chronologs Labyrinth

Johannes Nikels "erzählende Kunst"

06. Januar 2010, 15:04

Sie ist schon recht  lange her, die wilde Zeit der "1968-er". Damals hieß er Hans Nikel und erschütterte mit seiner satirischen Zeitschrift Pardon (Auflage in den besten Zeiten: sensationelle 350.000!) und seinen Polit-Happenings immer wieder die bundesdeutsche Republik.  (weiter)

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Das Neue Jahr fängt ja gut an

02. Januar 2010, 11:42

. . . nämlich mit dem Brechen aller guten Vorsätze diesen Blog betreffend. (weiter)

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Phädra (Phorts.)

17. Juli 2009, 23:13

Das Gewitter (s. meinen vorangehenden Beitrag vom 21. Juni)  ist längst weitergezogen und der Sommerurlaub im Wallis schon wieder Geschichte. Dazu hat die Verlegung von Parkett in unserer Wohnung anschließend so viel Aus- und Einräumarbeiten versurachte (über zweitausend Bücher in der Bibliothek mussten ausgelagert und wieder einsortiert werden) und - buchstäblich - jede Menge Staub aufgewirbelt, dass ich erst jetzt wieder zum Bloggen komme. Als erstes will ich den abgebrochenen Beitrag über "Phädra - Stiefmutter im Liebeswahn" fortsetzen (phortsetzen - bot sich als Kalauer an - man sehe mir das nach).  

Phädra ist eine Frauenfigur der griechischen Mythologie, die - wie Medea - einen festen Platz in der Dramen-Literatur hat. Immer wieder wird vor allem die Fassung der Phèdre von Jean Racine aufgeführt. Der französische Dramatiker ließ diese seine bedeutendste Tragödie (geschrieben nach einer Vorlage von Euripides) 1677 in Paris aufführen. Dieser Tage wurde die Titelfigur dieses Dauererfolgs von Helen Mirren in London verkörpert (die im Kino zuletzt als Königin Elizabeth II glänzte und einen Oscar dafür abräumte).

Dass diese Phädra auch zum Personal der Labyrinthiade zählt, ist weniger bekannt. Sie ist eine Tochter des Königs Minos (und die Schwester der Ariadne), welche Theseus irgendwann nach dem Labyrinth-Abenteuer ehelicht*.
* Eine interessante familiäre Kontruktion: Theseus als Schwiegersohn seines größten politischen Rivalen im Mittelmeer, dem er zuvor nicht nur im Labyrinth die athenischen Geiseln entführte, sondern dem er auch noch die Tochter Ariadne wegnahm und anschließend gleich - auf Naxos - schmählich sitzenließ UND dem er dazu noch den Stiefsohn Minotauros tötete! Offenbar kannte man schon in der Antike das später von Österreich so erfolgreich praktizierte System der politischen Vernunftehen ("Tu, felix Austria, nube" - so haben wir es in der Schule gelernt.)

Fatalerweise verliebt sich Phädra in Hippolytos, den Stiefsohn des Theseus (den dieser antike Don Juan zuvor mit der Amazonenkönigin Hippolite gezeugt hatte). Sie wirft sich ihm an den Hals mit dem Ausruf: "Ich bin verkommen. Bestrafe mich, befrei die Welt von diesem Monster!" Der Jüngling weist ihre Avancen zurück. Die erboste Stiefmutter schwärzt ihn beim Vater als Bösewicht an, der sie, die arme Stiefmutter, sexuell bedrängt habe. Der Vater tötet den unschuldigen Sohn. Tragödie pur.

Gewiss, dies ist nur ein Nebenstrang der komplexen Labyrinthiade. Aber wie der große Erfolg von Helen Mirren in dieser Paraderolle ("Venus hat sich in mir verkrallt wie ein Tiger") noch in unseren Tagen zeigt, ist es nach wie vor ein beliebter Stoff - ähnlich wie die Geschichte der Ariadne, die schon in mehr als 40 Opern verewigt wurde.

