Neuer Atheismus & Giordano-Bruno-Stiftung im Fokus von Medien & Wissenschaft
Unterscheidet sich der sog. "neue Atheismus" wirklich qualitativ und inhaltlich vom "alten"? Was motiviert eigentlich Atheisten zu Missionskampagnen und Spendenaufrufen für antitheistische Werbung? Was und wer steckt hinter der Giordano-Bruno-Stiftung? Solche Fragen werden gerade auch im Darwinjahr intensiv gestellt und diskutiert - und ein Artikel von Reinhard Bingener in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ - Klick hier) hat der Debatte neue Nahrung gegeben. Religulous, ein religionskritischer Film, soll weitere Aufmerksamkeit bringen (Trailer & Infos hier).
Die Religionswissenschaft betrachtet die Entwicklungen von und Debatten um weltanschaulich-religionsbezogene Bewegungen natürlich mit großem Erkenntnisinteresse und (im Gegensatz vielleicht zu mancher Theologie) auch ohne Furcht. Religionswissenschaftler fragen zum Beispiel, ob es soziale und inhaltliche Zusammenhänge zwischen der (auch demografischen) "Rückkehr der Religion(en)" und der Formierung des "neuen Atheismus" in Deutschland und den USA gibt. Trends vorausahnend, hat zum Jahresanfang an der Freien Universität Berlin das religionswissenschaftliche DFG-Forschungsprojekt
Die "Rückkehr der Religionen" und die Rückkehr der Religionskritik – Der "Neue Atheismus" in der deutschen und US-amerikanischen Gegenwartskultur
seine Arbeit aufgenommen (Projektpage hier).
Religiosität, Religionen, Religionskritik - in unserem Fach gibt es viel zu erforschen und wir dürfen gespannt sein, was die Berliner Kollegen zum "neuen Atheismus" entdecken! :-)
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Sehr geehrter Herr Dr. Blume,
wie Sie wissen, herrschte im Brights Blog Aufregung über den Beitrag Bingeners in der FAZ. Selbst nachdem diese sich inzwischen etwas gelegt hat, kommt kaum eine konstruktive Diskussion über die Fragen, durch die der Neue Atheismus m.E. zurecht hervorgerufen wird, zustande.
Auch wenn meine Überlegungen von den Brights, bei denen ich ab und zu poste, nicht ernst genommen werden, sie jegliches Nachdenken über eine kreative="schöpferische" Bestimmung, die sich durch das ganz naturwissenschaftlich beschriebene Werden ergibt, als religiöse Spinnerei abtun, so danke ich Gott (dem personalen Wesen, das hinter dem kreativ-vernünftigen Prozess der Evolution steht), für den "Neuen Atheismus".
Das gespaltene Welt- und Glaubensbild, wie wir es seit der Aufklärung haben, trennt nach wie vor die Welten. Der Glaube hat sich aus der Welt-wirklichkeit verabschiedet und damit die Kraft eine konstruktive Gemeischaften zu bilden, Zukunft zu gestalten (das, was im kulutrellen Sinn Evolution=Schöpfungswille wäre) verloren. Auch wenn die Religiösität blüht und von Kreationisten verzweifelt versucht wird, diese Religiösität bzw. Schöpfung Gottes oder eines Desingers doch noch in wissenschaftlicher Erklärung zu begründen.
Mein bisher erhobener Vorwurf an die Religionswissenschaft gründete genau darin, dass nur diese Art von Religiösität dann bisher als nützlich errechnet wurde. Ich darin jedoch keinen Nutzen für die Entwicklung, die Evolution der Weltkultur insgesamt sehen kann. Kein universales Verständnig, wodurch die Weltprobleme zu lösen, der mündige Mensch auf rationaler Begründung zu einer schöpferisch vernünftigen Verhaltensweise zu bewegen wäre.
Wie Ihnen bekannt, sehe ich in der Evolution nicht nur die Schöpfung Gottes, sondern will sie als Wort, als schöpferische Vernunft verstehen und damit als zeitgemäße Offenbarung durch eine kreative Vernünftigkeit. (Die der kirchl. Cheftheologe,leider noch rein dogatisch in seinem Jesusbuch als Wesen des NT. nachzeichnet.)
Wer die historische Radikalkritik an dem, der zum Himmel gefahren sein soll, längst hinter sich hat.
Wem klar ist, dass es weder um einen zweibeinigen Guru, noch einen jungen Gott ging.
