chronologs Die Natur der Naturwissenschaft

Reduktionismus

05. September 2010, 18:25

Der Gebrauch des Wortes "Reduktionismus" kann zu heftigen Diskussionen führen. Lässt man erkennen, dass man in irgendeinem Sinne den Reduktionismus für ein nützliches und oft erfolgreiches Verfahren erachtet, kommt man leicht in den Geruch, alles, auch die hehrsten Gefühle der Menschen so zu sehen, als wären sie "nichts anderes als" Stürme im Hormonhaushalt oder Gewitter in der Neuronentätigkeit. Ja, sogar im Streit um die Bedeutung wissenschaftlicher Fächer muss dieser Begriff herhalten, wie ich aus dem Buch "Konzepte der Biologie" von Ernst Mayr gelernt habe. Er glaubte noch für die Anerkennung der Biologie als autonome Wissenschaft kämpfen zu müssen und sah ein wesentliches Hindernis für eine Gleichberechtigung darin, dass manchmal propagiert wird, Biologie lasse sich einfach auf die Physik reduzieren, weil ja schließlich bei jedem biologischen Phänomen Moleküle und physikalische Kräfte am Werk seien. Immer schwebt dieses "nichts anderes als" im Raume, wenn um Sinn oder Unsinn von Reduktionismus gestritten wird. Und Mayrs Philippika gegen den Reduktionismus gründet sich allein auf diese verkürzte Form des Begriffes Reduktionismus. (weiter)

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Denkanstöße - Brauchen wir Gott? Zu E.Dahls Sammlung religionskritischer Texte

17. August 2010, 19:18

Als ich den Titel "Brauchen wir Gott?" zum ersten Mal sah, vermutete ich, es würde in dem Buch um Grundbedürfnisse des Menschen gehen und darum, welche Rolle eine Religion dabei spielt. Die Lebenserfahrung lehrt einen ja mit der Zeit, dass jeder Mensch sich in einer Weltanschauung einrichtet, die ihm als Grundlage für seine Urteile und sein Handeln dient. Immer ist diese Weltanschauung stark durch die Herkunft und Erziehung geprägt, kann sich aber im Laufe des Lebens durch beeindruckende Erfahrungen und Einflüsse mehr oder weniger stark verändern. Meistens ruft ein Angriff auf dieses Weltbild zunächst vehemente Abwehrreaktionen hervor.  (weiter)

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Denkanstöße - Werner Heisenberg: "Physik und Philosophie"

05. August 2010, 13:19

Warum nimmt man heute ein Buch "Physik und Philosophie" von Werner Heisenberg aus dem Jahr 1956 zur Hand? Könnte man nicht, bei allem Respekt vor dem Autor, das Gefühl haben, man sollte lieber etwas Zeitgenössischeres über dieses Thema lesen? Anders wie in den Geisteswissenschaften lösen sich ja die Erkenntnisse in den Naturwissenschaften vollständig vom Urheber. Sie führen ein eigenes Leben in den Köpfen weiter, völlig unabhängig vom Urheber, und für die Rezeption dieser Erkenntnisse bräuchte man nichts über den Urheber zu wissen. Seine Motivation, sein Vorwissen, seine geistige Prägung, all das ist dafür irrelevant. Heisenberg, Newton oder Einstein muss man also auch nicht im Urtext lesen, um deren Leistungen einordnen und würdigen zu können.  (weiter)

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Gedanken am Abend

17. Juli 2010, 10:12

Hilfsmittel: cubase, Vienna Instruments 



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Emergenz

21. Juni 2010, 21:58

Bei Naturwissenschaftlern wie Philosophen ist oft von Emergenz die Rede. Wikipedia definiert diesen Begriff treffend als " Herausbildung neuer Eigenschaften oder Strukturen auf der Makroebene eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente."Meistens unterstellt man dabei auch gleich, dass die Eigenschaften auf der Makroebene durch das Zusammenspiel der Konstituenten - wenigstens prinzipiell - erklärbar ist.
Besonders aktuell ist der Begriff der Emergenz heute in der Philosophie des Geistes bei der Diskussion um das "Rätsel" unseres Bewusstseins. Kann man allein aus dem Zusammenspiel der Neuronen in unserem Gehirn erklären, dass wir uns selbst als ein unverwechselbarer "Jemand" erleben? George Henry Lewes soll schon 1875 davon ausgegangen sein und heute ist es für viele Hirnforscher und Philosophen eine vernünftige Hypothese, das "Sich seiner bewusst sein" als emergente Eigenschaft eines genügend komplexen Gehirns anzusehen.  (weiter)

