fall spielt die kosmische Hintergrundstrahlung die Rolle des Lorentzschen Aethers und beide die Rolle des kosmischen Raumvolumens, das sie voll ausfüllen und damit automatisch zum ausgezeichneten Bezugsystem für alle wirklichen Bewegungen machen.

    Dieser Umstand schadet in keiner Weise die Maxwellschen Diferentialgleichungen. Im Gegenteil, weil diese Gleichungen, ebenso wie die daraus zur Rationalisierung abgeleiteten Transformationsgleichungen von Lorentz, gerade unter der Voraussetzung des Newtonschen absoluten Raumes als ausgezeichnetes Bezugsystem aufgestellt wurden.

    Die Maxwellschen Gleichungen enthalten eine Konstante c mit der Dimension einer Geschwindigkeit. Da sie gleichzeitig mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Feldstörungen übereinstimmt, und sie damit auch für relativbewegte Bezugsysteme als eine Konstante erscheinen muss, berechneten Voigt, Lorentz, Poincaré und andere, dass dies nur möglich ist, wenn die Längen- und Zeit-Masseinheiten in den absolut bewegten Bezugsystemen nicht gleich sind. Die Lorentz-Gleichungen drücken gerade die mathematische Beziehung aus, die zwischen den Masseinheiten der jeweiligen bewegten Messvorrichtungen bestehen muss, damit alle den gleichen Wert c für die Wellenausbreitung eines elektromagnetischen Feldes erhalten, obwohl die wirkliche absolute Ausbreitungsgeschwindigkeit logischerweise niemals die gleiche für alle bewegten Systeme sein kann.

    Das ist die wahre mathematisch-physikalische Geschichte der Lorentz-Transformationen und alles andere sind Raum-Zeit-Fantasien und geometrische vierdimensionale Analogien von Einstein und Minkowski, um, so dachten sie, den Aether und damit gleichzeitig auch den absoluten Raum abzuschaffen. Aber der COBE-Satellit hat ihnen einen schlechten Streich gespielt.

    Die Lorentzt-Transformationen besagen weiter, dass relativ bewegte Messvorrichtungen, aufgrund ihrer ungleichen Absolutbewegungen auch ungleiche homologe Dimensionen und Rythmen besitzen. In anderen Worten, der COBE-Satellit hat die Theorie von Einstein falsifiziert und die von Lorentz bestätigt. Und damit auch die wirklichen bewegungsabhängigen Längen- und Uhrgangänderungen.

    Diese Ausführungen können meinetwegen in die Längenkontraktion-Debatte eingegliedert werden.

    Herzliche Grüsse
    Sommer

szmtag