chronologs Natur des Glaubens

Basty zu Gott, Gene und Gehirn

von Michael Blume, 17. März 2009, 19:29

Pfarrer haben in der Entwicklung des süddeutschen Raumes oft eine besondere Rolle als Tüftler, Dichter und Kommentatoren gespielt. Basty - den und dessen Kolleginnen und Kollegen ich auch bereits "offline" zu Vortrag & Diskussion kennenlernen durfte - gehört dazu und begleitet seit einiger Zeit hier in den Scilogs, bei den Brights usw. Diskussionen um Religiosität und Naturwissenschaft beobachtend, kommentierend, fragend. Nun hat er zum Buch "Gott, Gene und Gehirn" eine eigenständige, ausführliche Reflektion geschrieben, die ich Ihnen gerne vor- und zur Diskussion stelle.



Vom Nutzen der Religionen

Religionen bestehen nur, wenn und solange sie zumindest auch eine gewisse Nützlichkeit erweisen. Das ist einer der zentralen Gesichtspunkte in dem Buch „Gott, Gene und Gehirn“. Dessen Untertitel „Warum Glaube nützt“ kann ja nicht nur heißen, wie es dazu kommt, dass Glaube nützt und warum wir dies erkennen. Sondern in der Konsequenz heißt es auch: Religionen, die keinen zumindest gefühlten Nutzen haben, werden auf der Bühne der Weltgeschichte nicht in Erscheinung treten; und was nicht wenigstens in Teilaspekten auch einen langfristigen Nutzen zeitigt, wird sich nicht halten können. Das wird in dem Buch u.a. in den Ausführungen „Religion als Anpassung“ ausführlich verhandelt. Dieser Nützlichkeitsgesichtspunkt ist selbstverständlich kein Wahrheitserweis; er muss auch nicht der einzige Aspekt sein; und er schließt schädliche Wirkungen nicht aus. Sehr viele kulturelle Traditionen des Menschen haben verschiedene Seiten, nützliche und eben auch andere. Und das kann sich im Lauf der Geschichte verschieben. Es kommt immer darauf an, wie sie übernommen und wie an ihnen weiter geknüpft wird. Das ist bei Religionen nicht anders. Auch hier gilt: Survival of fittest.

Die Regeln der kulturellen Evolution sind vergleichbar mit denen der biologischen. Allerdings sind sie nicht identisch. Und sie sind im Grunde nicht so präzis fassbar wie die biologischen. Das istschon die Schwierigkeit in der Rede von „Memen“: durchaus brauchbar zur Verdeutlichung von Zusammenhängen, aber nur als analoge Metapher für die Gene, nicht als irgendwie messbare Größe. Ähnliche begriffliche Schwierigkeiten könnte es ergeben, wenn man vom adaptiven Vorteil der Religionen auf der Ebene kultureller Evolution redet. Reden wir also, auch um den Schwierigkeiten mit der Unterscheidung zwischen Hauptprodukt und Nebenprodukt auszuweichen, nicht mit dem wissenschaftlichen Begriff der Adaption sondern reden allgemeiner vom Nutzen, den Religionen aufweisen müssen. Dabei möchte ich mehr auf die Wirkzusammenhänge kultureller Nutzeffekte eingehen als auf noch so signifikante bzw. evolutionär relevante Konkretionen.

Der Mensch sieht sich vor Herausforderungen

Für diese Wirkzusammenhänge halte ich innerhalb der  Ebene der kulturellen Evolution noch eine Unterscheidung für notwendig: die einer allgemein-kulturellen Basis und die einer spezifisch religiösen Methode. Analog übrigens zu Dawkins Herleitung der Religion, der als Basis dafür das leichtgläubige Vertrauen von Kindern gegenüber ihren Eltern anführt. Nur, bei ihm merkt man in seiner Auswahl von Begründungszusammenhängen und Beispielen die Absicht und ist ... darauf eingestimmt.

Ich möchte es breiter anlegen und als Basis für Religion(en) das den  Menschen grundsätzlich gemeinsame Verhalten anführen: Menschen können, in weit höherem Maße als verwandte Tierarten, ihr Leben bewusst planen und gestalten, Wirklichkeit deuten und entsprechend darauf reagieren. Menschen bringen es in der kulturellen Entwicklung weiter als jedes Tier. Das aber hat nicht nur positive Seiten sondern auch negative.

Menschen produzieren eben nicht nur Kunst und Wissenschaft, sondern da gibt es beispielsweise auch Krankheiten, die erst dadurch entstehen können, dass durch den Gebrauch des Feuers und andere technische Errungenschaften, auch durch die Erschließung neuer Lebensregionen, die Menschen Dinge zur Nahrung zubereiten können, auf die ihr Verdauungssystem (noch) nicht richtig eingestellt ist. Oder dass sie (etwa dank künstlicher Beleuchtung) zu Zeiten arbeiten können und müssen, auf die ihr Biorhythmus nicht eingestellt ist. Und da gibt es in einem viel höheren Ausmaß als bei vergleichbaren Tieren Verhaltensweisen, die für Einzelne oder für ganze Populationen (selbst)zerstörerisch wirken können, schließlich ja auch die ganze Umwelt bedrohen.

Für die positiven wie für die negativen Seiten menschlicher Kulturleistungen die angemessene Strategie zu finden, bleibt eine ständige Herausforderung. Und wenn der Mensch von Natur aus noch so gut sein mag bzw. positives Sozialverhalten sicher schon evolutionär angelegt ist – dennoch: Die Interaktionen von Menschen bedürfen besonderer, bewusster Pflege, um beispielsweise negatives Sozialverhalten zu beschränken, etwa durch entsprechende Verhaltensregeln, Sitten und Gesetze. Aber nicht nur um moralische Vorschriften etwa geht es, sondern es gibt offensichtlich ein weitergehendes Bedürfnis bei Menschen, sehr viele Seiten des Lebens nach gemeinsamem Muster zu regeln – miteinander eine gemeinsame Lebensbewältigungsstrategie zu finden, mit anderen gemeinsam Lebenseinstellungen zu formen – das Leben auf eine gemeinsame Melodie zu singen.