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Gedanken zum Vortrag "Von Copernicus bis Einstein", gehalten von Max von Laue auf dem Treffen der Nobelpreisträger im Jahre 1956

16. Juni 2010, 15:23

Seit 1951 treffen sich jedes Jahr für eine ganze Woche eine große Anzahl von  Nobelpreisträgern aus Medizin, Physik, Chemie und Ökonomie in Lindau am Bodensee. Vor jungen Wissenschaftlern, die aus aller Welt über ein Netz von Universitäten und Forschungsinstituten ausgewählt werden, berichten und diskutieren sie über Erlebnisse und Ergebnisse aus ihrem Forschungsgebiet. Dieses Jahr findet dieses Treffen vom 17. Juni bis zum 2. Juli statt. Im Blog von Beatrice Lugger wird darüber ausführlich berichtet.
Die Vorträge werden inzwischen on-line übertragen, aber auch die Vorträge früherer Jahre sind nun auf der Web-Site der 'Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertreffen' am Bodensee als Video zu hören, ein unerhörter Schatz unserer Kultur, der auf diese Weise allen Interessierten zugänglich gemacht wird. Als Beispiel greifen wir einen Vortrag heraus, den Max von Laue im Jahre 1956 gehalten hat. (weiter)

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Innenwelt und Außenansicht

12. Juni 2010, 11:26

Ich muss so um die 10 Jahre alt gewesen sein, als ich zum ersten Mal darüber nachdachte: Warum bin ich gerade so jung und warum sind andere heute alt? Warum kann man nicht beides zur gleichen Zeit sein? Warum bin ich es, der in dieser speziellen Situation mit diesen Eltern gerade hier an diesem Ort lebt, warum bin ich nicht ein Kind der Nachbarn. Eine ähnliche Frage hat sich wohl jeder schon gestellt - sie begleitet uns ein Leben lang und stößt uns immer wieder auf, auch wenn wir nicht vor dem Spiegel stehen: Warum bin ich es gerade, der als diese spezielle Person in dieser bestimmten Situation lebt. (weiter)

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Meine Bearbeitung von Schuberts "Leise flehen meine Lieder"

01. Juni 2010, 12:36

 
Hilfsmittel: cubase, Vienna Instruments (Flöte, Oboe, Klarinette, Cello)


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Die Sprache der Physik

27. Mai 2010, 12:10

Man bezeichnet die Naturwissenschaften oft als exakte Wissenschaften. Damit  meint man wohl, dass in diesen  Begriffe und Hypothesen exakter definierbar sind und so Schlussfolgerungen auch zwingender sein können. Das ist in der Tat der Fall, und die Wissenschaft, die in diesem Sinne in einem Höchstmaß exakt ist, ist die Physik. Das verdankt sie ihrem Forschungsgegenstand und der Sprache, mit der sie ihre Hypothesen und die daraus sich ergebenen Folgerungen formulieren kann. Diese Sprache ist die Mathematik. Diese ist nicht erst im Laufe der Geschichte zur Sprache der Physik geworden, sie war konstituierend bei der Geburt der Physik, der ersten Naturwissenschaft. Galilei war es, der  als erster entdeckte, dass Strukturen und Regelmäßigkeiten in der Natur in dieser Sprache zu fassen sind, und er wusste, dass er damit eine ganz neue Art von Wissenschaft erfunden hatte, mit der die Menschheit beim Nachdenken über die Natur "Boden unter die Füße" bekam:  Aus der Naturphilosophie wurde Physik. (weiter)

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Zweierlei Unvorstellbares

23. Mai 2010, 20:34

Als ich neulich einem Theologen gegenüber den Titel meines Buches erwähnte, sagte er: "Wieso müssen Sie denn noch das Unvorstellbare entdecken? Kennen wir nicht schon viel Unvorstellbares im Rahmen unseres Glaubens?"

In der Tat gibt es in allen Religionen viele Aussagen, die den Erfahrungen der Menschen gänzlich fremd sind, z.B. die Auferstehung von den Toten oder das erlöste Leben in einem himmlischen Jenseits, um nur die wichtigsten Versprechen der Religionen zu nennen. Aber nicht nur in den Religionen findet man "Unvorstellbares", die Fantasie hat die Menschen schon immer dazu geführt, in ihren Vorstellungen über die Grenzen des Üblichen hinaus zu gehen - in den Sagen, in Literatur, in Filmen und heutzutage auch in Computerspielen. (weiter)

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