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Darwin, Gott und Kinder - Impulse und Leseproben aus Gott, Gene und Gehirn

25. August 2010, 07:53

Charles Darwin und Alfred Russel Wallace verdankten ihren jeweiligen Durchbruch zur Evolutionstheorie einer Schrift von Thomas Robert Malthus, in der dieser - pessimistisch - davon ausging, dass sich auch Menschen stets exponentiell so lange vermehren würden, bis die Ressourcen ausgeschöpft wären. Daher seien Konkurrenz und Kampf zwischen Menschen(völkern) unausweichlich. Während aber Alfred Russel Wallace den Malthusianismus später überwand und die Rolle der freien Entscheidung auch von Frauen betonte, rang Darwin bis zu seinem Tod mit der Annahme unausweichlicher, sogar notwendiger Überbevölkerung, die wesentlich zur Entstehung des Sozialdarwinismus beitrug.

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Antoinette Brown Blackwell - Eine weibliche Antwort auf Charles Darwin

12. Juli 2010, 13:59

Viele Menschen verehren Charles Darwin (1809 - 1882), einige besser Informierte wissen noch von Alfred Russel Wallace (1823 - 1913) - aber nur sehr wenige kennen ihre Zeitgenossin und Kollegin Antoinette Brown Blackwell (1825 - 1921). Zu Unrecht, wie ich meine!

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Warum sollte Gott ein Mann, ein Vater sein?

30. März 2010, 14:35

Wer die (individuelle und soziale) Konstruktion von Gottesbildern erforscht, kommt natürlich um die Frage nicht herum, warum der monotheistische Eingott überwiegend männlich angesprochen wird. Immerhin zeigen Figurinenfunde der Vorgeschichte überwiegend (über Jahrzehntausende nahezu ausschließlich) weibliche Formen. Dies entspricht neueren Befunden zur starken Rolle von Frauen in der Formation hominider Gemeinschaftlichkeit. Und auch in der Antike - und in einigen Traditionssträngen etwa des Hinduismus - haben wir noch starke, weibliche Gottheiten (wie die ägyptische Maat oder Isis), Priesterinnen etc. Schließlich gehen entsprechende Formen auch in die neuzeitlichen Religionen über wie in Ephesus, wo anstelle der Muttergottheit Artemis heute die Gottesmutter Maria verehrt wird. Auch in Gemeinschafts-Selbstbezeichnungen wie christliche Mutter Kirche oder die islamische umma (von arabisch umm = Mutter) bleiben weibliche Konnotationen unverkennbar. Der Religionswissenschaftler fragt da also natürlich: Warum also wurde die Gottheit zu Vater, König, Richter, warum verblassten weibliche Namen und Rollen?

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Mutter Natur verstehen - Die Evolutionsforscherin Sarah Hrdy

28. Januar 2010, 20:38

Unsere Wissenschaftstraditionen und -diskussionen sind nach wie vor (auch in der Evolutions- und Religionsforschung) vor allem aus männlichem Blickwinkel geprägt worden. Das Ergebnis kann man sich z.B. immer wieder anschauen, wenn eine Zeitschrift über den Zusammenhang von Religiosität und Demografie schreibt, wie letztes Jahr der FOCUS ("Fruchtbarer Glaube") oder diese Woche die ZEIT ("Religiöser werden für mehr Kinder?"). In den überwiegend von einigen sehr... von ihrer Überlegenheit überzeugten Herren verfaßten Kommentaren darauf geht es dann stets reflexhaft um und meist gegen Migranten, arbeitende Frauen, Politiker, Religionen. Eine Reflektion über die eigentlichen Familienthemen wie treue Liebe, Partner- und Gemeinschaft, Zusammenhalt der Generationen, Lebenssinn etc. findet kaum statt oder wird niedergehöhnt. Dabei, so zeigt sich zunehmend, fanden und finden genau in diesem Bereich die evolutionären Prozesse statt, die unsere Spezies prägten!

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Bildung, Beten, Babys - Zum komplexen Zusammenhang von IQ und Religiosität

20. Juni 2008, 16:45

Richard Lynn hat wieder zugeschlagen: Nach Frauen und Afrikanern attestiert der britische Intelligenzforscher nun auch Religiösen publikumswirksam einen niedrigeren Intelligenzquotienten - IQ - als säkularen, männlichen Europäern (Auswertung, Kommentar und Links hier). Als unterstützendes Argument wird ein Zitat aus Richard Dawkins Gotteswahn angeführt, wonach es unter europäischen und US-amerikanischen Wissenschaftlern nur sehr wenige Religiöse gebe. Also: Wie steht es um Kausalität und Sinnhaftigkeit dieses Vergleichs? Und warum verzeichnen die USA gleichzeitig einen hohen IQ und hohe Religiosität? (weiter)

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Gretchenfrage - Werden religiöse Frauen unterschätzt? Religiosität und Sexuelle Selektion

04. April 2008, 19:20

Frauen sind weltweit durchschnittlich religiöser und religiös engagierter als Männer - gerade auch in gebildeten und freiheitlichen Gesellschaften, unter Bildungsbürgern und an Universitäten. Konfessionslosigkeit und Atheismus sind dagegen meist Männersache. Für vor-naturwissenschaftliche Theorien ist das ein (gerne verschwiegenes) Problem: Sollten Frauen etwa besonders erwählt sein? Oder gar intellektuell oder psychologisch defizitär (vulgo: "dumm"?)? Anfälliger für Manipulation und "Gotteswahn"? Von wegen! Die Evolutionsforschung zur Religiosität bietet neue, biologisch fundierte Antworten, die eine starke Rolle religiöser Frauen belegen - und die schon Johann Wolfgang von Goethe erahnte ...

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