Diese bewusste Lebensbewältigungsstrategie muss durch Erziehung und Ausbildung tradiert werden; zu deren Mitteln gehören Sinnsprüche, Lieder, gemeinsame Symbole, auch Riten und Feste. Man könnte versucht sein, sie deshalb schon „Religion“ zu nennen. Aber damit würden Atheisten sich falsch vereinnahmt fühlen. Denn selbstverständlich gibt es Lebensbewältigungsstrategien, die durchaus auch überindividuell in Gruppen wirksam sind, auch ohne Gottesvorstellung. Und zusätzlich wäre es noch schwieriger als es ohnehin schon ist, eindeutig religiöse von nicht-religiösen Verhaltensweisen abzugrenzen. Es wird deshalb besser sein, entsprechend dem üblichen Sprachgebrauch erst dann von Religion zu reden, wenn als Mittel dieser Lebensbewältigungsstrategie Vorstellungen von überpersönlichen, überweltlichen Mächten ins Spiel kommen.

Er bedient sich dabei seiner Gottesvorstellung

Den Herausforderungen des Lebens insgesamt, insbesondere den anderen Menschen, sich stellen – das müssen alle. Das ist die Basis. Zur Religion wird es, wenn das mithilfe der Vorstellung von übernatürlichen Akteuren geschieht. In der Menschheit hat es sich bis jetzt weitgehendst durchgesetzt, für die Lebensgestaltung, für die Lebensbewältigungsstrategie derartige Vorstellungen einzusetzen. 

Dabei müssen sie keinen Zweck in sich selbst haben – die diversen Gottesvorstellungen und Gottesnamen sind oft auch austauschbar. Sie können deshalb  durchaus verstanden werden  als Hilfsmittel, Tools, zwecks Lebensbewältigung – so wie ein Ball ein Hilfsmittel ist zwecks Spaß am Spiel, zwecks körperlicher Fitness und anderem mehr. Es gab schon einen religiösen Entwurf, der ohne Gottes-Vorstellung auszukommen versuchte, den frühen Buddhismus. Doch dass sich auch dort die üblichen religiösen Vorstellungen wieder durchsetzten, zeigt schon ihre Mächtigkeit, ihre tiefe Verankerung in der Natur des Menschen.  

Zwar mögen manche dieser Vorstellungen durch bewusste Setzung entstanden sein, die meisten jedoch durch unbewusste, vorbewusste Vorgänge, die weit in die Frühzeit der Menschwerdung zurückreichen, die uns womöglich sogar mit anderen höheren Säugern verbinden. Das Woher dieser Vorstellungen ist in der Forschung bereits hinreichend benannt: Außermenschliche Akteure wie Raubtiere, vor denen man sich in Acht nehmen muss – oder (siehe P. Boyer) innere Wiederholungen der Kommunikation mit Kommunikationspartnern der realen Umwelt, oder mit bereits Verstorbenen. Ich denke (im Denken an Freud) auch an Kommunikation mit den Eltern, mit dem Überich, dem Gewissen. Man könnte dies wohl auch daraus quasi-biologisch begründen: dass der Mensch ein extremer Nesthocker ist, auf den die jeweiligen Eltern (die primären Sozialisationsfiguren) einen im wörtlichsten Sinn enormen Eindruck manchen, ihr Bild ihm eindrücken.

Wozu diese Vorstellungen dienen, worin sie sich als nützliche erweisen – das möchte ich extra benennen: In ihnen finden Menschen Projektionsflächen, um ihre Erfahrungen und ihre Träume, ihre Hoffnungen, Ängste, Wünsche, Befürchtungen..., auch ihre Lebens-Einsichten und Lebenseinstellungen, auszudrücken. Über all dies könnte man zwar auch in begrifflicher Weise reden und kann es, besonders seitdem es reflektiertes Wissen über den Menschen gibt. Doch normalerweise erzählen die wirklichen Menschen darüber viel lieber Geschichten, konkretisieren ihre Lebensbewältigungsstrategie in Ritualen, singen sie in Gebeten und Liedern... Und dazu brauchen sie personhaft vorgestellte Figuren, benennen ihre Erfahrungen personi-fizierend. Die Vorstellung von überweltlichen Akteuren bietet dafür das geeignete Ausdrucksmaterial.

Und darauf kommt es auch an: Um diese Vorstellungen herum lagert sich, wie an einem Korallenriff, auch einiges an Lebenserfahrung und Lebenseinsicht an.  So wird Religion, die sich dann bewährt, wenn sie nicht nur irgendwelche Vorstellungen pflegt sondern die Lebensbewältigungsstrategie effektiv macht: wenn Menschen als Menschen etwas davon haben, wenn sie das Leben tiefer verstehen, den Lebensumständen sich geschickt anpassen – survival of fittest. Man kann beklagen, dass da total unglaubwürdige Vorstellungsfiguren agieren; doch wie denn sonst hätten Menschen ihre Lebenseinsichten und –einstellungen früher ausdrücken können? Und wenn sie dies bis heute immer noch gerne tun, zeigen sie, dass das Erbe der Vergangenheit nicht einfach abzustreifen ist. So bleiben die unsterblichen Götter am Leben.

Möglichen Nutzen nicht unterschätzen und nicht überreizen

Religionen erweisen ihre Nützlichkeit also nicht in den (dogmatischen) Vorstellungen – sondern darin wie, ausgelöst und gefördert durch diese, Lebenseinsichten tradiert und Lebenseinstellungen eingeübt werden, von denen Menschen etwas haben. Diesen Nützlichkeitseffekt, ohne den sie gar keinen (längeren) Bestand haben könnten, müsste man auch von atheistischer Seite nicht grundsätzlich bestreiten. Und es wäre nicht verkehrt, wenigstens die Augen dafür offen zu halten, an welchen Stellen man Religionen positiv beerben kann bzw. welche Einsichten eben als allgemein-menschliche weiter gepflegt werden sollten.