Wer sich nicht mit altbiblischen oder sonstigen Mythen abspeisen lässt, die nach aktueller Theologielehre angeblich nur nachbetet wurden,
sondern mit völlig naturalistischem Weltbild rational über den naturphilosophisch erkannten Logos, die Logik im ewigen Fluss allen natürlichen Werdens nachdenkt, die erst seit Darwin durch die Wissenschaft wieder empirsch erklärt wird, der braucht keine Umwidmung mehr, wie sie die GBS fordert.
Der feiert Darwin mit Himmelfahrt zusammen. Weil nur durch die Evolutuionslehre die natürlichen Prinzipien (in denen nachweislich die antike Bildung gegenüber alten Glaubensgesetzen, Göttergestalten, menschlichen Königen… den wahren Sohn, irdischen Mittler sah) erneut als einzige Vermittlung evolutionären (rechten/tauglichen) hervorbingenden=”schöpferischen” Willens humanistisch weiterzudenken ist.
Sicher ist vieles nicht neu, was der angeblich Neue Atheismus zum Thema macht, unsachlich und überzeichnet. Doch er zwingt zur neuen Diskussion.
In diesem Sinne kann ich dem Theologen Jan-Heiner Tück, der in NZZ Online unlängst fragte, ob es sich beim "Neuen Atheismus" um ein "Purgatorium des Glaubens" handeln würde, nur zustimmen. Ich habe nachgeblättert, was das bedeutet, bin auf Fegefeuer, Läuterungsprozess gestoßen.
Jetzt versuch ich auch die Logik/Nützlicheit des Fegefeuers in der schöpferischen=evolutinären Entwicklung zu verstehen.
Gerhard Mentzel
Ich denke neu an diesem Atheismus ist seine freundliche Radikalität bei gleichzeitiger Cleverness im Umgang mit den Medien. Damit kommt der neue Atheismus gut an und sympathisch rüber. Er bietet so ein Gegengewicht zu den Frechheiten der religiösen Minderheit, die der konfessionsfreien Mensch zu ertragen hat (Kleines Beispiel: Im Nachbarblog wird diskutiert, wie der Islam den Kirchen in unserem Land gleich gestellt werden kann. Eigentlich lautet aber doch die Frage, wie wir den Zugriff der Kirchen auf den Staat unterbinden können und nicht, wie wir noch eine dazu bekommen).
Letztlich handelt es sich also beim neuen Atheismus im Kern nur um eine Gegenbewegung, der schnell die Luft ausgehen würde, sobald die Kirchen sich von ihren fundamentalistischen Strömungen trennen würden. Der Atheismus ist also nicht, wie manche blauäugig meinen, selbst eine Kirche.
Damit ist aber nicht zu rechnen, im Gegenteil: Immer mehr Menschen trennen sich vom Kirchenglauben, dafür werden die, die übrig bleiben immer fundamentalistischer.
Letztlich bezieht auch der Film mit Bill Maher seinen Humor daraus: Man muss religiösen Fundamentalisten nur ein Mikrofon hinhalten, der Spaß ist garantiert - noch lachen wir.
Was sind eigentlich religiöse Fundamentalisten? Ich höre das ziemlich oft, aber ich weiß nicht, was damit gemeint sein soll. Oder hat es gar keine feste Bedeutung, sondern ist eher so eine Art Schlag-/Schimpfwort?
@Martin: Im Kontext dessen was ich geschrieben habe muss man den Begriff nicht schärfer definieren, als so, wie er üblicherweise benutzt wird - von mir aus auch als Schimpfwort. Es reicht, wenn man sich unter einem Fundamentalisten einen Glaubenseiferer vorstellt, der Angst vor der Freiheit des eigenen Denkens hat und es daher vorzieht, sich einem System aus vorgegebenen Antworten zu unterwerfen. Gegen irgendwie geartete religiöse Gefühle will ich nicht polemisieren, die habe ich selbst, so wie jeder andere Mensch mehr oder weniger auch.
Die neuen Atheisten haben immer weniger Interesse an Wissenschaft, als an Stimmungsmache. Das ist unueberwundenes monotheistisches Erbe.
Ich versuche mal eine Definition aus dem Stehgreif: Wer sich auf die (angeblich) offenbarten "Fundamente" seiner Religion (für Protestanten ist das allein die Bibel, das Wort Gottes) als unhinterfragbare Wahrheit stützt, ist ein Fundamentalist. Der Begriff der "sola scriptura" meint in etwa das gleiche. In diesem Sinne war Luther also ein Fundamentalist.
