chronologs Natur des Glaubens

Kulturelle Vererbung: Erziehung und Bildung in evolutionstheoretischer Sicht

13. März 2010, 16:09

Zum wachsenden Netzwerk interdisziplinärer Treffen und Tagungen gehört eine Jahrestagung zur Evolutionären Pädagogik im oberbayerischen Abensberg. Die Tagung im Mai 2009 hatte sich dabei ein Thema gestellt, dass auch in diesem Blog vorgestellt (z.B. im Blogpost "Biokulturelle Evolution") und von Leserinnen und Lesern immer wieder neu diskutiert worden ist: Das Verhältnis genetischer und kultureller Vererbung. Anfang 2010 ist dazu ein Tagungsband erschienen. Eine Rezension.

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Religiosität, Spiritualität und die Frage nach Hirngespinsten

11. Februar 2010, 18:32

Wissenschaftsbloggen macht Freude - und mehr. So haben einige sehr sachkundige Leser auf den Mutter-Natur-Beitrag hin eine inhaltlich hervorragende und ertragreiche Debatte geführt. Vielen, vielen Dank dafür! Und da die heutige ZEIT-Printausgabe einen Artikel von mir zu neueren Forschungen im Bereich der Spiritualität enthält, möchte ich nun auch einen lange gehegten Vorsatz in diesem Blog endlich wahrmachen: Die Begriffe zu (er-)klären.

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Narratologie, Erzählforschung, Memorik

04. Dezember 2009, 06:59

Schon seit einiger Zeit haben Forscher aus Biologie(n), Sozial- und Kulturwissenschaften begonnen, gemeinsam zu erforschen, wie wir Homo sapiens Ereignisse und Erfahrungen mündlich und schriftlich rekonstruieren: Erzählungen (lat. narrationes, engl. narratives) im weitesten Sinne inkl. von Literatur und Mythologien sind Paradebeispiele biokultureller Evolution, in denen die biologischen und kulturellen Traditionen der Menschen immer wieder neu wechselwirken.

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Christian Wolf zu Neurotheologie - Hirnforscher erkunden den Glauben

12. November 2009, 10:05

In der aktuellen Gehirn & Geist-Ausgabe (Titelthema "Wege zur Weisheit") (S. 77) rezensierte der Philosoph und Wissenschaftsjournalist Dr. Christian Wolf die erweiterte Neuauflage meiner Dissertation: "Neurotheologie - Hirnforscher erkunden den Glauben." Die Rezension, die ich im Folgenden wiedergebe, ist auch hier als pdf kostenfrei abrufbar.

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Warum gibt es noch Atheisten?

22. Oktober 2009, 23:13

Mit Wolfgang Achtner, Eckart Voland und Ulrich Frey finden sich an der Universität Gießen gleich drei Wissenschaftler, die bereits spannende Beiträge zur Evolutionsforschung der Religion veröffentlicht und auch Tagungen dazu (mit-)organisiert haben. Hinzu kommen noch viele interessierte Kolleginnen und Kollegen sowie Studentinnen und Studenten, die sich mit den Themen schon intensiver befasst haben - und so haben die Diskussionen dort längst besondere Qualität und ich freue ich mich jedes Mal besonders, wenn eine Einladung nach Gießen (diesmal zur ESG von Wolfgang Achtner) erfolgt. Im Rahmen eines Vortrags- und Diskussionsabends sollte ich vor einigen Monaten die (z.B. in Gott, Gene und Gehirn ausführlich dargestellten) empirischen Befunde noch einmal kurz zusammenfassen und etwas Stoff zu weiterführenden Debatten liefern.