Bei Michael Schmidt-Salomon sehe ich, z.B. im Buch vom frechen Hund, dass es da eine gewisse Bewegung in dieser Richtung gibt. Aber auch für die religiöse Seite wäre es nicht verkehrt, die positiven Anliegen atheistischer Humanisten ernst zu nehmen. Insgesamt wäre es besser, unterschiedliche  Leute würden sich dazu verbünden, sich miteinander für eine menschengerechtere Welt einzusetzen. Angesichts einiger Weltprobleme wäre das dringender als sich über die abergläubischen oder gottlosen Vorstellungen der jeweils anderen zu mokieren oder zu ereifern. Religionen müssen wohl irgendwie einen Nutzen aufweisen. Doch eines soll dabei auch nicht vergessen werden: Wie bei Kunst und Musik, auch beim Spielen des Menschen, für deren Entstehung und Tradition man auch Nützlichkeitserwägungen anstellen kann, ist vielleicht der größte Nutzen, dass man eben nicht alles nach dem Nutzen berechnen kann und nicht berechnen darf.

Das ist ja beispielsweise die Einsicht des biblischen Sabbat-Gebots mit Rückgriff auf den siebten Tag der Schöpfungs-Erzählung: Ein nutzungsfreier Raum nützt dem Menschen mit am meisten, der Mensch muss auch runter dürfen von der Waage der Nützlichkeitserwägungen. Auch deshalb gibt es noch immer und immer doch Religion.



Ähnliche Artikel:

antworten

Artikel kommentieren
 authimage

Kommentare

  1. Basty Castellio @adenosine
    23.03.2009 | 13:29

    „Kann man etwas lieben, das nur eine abstrakte Vorstellung ist, oder bedarf es der persönlichen Beziehung, der Kommunikation?“
    Ich muss vermutlich das hier aufgeworfene Problem noch um einiges präziser angehen.

    Zunächst einmal verändert die Beziehung zu gewissen körperlich Anwesenden den Hormonspiegel, kann auch sonstige körperliche Reaktionen hervorrufen. (Gelle, schön abstrakt!)
    Wenn nun dieselben Leute abwesend sind, kann der Gedanke an sie auch den Hormonspiegel verändern und körperliche Reaktionen hervorrufen; nicht unbedingt in gleicher Intensität, aber das gibt’s. Ich würde trotzdem die Gedanken an sie nicht „abstrakte Vorstellung“ nennen, könnte in die Irre führen. Aber wie nennen? Ich weiß es nicht; vielleicht gibt es da schlaue Vorschläge. Jedenfalls, durch körperliche Anwesenheit werden bestimmte Gedankenverknüpfungen und Hormonausschüttungen... gebahnt, die sich dann auch bei Abwesenheit des andern unbewusst fortsetzen können, z.B. bis in die Träume. Und dazu gehört ja auch die Beobachtung Boyers, dass der Mensch (als einziges Lebewesen?) die Fähigkeit hat, den Dialog mit Abwesenden gewissermaßen in sich zu widerspiegeln, nachhallen zu lassen; und das ist sicher nicht nur eine gedankliche Arbeit, sondern hat fließende Grenzen mit dem gesamten Gefühlshaushalt.

    Jetzt zu Gott. Da lege ich eben Wert darauf, dass er/sie/es – entstehend (heißt man das Emergenz?!) in den bei Boyer angeführten Denkstrukturen – doch keine bewusste gedanklich „abstrakte“ Konstruktion ist, die man sich (gar in individueller Entscheidung) mal so oder auch anders zurechtlegen könnte. Sondern: Weil der Mensch seine Widerfahrnisse, Ängste und Hoffnungen... in sehr personhaften (nicht unbedingt individuell-„persönlichen“!) Bildern verarbeitet – weil er aus verschiedenen evolutionär erklärlichen Gründen immer Augen auf sich gerichtet sieht und entsprechend die Wände seiner Welt mit Augen bemalt – deshalb ist das, was dann als Gedanke bewusst wird, schon so personhaft durchtränkt, dass eben darin auch alle Gefühle wie Liebe, Hass... „funktionieren“.

    Alles klar? Mir noch nicht, aber wir können ja klären.
    Basty

  2. Michael Blume Wow... Schön...
    23.03.2009 | 14:31

    Weil der Mensch seine Widerfahrnisse, Ängste und Hoffnungen... in sehr personhaften (nicht unbedingt individuell-„persönlichen“!) Bildern verarbeitet – weil er aus verschiedenen evolutionär erklärlichen Gründen immer Augen auf sich gerichtet sieht und entsprechend die Wände seiner Welt mit Augen bemalt – deshalb ist das, was dann als Gedanke bewusst wird, schon so personhaft durchtränkt, dass eben darin auch alle Gefühle wie Liebe, Hass... „funktionieren“.

    Mensch, ist das schön formuliert. Was soll ich dazu sagen? Ja. Danke. In diesen Formulierungen werden mir selbst einige Aspekte erst klar(er)...

  3. adenosine kein Betreff
    23.03.2009 | 17:06

    @Basty Castellio: Ist überzeugend, man liebt also, überspitzt gesagt, die Übernatürlichen, wie man seinen Golfschläger liebt, der Beziehungsaufbau erfolgt möglicherweise über dass feedback, das man durch subjektive Erfolgserlebnisse der Beziehung erhält. Ich vermute aber, dass die Beziehungen zu Wesen, die einen komplexeren feedback ermöglichen, wie z.B. dem Hund, stärker sind.

  4. theologie-der-vernunft Der Glaubensgegenstand ist mein Besitz
    23.03.2009 | 18:13

    Danke, dass Sie mir die ewige Problematik der Glaubensvorstellungen, die Notwendigkeit steter Aufklärung, so deutlich vor Augen führen. Dies wird echt nur bei religionswissenschaftlicher Betrachtung so klar.

    Der Golfschläger oder der Hund, den ich liebe, in den ich auch noch all meine Hoffnungen, Ängste und Sorgen hineinlegen kann, den will ich halten. War nicht genau das immer wieder das Problem, gegen das sich die Propheten wandten, die sich nicht mit Atheismus, sondern Vergötzungen, überkommenen Glaubensvorstellungen auseinandersetzten, diese für den kulturellen Verfall verantwortlich machten? Ist nicht genau das der biblisch bebilderte Stoff?