 

Der Stammbaum der Labyrinthiade 

Zeus _ Europa (Prinzessin)     Sonnengott Helios _ Perseis        
         |                                                                    | 
   Minos                               _       _               Pasiphae _ Stier (Poseidon?)
                                           |        |                               |
                      (Theseus _ Ariadne) |                  Minotauros
                                                    |
Hippolyte     _   Theseus _  Phädra
(Amazonen- |                     |
königin)     Hippolytos     _/

Eigentlich müsste man diesen Stammbaum um das Labyrinth-Symbol herum anordnen. Dann könnte man den Daidalos und seinen Sohn Ikaros auch noch unterbringen, die ja beide für diesen Sagen-Komplex mindestens so wichtig sind wie der Theseus mit seinen Abenteuern und Frauengeschichten. Aber dann wird es schwierig mit den Verbindungen, die ja auch König Minos einbeziehen müsste, den Auftraggeber für das Labyrinth (in dem seine Schande, der Bankert Minotauros weggeschlossen wird und später auch Daidalos samt Sohn, der ja die küsntliche Kuh baute, in der Pasiphae den Stier empfing.)

Quellen
Euripides (ca. 485 bis 406 v.Chr.): Phädra (ca. 400 ? geschrieben)
Menden, Alexander: "Das Monster in der eigenen Familie". IN: Südd. Zeitung vom 17. Juni 2009
Racine, Jean (1639-1699): Phedre (1677, nach Euripides)

Schauen Sie bitte gelegentlich auch mal in die früheren Beiträge dieses Blogs rein! Hilfreich sein könnten vor allem die Vorbemerkung zu diesem Labyrinth-Blog und die Zeittafel. Die wichtigsten Personen und Begriffe werden erläutert in Fünf Kreise von Figuren sowie im Register dieses Blogs.


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IKAROS: tot oder lebendig?

18. Juni 2009, 22:27

Die Szene des schwebenden Ikaros, der abstürzt, weil er der Sonne zu nahe kommt, hat im Bilder- und Mythenschatz der westlichen Zivilisation einen festen und sehr prominenten Platz, ist im kollektiven Gedächtnis wie im persönlichen Bewusstsein jedes einigermaßen gebildeten Menschen tief verankert.  (weiter)

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Bloomsday: 16. Juni 1904 in Dublin (and a little bit sex again)

16. Juni 2009, 12:25

Vergangenes Jahr habe ich den Bloomsday um genau einen Tag verpasst. Das soll dieses Jahr nicht passieren. Um was geht es?  (weiter)

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Wikipedia gibt gute Auskunft

07. Februar 2009, 12:22

Nachdem die Wikipedia zur Zeit in der Medien stark beachtet wird (u.a. als Titelgeschichte im Stern) wurde ich neugierig und schaute mir dort mal den Artikel "Labyrinth" an.

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Sie wollen einen Roman schreiben?

04. Dezember 2008, 08:50

Auch wenn Ihre Ambitionen "kürzer" angelegt sein sollten: Hier ein hilfreicher labyrinthischer Tipp für alle Geschichtenschreiber.  (weiter)

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Liebe Fabienne: Wo ist auf der Wies´n der "Ikarus"?

05. Oktober 2008, 15:50

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr aufs Oktoberfest gehen. Mit dem Auszug aus Deinem neuen Buch hast du mich heute doch noch dorthin gelockt:  (weiter)

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Die Banken, sie wanken...

21. September 2008, 13:34

... in Dollar, Pfund, Franken.
Der Bär hebt die Pranken,
Der Bull´ wird zum Kranken.
Wer weist endlich Schranken
- den Börsen, die schwanken?  (weiter)

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Olympiade in China: Wie krieg ich die in meinen Blog?

08. August 2008, 08:08

Dabei sein ist alles! Dieses Motto der Olympiaden will auch ich mir zu eigen machen.  (weiter)

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