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Neues Fachbuch: The Biological Evolution of Religious Mind and Behavior

25. September 2009, 09:06

Bisher haben Deutschland und Europa in der Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen eine eher nachgeordnete Rolle gespielt - zumal einige der besten europäischen Forscher dazu in den USA angeworben wurden. Auch mit der internationalen Delmenhorst-Konferenz zur "Biology of Religion", die der Soziobiologe Eckart Voland und der Ethnologe Wulf Schievenhövel am Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) ausrichteten, begann sich das zu ändern. Aus dieser Konferenz ist ein Fachbuch hervor gegangen: The Biological Evolution of Religious Mind and Behavior (BERMB), das der Springer-Wissenschaftsverlag nun in seiner "Frontiers Collection" herausgebracht hat. Es versammelt 19 Studien völlig unterschiedlicher Bereichen, die dennoch ein sich zunehmend präzisierendes Bild der Evolution von Religiosität und Religionen zeichnen. 

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Religion und Magie im neuen Epoc

04. August 2009, 19:02

Die aktuelle Ausgabe des Geschichtsmagazins Epoc hat wieder ein Titelthema, das hervorragend zu Natur des Glaubens passt: Religion und Magie im Mittelalter. Denn wie diese Phänomene zusammen hängen, ist eines der alten und bleibenden Themen der Religionswissenschaft! Und das schon lange vor Harry Potter und sicher auch nach ihm.

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Evolutionsprinzip Überleben - oder Überlieben?

10. Juli 2009, 18:25

Als Herbert Spencer 1864 den Begriff "Survival of the Fittest - Das Überleben des Bestangepassten" prägte, leitete er eines der vielleicht folgenreichsten Missverständnisse im Bezug auf die Evolutionstheorie ein. Viele Menschen glauben seitdem irrtümlich, die Evolution und Natur bestehe vorwiegend aus unbarmherzigem Kampf, in dem nur "die Stärksten überleben" und Phänomene wie (Nächsten-)Liebe, Gemeinschaft, Kooperationen, Religion(en) etc. keinen Platz haben könnten.

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Überbevölkerung und Reproduktionsvorteil durch Religion

10. Mai 2009, 21:36

Es geschah zuletzt wieder nach dem SWR-Radiointerview "Machen Religion und Glaube fruchtbar?" und in den Kommentarspalten des Focus-Artikels "Fruchtbarer Glaube": Bisweilen geradezu aggressive Rückmeldungen, die darauf verweisen, es könne "doch nicht gut sein", dass religiöse Menschen durchschnittlich mehr Kinder bekommen - es drohe doch ohnehin Überbevölkerung. Und was sich Wissenschaftler eigentlich erlauben würden, es auch nur für möglich zu halten, dass Religiosität nützlich sein könne? Religiöse Menschen seien minderbemittelt, Punkt. Und warum irgendjemand eigentlich Kinder so toll fände?

Emotionale Religionskritik (die Religiosität nicht verstehen, sondern nur verachten will) und echtes Interesse an Wissenschaft stehen sich eben oft im Weg, wie andere ideologische Engführungen auch. Aber die positiven Erlebnisse echten Interesses überwiegen und es gilt, gerade auch gegen Wissenschafts- und Religionsfeindlichkeit weiter aufzuklären. Daher gehe ich hiermit gerne auch auf diese Anfragen ein. Warum gerade Forschungen zur Religionsdemografie? Und was ist mit der Überbevölkerung? 

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Franz M. Wuketits zu Gott, Gene und Gehirn

15. April 2009, 07:47

 

Zu den schönsten Erfahrungen mit dem Buch "Gott, Gene und Gehirn" gehören die sehr erfreulichen Reaktionen aus der Fachwelt - so auch von Franz Wuketits. Der Evolutionsbiologe und Wissenschaftsphilosoph bekannte sich in einem munteren Streitgespräch mit dem Theologen Richard Schröder in Gehirn & Geist 04/2009 zu einem persönlichen Atheismus, gehört dem Beirat der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung an - und diskutiert (im Gegensatz zu manchen Nichtfachleuten im Bereich der Evolution und/oder Religion) doch auch seriös, fair und v.a. interessiert über die Evolutionsforschung zur Religiosität. Im Folgenden seine Rezension zu "Gott, Gene und Gehirn. Warum Glaube nützt. Die Evolution der Religiosität."

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