    Sollte man dann Schmitt-Salomo nicht zustimmen? Triff dann sein "frecher Hund" nicht genau den Götter- bzw. Aberglaube? Auch wenn er sich für mich selbst als nützlich rechnet.

  5. Dietmar Hilsebein @ theologie-der-vernunft
    23.03.2009 | 19:44

    "Sollte man dann Schmitt-Salomo nicht zustimmen?"

    Sicher. Nur hat Nietzsche das schon besser besorgt. Es ist ein Kreuz: man erinnert sich seiner "Väter" nicht und meint, das Rad noch einmal erfinden zu müssen.
    Oder anders ausgedrückt:
    "Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: / Sieh dir das an, das ist etwas Neues - / aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind.
    Nur gibt es keine Erinnerung an die Früheren / und auch an die Späteren, die erst kommen werden, auch an sie wird es keine Erinnerung geben / bei denen, die noch später kommen werden." (Koh.1,10-11)

  6. Erdlicht Grundsatz
    23.03.2009 | 20:08

    Bildung =Universum =Wasser, Gase, Kristall-Staub, Strahlen, alles durchdringend ist göttliches Prinzip. Es ist Wechselwirkung und Wandlung über/unterirdisch und dazwischen.
    ch weiß, Regen zeugt Tau. Perlenschmuck (Tau) war ich am Tag meiner Zeugung, Mensch= Erde wurde ich. Beides ist Name, im Personalausweis.
    Dabei bin ich gerufen. Tau zeugt Regen. Der Fels ist Augenzeuge, dass ich jeden Tag aufstehe. Trauung mit Petrus war auf dem Standesamt
    Zum Papst habe ich ihn ernannt, weil er sich zuwendet. Im hebr. Originaltext wendet der Ewige sein Antlitz zu. (Num. 6,24-26)
    Ansonsten weiß ich Menschenrechte, Klimahygiene, Gesundheitsvorsorge.

    Shalom

  7. theologie-der-vernunft Wort des Anfang wieder verst.
    23.03.2009 | 22:24

    Herr Hilsebein,

    wenn ich darüber nachdachte, ob man Schmitt-Salomons Beispiel in Bezug auf heutige Vergötterungen nicht ernst nehmen sollte, dann nur, weil ich einem "Wort" eine "schöpferischen Weisheit/Vernüftigkeit in gegenwärtigem Verständnis (wissenschaftlicher Grammatik, evolutionsbilogischer Beschreibung als Kultwesen menschlich weitergedacht)wieder als gültig und nützlich nachrechnen möchte, das nicht nur bei unseren christlichen Vätern galt, sondern m.E. auch dort, wo u. A. Koh. verfasst wurden, auf die Sie sich beziehen.

    Wenn die Evolution als Schöpfung zu verstehen ist, dann will ich hier hören und über schöpferische Nützlichkeiten nachrechnen, nicht in Selbstherrlichkeiten.

    Gerhard Mentzel

  8. Basty Castellio Gott, mein Besitz?! @Mentzel
    23.03.2009 | 22:56

    Ich muss ungerecht werden - ich müsste auf alle möglichen Gesichtspunkte kommen. Aber manchen (@Itz!) möchte und kann ich nicht im Schnellverfahren antworten. Gibt ja auch gelegentlich anderes zu tun, in diesen aufgeregten Wochen...
    Jetzt mal nur dazu, zur Überschrift bei G.Mentzel: "Der Glaubensgegenstand ist mein Besitz". Wenn ich ihn richtig verstehe – was ja erkanntermaßen schwierig sein kann :-) –, muss ich widersprechen, aber nicht aus religionswissenschaftlichen Gründen sondern jetzt ganz ernst aus Gründen, die mit leidvollen Erfahrungen der Kirchengeschichte (und Religionsgeschichte) zusammenhängen: Wo Gott zum leicht verfügbaren Besitz wurde („Gott mit uns“, Gott als „Stimme des Blutes“, Gott als oberster Kriegsherr ...), da wurde es gefährlich. (Und das schon mal als Mini-Beitrag für Itz, nicht nur als Zugeständnis). Deshalb haben sich Theologen, zumindest nach der moralischen und intellektuellen Katastrophe einer Anbiederung an die Nazis, darauf besonnen, dass Gott so leicht nicht vereinnahmt werden... *sollte*. Moralisch recht hatten in dieser Sache die Theologen, die wie Barth und Bonhoeffer die Widerständigkeit Gottes sahen – Gott nicht nur als Bedürfnisbefriediger: Es ist des öfteren genau das richtig, was nicht nach meinem Geschmack geht. (Ähnlich wie ein Patient vom Arzt nicht nur das Angenehme hören sollte). Man hat (im 3. Viertel des letzten Jahrhunderts) jede Form „natürlicher Theologie“ verteufelt und sich damit in einen Offenbarungspositivismus verrannt, wohl auch etwas zu sehr sich verbarrikadiert. Und hat darüber den Zusammenhang mit den konkreten Lebenserfahrungen auf die Seite geschoben. Aus lauter Abstand von „Blut und Boden“ wurde es ziemlich „blutleer“. Deshalb versuche ich die Rückverknüpfung in den wirklichen Lebenserfahrungen; und sage aber auch gerne „Widerfahrnisse“. Ich betone dabei, dass z.B. in der Rede von Gott als „Stimme des Gewissens“ genau dieses Widerständige beachtet werden sollte. Und rechne es der Bibel hoch an, dass hier der Glaube eben nicht bloß Eiapopeia ist, nicht bloß Beruhigungspille, Opium... sondern hier gibt es knallharte Auseinandersetzungen in einer harten Wirklichkeit. Aber ich will hier keine Predigt halten...
    Zum Hund bei Schmidt-Salomon: Was Sie, Gerhard Mentzel damit wollten, weiß ich nicht so recht. (@Dietmar Hilsebein, haben Sie ihn wirklich verstanden?)
    Ich meinerseits wollte mit der kurzen Nennung dieser köstlichen Hundegeschichte nur andeuten: Schmidt-Salomon realisiert, dass es zwar richtig ist zu sagen, dass der Mensch von sich aus gut sein *kann* (da hat er, sage ich, entgegen einer gewissen theologischen Tradition, durchaus Recht). Aber das nur zu sagen, genügt nicht, sondern Menschen (Kinder, die das Buch lesen) müssen auch immer wieder daran erinnert werden. Damit zeigt MSS, dass wenn man Religionen ablehnt, man dennoch die Aufgabe, die bis dato hauptsächlich Religionen leisteten, doch nicht einfach vernachlässigen, wegkippen sollte.
    Sage ich’s als Theologe: Natürlich fielen die Zehn Gebote nicht vom Himmel; und natürlich konnten Leute auch schon ohne diese Recht und Unrecht unterscheiden. Aber es ist gut, dass sie einmal so eindrücklich in das Zentrum der Lebensgestaltung gerückt worden sind.
    Sie und Ihr könnt merken, dass das jetzt auch kein Schnellverfahren war.
    Gute Nacht!
    Basty

  9. theologie-der-vernunft Götter oder "schöpferische" Weisheit?
    24.03.2009 | 06:52

    Nein, es sollte kein Vorwuf sein,
    sondern ein Nachdenken über die m.E. notwendige Weiterentwicklung. Mir geht es um ein aufgeklärtes Glaubensverständnis, das im natürlichen Werden, wie es die Evolutioslehre beschreibt auf mündige Weise das wahrnimmt, was die Bibel die ewige Weisheit, das Wort, den wahren "König der Juden" nennt. Nicht weiter einen Desigern sucht oder einem Gottesbild als Stimme meines Gewissens versucht Bedeutung zu geben.

    Den Hund von Schmidt-Salomo hab ich wahrscheinlich überstrapaziert. Mir ging es mehr um das Beispiel vom Golfschläger oder dem Hund, in den ich dann meine Sorgen... Und genau hier wurde das Problem, das m.E. auch in der Antike war, deutlich. Der Gottesbegriff verhindert das Gehör, was ich nicht nur als nützlich rechne, sondern als echt Not-wendig.

    Über den Prediger Salomos (Koh.), der alle menschliche Weisheit als Schall und Rauch bezeichnete, hab ich übrigen unter "Weisheit: schöpferisches-kreatives Wirken" nachgedacht.

    Gerhard Mentzel

  10. Michael Blume @ Mentzel: Nachfrage
    24.03.2009 | 08:19

    Aber wenn Sie die jüdisch-christliche Tradition aus einem (letztlich sogar naturwissenschaftlich erschließbaren) Prinzip verdichten, verliert es doch gerade das personale Gegenüber, aus dem es seine Kraft schöpft. Von Prinzipien lassen wir Menschen uns keine Gebote geben, Naturgesetze lieben und fürchten wir nicht (vgl. Buddhismus, Jainismus, Taoismus usw., die auf eine Erlösung von apersonalen Weltgesetzen hinarbeiten). Das Schmae-Israel wäre dann ebenso überholt wie das Vaterunser, weil letztlich auch nur verkürzte Wahrnehmungen eines letztlich apersonalen Prinzips.

    Wie gehen Sie mit diesem Problem um?

  11. Dietmar Hilsebein @ Basty
    24.03.2009 | 09:10

    "Dietmar Hilsebein, haben Sie ihn wirklich verstanden?"

    Ich will gerne zugeben, daß ich die Bücher von MSS nicht lese. Vielleicht ist es dem Umstand geschuldet, daß er zu oft in den Medien erscheint. Mir ist das Verborgene, das ich suchen muß, lieber. Was mir immer wieder von Seiten der GBS vor die Ohren kommt, ist der strafende Gott, der die Sünden der Väter verfolgen will bis in die vierte Generation. Würde man hier eher auf dem Sachohr statt auf dem Beziehungsohr hören, so ist dies unter Psychologen kaum ein Geheimnis. Natürlich werden innere Programme durch das, was man Erziehung nennt, an die folgenden Generationen weitergegeben. Ich empfinde es als widerlich, Gott auf den Gott des AT zu reduzieren und mit einem süffisanten Lächeln einen nach Gott suchenden Menschen zu einem Kindergartenkind zu erklären, das nach Gott schreit, wenn es mal die Brille verloren hat. Nietzsche hat gelitten, er ist an seiner Gottessuche irre geworden. Sein Leben und Sterben war eine Tragödie. Was wir heute von Seiten der neuen Atheisten vernehmen, ist eine Komödie -eine Farce!

  12. adenosine kein Betreff
    24.03.2009 | 09:41

    @Michael Blume: Ich halte es für plausibler, das wir Gebote vom sozialen Konsens annehmen. Prinzipien, Ideologien und Relgionen geben eher den Anlass oder das Alibi für den Konsens. Fragt sich, ob jemanden einen funktionierenden Konsens ohne eine solche Grundlage kennt.

  13. Michael Blume @ adenosine
    24.03.2009 | 17:47

    Ich halte es für plausibler, das wir Gebote vom sozialen Konsens annehmen.

    Naja, die Gebote mögen (auch) sozialen Ursprungs sein - aber ihre religiöse Geltung erhalten sie dadurch, dass sie als von übernatürlichen Akteuren überwacht geglaubt werden. Das ist z.B. das Plus einer religiösen Eheschließung (vor auch übernatürlichen Zeugen wie Ahnen, Göttern, Gott) gegenüber einem nur säkular-sozialen Akt.

    Wenn wir also die Personalität aus Judentum und Christentum "herauskürzen" und sie nur noch als an evolutionär erfolgreichen Prinzipien orientierte Sozialverbände betrachten, fällt m.E. genau die Basis ihres Erfolges weg: Die personale Gottheit, die Menschen lieben, fürchten, annehmen, ablehnen etc., zu der sie sich verhalten können. Mit apersonalen Prinzipien allein ist keine soziale Interaktion möglich (weswegen auch erfolgreiche Strömungen den Buddhismus, Jainismus, Taoismus etc. schnell eine Vielzahl an Göttern, Bodhisattvas, Tirthankaras etc. entwickelt haben).

  14. theologie-der-vernunft Die Welt dreht sich weiter Gott sei Dank
    24.03.2009 | 19:52

    Neutestamentlern, die mir die allegorisch Auslegung des AT, die philosophisch klingenden Weisheitslehren oder die Wahrnehmung von kosmisch-schöpferischen Prinzipien, durch die Bildung Alexandriens als "Christologie" der Zeitenwende beibringen wollten, entgegenete ich, dass m.E. die messianische Wirkung erst von der menschlichen Gestalt des Gottessohnes ausgegangen ist, damit erst dann von "Christologie" zu reden wäre. Auch bei der Betrachtung der gnostisch-abstrakten Lehren, die heute als Anfang des christlichen Glaubens anerkannte sind, ist mir bewusst geworden, dass das zu wenig war, sich schnell verflüchtigt hätte. Was damals nicht nützlich war, wurde somit zurecht als Häresie abedrängt.

    Ich will damit deutlich machen, dass mir mit 30jähriger Theorie und Praxis in kollektiver Kommunikation, nicht erst seit ich "Gehirn & Geist"... lese, durchaus bewusst ist, wie notwendig bekannte, Emotionen auslösende menschliche Bilder und Gestalten sind. Das ist mein täglicher Job.

    Doch ich kann die Welt nicht anhalten. Wenn heute die Radikalkritik offenlegt, dass es weder im AT noch im NT um menschliche Gründergestalten geht (gerade wurde mir Mohammed als Ali, iranisches Christentum, von der Denkfigur des Arius, Arianismus ausgehend ausgelegt), dann will ich nicht weiter nur von Mythen schwärmen, sondern zeitgemäß die "schöpferische" Weisheit/Vernunft zum Thema machen, um die es ging und geht. (Während die Kritik meist nur denkt, es wären fromme Schwärmereien gewesen, Aufwärem alter Mythen weil sie dies Sonntags so sieht, so heute "Glaube" versteht und rechnet.)

    Und wenn uns weder menschliche Gründergestalten, noch Gottesbilder etwas zu sagen haben, diese nicht mehr taugen/nützlich sind, um Sie z.B. zu einer ökologischen Verhaltensweise, noch einer glücklichen Lebenspartnerschaft oder weltvernünftigen Lebensweise, dann danke ich dem Schöpfer, dass er das Rad weiterdreht: Damit wir nicht weiter zwischen lächerlich wirkenden dogmatisch begründeten alt-eigenen Morallehren (die dann Gott in den Mund gelegt werden) und Humanismus hin und her schwanken, wie selbst beim Papst in Afrika zu beobachten war. Sondern das, was weltvernünftig wäre, die Evolution auch im Sinne menschlicher Kultur- Gemeinschaften weiterbringt, als "schöpferischen Weisheit/Vernuft" verstehen.

    Der Auf-verstand, über den ich dann nachdenke, setzt ein Neuverstehen der alten Gründergestalten voraus.

    Mein frommer Wunsch:

    Der Mensch von Morgen wird Sonntags bei Basty im vollen Bewusstsein "Jesus geh voran singen" die Bilder behalten, um sich Montags schöpferisch vernünftig zu verhalten, nicht seiner, sondern einer kreativen=göttlichen Weisheit zu folgen, für die er sich auch beim Spaziergang und noch mehr beim Lesen eines Evolutionsbiologiebuches oder von Gehirn % Geist, Bild der Wissenschaft...begeistert.

    Und: Aufgeklärte Religionswissenschaftler haben ihm vorgerechnet, warum das nicht nur für ihn, sondern die Evolution insgesamt nützlich ist.

    Es ist nur ein Wunsch,
    aber die Evolution geht weiter,
    der schöpferischen Weisheit bin ich gewiss.

    Gerhard Mentzel

  15. Basty Castellio Basis - Verankerung - Stütze - Korsett?
    24.03.2009 | 19:59

    @Michael Blume - in seiner Antwort an @adenosine:
    "Wenn wir also die Personalität aus Judentum und Christentum "herauskürzen" und sie nur noch als an evolutionär erfolgreichen Prinzipien orientierte Sozialverbände betrachten, fällt m.E. genau die Basis ihres Erfolges weg: Die personale Gottheit... zu der sie sich verhalten können".
    Im Prinzip einverstanden - aber könnte man es nicht auch etwas begrifflich schieben?
    Die Zehn Gebote z.B. waren natürlich in der einen oder anderen Form (Hamurabii!) bereits länger schon evolutionär erfolgreiche Prinzipien für verschiedene Sozialverbände. Wie sie vor der Mose-Erzähl-Tradition verankert waren, ist hier vielleicht schnuppe. In dieser Tradition wurden sie jedenfalls als Gottesoffenbarung am Sinai verankert. Und die personal gedachte, erfahrene... Gottheit ergab eine sehr bedeutsame Stütze für sie.
    Oder Basis? Na ja, "Basis" würde mir zu sehr nach Ursprung klingen: Als ob es ohne diese Basis die Zehn Gebote nicht gäbe.
    "Verankerung", "Stütze" könnte besser passen. Ohne diese hätten sie sich nicht so gut durch die Jahrtausende gehalten.
    Man könnte natürlich sagen: Durch die Erzähltradition vom Sinai kamen sie auf eine neue Basis, auf ein neues Podest; und ab da standen sie stabiler.

    Dass aus Verankerung und Stützen dann auch des öfteren Zwangsketten und Korsetts wurden bzw. dass manche dachten, was in den Zehn Geboten nicht ausdrücklich verboten ist, ist der Beliebigkeit überlassen - das muss man wohl auch einkalkulieren. Das Leben und die möglichen Schädigungen des Lebens sind sicher vielfältiger als in den Zehn Geboten erfasst wurde.

    Zum Ausgangspunkt: Die Personalität der Gottheit(en) ist wohl unserem Denken sehr naheliegend, womöglich denknotwendig; und jedenfalls hat sie sich trotz aller auch religiös motivierter Bewegungen immer wieder in der kulturellen Evolution durchgesetzt.
    Wie sagt doch Boyer (in dem von mir penetrant erwähnten Essay, ganz am Schluss) so schön:
    "Formen von religiösem Denken scheinen für unsere kognitiven Systeme den Weg des geringsten Widerstandes darzustellen. Im Gegensatz dazu ist Unglauben in der Regel das Ergebnis bewussten, mühevollen Ankämpfens gegen unsere natürlichen kognitiven Dispositionen – und damit wohl kaum eine leicht zu verbreitende Ideologie."
    Und man könnte (entsprechend der normalen Religionsdefinition - Glaube an personal gedachte überweltliche Akteure)Boyer durchaus auch so paraphrasieren: "PERSONALES Denken scheint für unsere kognitiven Systeme den Weg des geringsten Widerstandes darzustellen..."
    Aber wenn man analysierend dran geht, kommt man zumindest auf die Spur, warum es unserem Denken so naheliegt: wegen unserer inneren Bilder, wegen unserer inneren Dialoge. Und dann sage ich: Hinter den personalen Bildern (!) wie "Vater", "Schöpfer", "Hirte" ... sind (wie hinter der Maske der antiken Persona) Wirk-Zusammenhänge, die nicht als Person greifbar sind. Diese Wirkzusammenhänge sind, ob man es will oder nicht, ob man sie als personale Gottheit benennt oder nicht, auf jeden Fall vorhanden - kommt drauf an, wie wir mit ihnen umgehen (das und auch der Anfang des folgenden Abschnitts als allererste Antwort für @itz, dem gegenüber ich es mir nicht zu leicht machen will; und deshalb noch einen Anlauf brauche...).
    Dieses Analysierend-dran-Gehen ist aber etwas, was für den normalen Glaubensvollzug unnötig, auch ziemlich irritierend sein kann. Es gehört nicht zu den Lehrzielen, die Pfarrer zu verfolgen haben (aber sie sollten drum wissen). Das gehört wohl auch weniger in die Religionswissenschaft, die mit den Erscheinungsformen zu tun hat, nicht mit dem "Ding an sich" von Kant bzw. "Gott an sich".
    Ja, wohin gehört es? Ich bin noch am Suchen, Sondieren... Und muss schon wieder aufhören.

    Basty

  16. theologie-der-vernunft Was nützt Personalität heute?
    24.03.2009 | 21:39

    War der völlig vermenschlichte, personale Gottesbegriff, wie er heute gebraucht wird, wirklich am Anfang?

    Oder haben nicht genau davor die Gebote am Anfang gewarnt?

    War der Bezugspunkt des Judentums der gemeiname personale Gott oder die Abstammung, die gemeinsame schöpferische Geschichte, wie sie uns heute die Evolutionslehre nur auf etwas empirischere Weise beibringt?

    Ging des in der Unterscheidnung Moses bzw. dem Prozess der Glaubensaufklärung am Anfang des prophetischen Monotheismus um den Dienst an personalen Gottesbegriffen oder hatte das Wort die Weisheit Priorität, die den Unsagbaren keineswegs Arbeitslos machte, im die Personalität (Rolle, Aufgabe) nahm, sondern ihn als Sprecher verstehen ließ?

    Oder wäre vielmehr religionswissenschaftlich zu fragen, welche Vorstellung ist nach der naturwissenschaftlichen Aufklärung nützlich, um das gespaltene Weltbild zu überwinden, die religiöse Predigt meist nur Worte in den Wind sind, nicht wirklich dazu taugt, die Menschen zur an die gemeinsame Sache zu halten, schöpfungsvernünftige Gemeinschaften zu bilden?

  17. Erdlicht Wasser, Kondensation, Bewegung
    24.03.2009 | 23:38

    Als Kind hatte ich sicher die Vorstellung vom alten Mann der der in der Sandkiste Adam backte. Später war es eine Katastrophe, mir Adona als Vater, Mutter vorzustellen.
    Und auf den Hirten war auch kein Verlass. Natürlich habe ich dank der der eingebläuten Vorstellungen und vielen Versprechungen reale Hilfe erwartet. Vergeblich.
    Bittere Enttäuschung.

    Samaritaner haben auch Wortbilder abgelehnt. Insoweit nur 5 Bücher Mose und Psalmen. Abba bedeutet nicht unbedingt Vater im Sinne Elternteil, sondern eher Adonai
    Es ist keine Person, sondern nach meinem Verständnis eher Wasser und Kondensation, Temperatur, Bewegung.

    Fruchtwasser besteht in der Hauptsache aus Eigenurin. Das der Mensch aus dem Wasser gezogen ist, ist egal ob
    wissenschaftlich oder religiös formuliert richtig. Im Wasser/ Urin ist das Abbauprodukt des Hämoglobin, welches ultraviolettes Licht bewirkt. Gott (Wasser) prüft lt. Überlieferung
    die Nieren. Nieren bilanziert den Wasserhaushalt, bilden Harn. Irgendwie, wenn auch nicht ganz wörtlich stimmt es.

    Körperliche Belastung führt zu höherem Sauerstoffbedarf. Sauerstoff (Feuerluft) gelangt über Wasser, Hämoglobin, im Blut, Umgehung der Bluthirnschranke, zum Gehirn.
    Dies mit positiver Wirkung auf Konzentration. Sauerstoff ist mein Freund, für mich auch das was Seele bewirkt. Zuversichtlich und lustvoll, spielerisch tun, bringe ich schaffend mit Hydroenergie hervor, was durch Verdunstung,
    Wind, in Hochlage kommt, Ich vertraue, wenn ich etwas hervorbringe, (be)zeuge damit den Regen. Ich denke, wenn ich vertraue. und erlebe das ich denke, wenn
    ich mich in Interaktionen zwischen Natur und Gesellschaft befinde. Dunkle Gewitterwolke bringt Erwartung, Blitz Einfall, Ton mit Schwingung. Im Abwägungskonflikt braucht es
    u. a. passende Kleidung. Der Regen erfüllt die Hoffnung. Und dann habe ich Zuversicht,, im Hinblick Wachstum und Umwandlung. Ein Regenbogen ist Krönung,
    mit Verbundenheit. Mein Dankopfer (Kondensation) ist Ausatmen, Schweißperlen, Tränen. Licht in Wassertröpfen geht an Mond, Weiteres verteilt sich einschließlich Ton,
    auf Pflanze, Kreatur, Wolken, teilweise Berufsverbunden.

    Das blaue Licht (Himmel) ist wissenschaftlich nachgewiesen heilend, insoweit auch indirekt Arzt. Es zögert das Absinken der Körpertemperatur hinaus,
    wirkt gegen DNA-Schäden, gegen Schlafstörungen. Es tötet Bakterien, Pilze, ist somit Heilmittel gegen Hauterkrankungen. Es senkt auch Melatotin-Werte im Blut,
    damit ein Krebsrisiko. Sonne genieße ich dank Mutation Gen MCR1, Chromoson 16, mit Vorsicht.

    Der Mond, ist hauptsächlicher Gesetzgeber,im Hinblick Gezeiten, Zyklus, sowie Licht im Finstern, dank Licht von Sonne und Erde. Davon abgesehen ist das bisschen Trockenwass
    nicht gerade überwälitgend Jesus verglich sich ja mit Mond und Wasser.

    Gott=Geist (Wind, Atem, Hauch) ist für nicht Gehirn, sondern Energie für das Gehin. Wind ist dank Wasser Tonträger.
    Im Wind bleibt Schwingung, d.h. Schmetterlingseffekt. Das eine Wort bleibt als Tat. Mit bloßem Auge wahrnehmbar ist Strahlen der Augen,
    Strahlen im Sinne freundlich. Wind im Rücken läuft meine Nase läuft vor und dieser folge ich nach. Weg ist Hunger im Gehirn und Gegenwind mit Wohlgeruch.
    Liebe geht durch die Nase und durch den Magen. Die Nase sorgt u. a. auch für die Aufrechterhaltung der Körper-Kerntemperatur, hält Staubpartikel mit
    Flimmerhärrchen auf.
    Gottesfinger war Gravurgerät aus Diamant, von Mensch, auf Steintafeln, benutzt. Donner sprach nicht hebräisch. „Fides quae creditur" (zu deutsch:
    „der Glaube, der geglaubt wird) ist mit unterschiedlichen Lehren, etc. verknüpft, die ich weiß, aber nicht erinnere.
    Zur Freiheit, ist in jedem System eine Eigengesetzlichkeit, in dynamischen Prozessen. Unter illusionärer Herrschaft eines nicht greifbaren Subjekts, wäre ich
    Pseudoautonom. U.U. würde auch keine Verantwortung für eigenes Tun übernommen.
    Es gibt Menschenrechte.

    Gehe ich mal etwas von mir bekannter Überlieerung weg, stimmt wahrscheint, dass Gott, alles in allem, vollkommen Bewegung, nicht perfekt=fertig, ist.

    Shalom

  18. theologie-der-vernunft aufgeklärte Hörer des Wortes
    25.03.2009 | 08:13

    Herr Dr. Blume,

    kurz noch zu Ihren Bedenken, dass bei einem Verdichten auf ein universelles Vernunft-Prinzip, eine gemeinsame schöpferische Bestimmung als Vernunft, das Schmae-Israel keine Bedeutung mehr hätte.

    Um genau das geht es doch: Hörer werden eines Wortes, einer evolutionären-kreativen Vernünftigkeit, die jetzt seit dem Sternenstaub zu bebachten ist, durch Darwin & Co. empirisch erklärt wird.

    Statt eigenen Stimmungen, inneren Stimmen und kirchlichen Vor-schriften zu folgen, eine aufgeklärt als Kultwesen weiterzudenkende Weltvernunft im Kontext der jeweiligen Kultur als grenzüberschreitendes ewiges Wort des Unsagbaren vom Anfang verstehen. (Genau dazu sind wir aufgeklärt, nicht nur ich Sachen Naturwissenschaft.)

    Wäre das nicht nützlicher, als durch meist rein persönliche oder mystische Gottesvorstellungen einen aufgeklärten universalen Verstand zu verhindern?

  19. adenosine kein Betreff
    25.03.2009 | 08:21

    @Basty Castellio: Der Begriff Stütze, Korsett oder auch Verstärkung für die Funktion der Übernatürlichen bezüglich der Gebote scheint mir passend. Die Justiz basiert ja auch eher auf Gesetzen und den zugrunde liegenden Rechtsprinzipien und nur sekundär auf der persönlichen Autorität der Vollstrecker (mal abgesehen von Autoritäten wie Superman, Batman usw.). Die Verstärkung scheint mir weniger auf der Autorität oder der Personalisierung der Übernatürlichen zu liegen als auf ihre orwellschen Überwachungsqualitäten und dem spektakulärem Strafvollzug (ewige Verdammnis), die die Möglichkeiten der diesseitigen Justiz bei weitem überschreiten.

  20. theologie-der-vernunft Die gemeinsame Macht: von machen
    25.03.2009 | 17:23

    "Zur Zukunft", so eine exklusive Hochglanzborschüre von PriceWaterhouseCoopers, einer weltweit agierenden Wirtschaftsberatung- und prüfungsgesellschaft, die auf meinem Schreibtisch gelandet ist und bekannte Persönlichkeiten und Denker zur aktuellen Weltwirtschaftskrise sprechen lässt. Auch wenn hier keine Religionswissenschaftliche Rechnung betrieben wird, so wird etwas über die Natur des Glaubens bzw. dessen Nützlichkeit bzw. Notwendigkeit deutlich.

    "Solange Menschen ohne eine gemeinsame Macht leben, die sie alle in Bann hält", befinden sie sich in einem Krieg aller Menschen gegen alle Menschen"

    So wird vom superkapitalistischen Vorzeigeunternehmen durch "Thomas Hobbes" der Grund der aktuellen Problematik beschrieben.

    Doch ist diese gemeinsame Macht mit dem zu machen, was heute Sonntags verkündet wird?

    Bedarf die Macht nicht auch einen Bezug zur Machart, dem Machen, wie wir es im Evolutionsmechanismus beschreiben?

    Bedeutet "in Bann halten" die Angst vor einem Aufpasser oder eher einer Begeisterung für eine gemeinsame Sache, ein sichtbares Geschehen?

szmtag