In der islamischen Welt betrifft es also alle, die sich auf die "usul", die Fundamente des Glaubens berufen, das sind der Koran und die überlieferten Propheten-Worte. Der Begriff usuliya (Fundamentalismus) ist allerdings, laut Bassam Tibi, eine Lehnübersetzung aus europäischen Sprachen, wo "Fundamentalismus" evangelikale Christen kennzeichnete. Im heutigen Islam ist das leider, worauf Bassam Tibi immer wieder hinweist, die große mehrheit der bevölkerung, auch der organisierten Öffentlichkeit. Indiz für Fundamentalismus ist die Haltung zur Wissenschaft: Wer glaubt, alle Erkenntnis sei auf den Koran zurückzuführen (was für die Evolution kaum möglich ist), ist ein Fundamentalist.
Ja, das meinte ich, wie wird er denn üblicherweise benutzt? Fundamentalist scheint irgendetwas diffuses, negatives zu sein.
Eigentlich bezeichnet es jemanden, der einen klaren Standpunkt hat und an ihn festhält. Vor Jahren gab es bei den Grünen mal die "Fundis" und "Realos". Da war der Begriff noch nicht negativ besetzt. Dann kam der 11. September und schon waren alle Fundamentalisten Terroristen. Vollkommener Blödsinn, denn es gibt ja unterschiedliche Fundamente.
Nehmen wir mal Mutter Theresia. Das ist ein Fundamentalist der Nächstenliebe gewesen. Die hatte einen ganz klaren Standpunkt, ihn extrem ausgelebt und viele anderen Sachen diesem Standpunkt untergeordnet. Aber anscheinend darf man heutzutage keinen klaren Standpunkt mehr haben, extrem werden und andere Sachen einem Ideal unterordnen. Dabei gibt es genügend Ziele und Aufgaben, die man ohne extrem zu werden nicht erreichen kann.
Ich persönlich habe nichts gegen Menschen, die ein Fundament haben oder extrem werden. Das an sich ist für mich nichts schlechtes. Aber ich schaue mir das Fundament genau an, auf dem sie stehen. Und der fundmentalisitsche Atheismus, der meint, Religion hat der Menschheit soviel Leid zugefügt, deshalb müssen Religionen abgeschafft werden, diesen Fundamentalismus lehne ich ab. Eine Gesellschaft ohne Toleranz funktioniert nicht lange und außerdem habe ich etwas gegen Bevormundung.
Wenn man von Fundamentalismus, dann sollte man sich doch bitte schön erstmal das Fundament anschauen, um das es geht. Ich denke, die meisten reden von christlichem Fundamentalismus und wissen gar nicht, wsa das überhaupt ist. Einfach nur irgendwas schlimmes und böses. Terroristen halt.
"Das ist unueberwundenes monotheistisches Erbe."
Wer an einen einzigen Gott glaubt hat also nicht so mit der Wissenschaft. Stimmt! Newton ist so ein typisches Beispiel. Kepler, Descartes, Leibniz und wie sie alle heißen schlagen in die gleiche Kerbe.
haben sich schon ernsthafte Soziologen mit der Frage befasst, warum der Atheismus sich zurzeit derart stark organisiert und propagiert?
Meine amateurhaft psychologische Hypothese wäre: Hinter dem lauten Atheismus steht eine diffuse Angst, dass vielleicht doch etwas dran ist an Transzendenz, Jenseits, Seele, Metaphysik, Geist, ... Gott! Ängste wird man am besten los, wenn man sich laut und am besten mit anderen gemeinsam zuruft: "Es gibt keinen...!" Nur so sind angebliche Gewissheiten beständig aufrecht zu erhalten.
Übrigens erlaube ich mir, auf einen Artikel im handelsblatt aufmerksam zu machen:
http://www.handelsblatt.com/...e-botschaft;2206534
Wenn ich Atheisten zugehört habe, dann haben sie sich über gläubige Menschen oftmals lustig gemacht, nach dem Motto, wer zu dumm ist zum Denken, der glaubt. Wobei diese nicht auf die Idee kamen, den Glauben abschaffen zu wollen. Denn dann hat man schließlich nichts mehr, um sich dran aufzurichten. Irgendwoher will auch Arroganz finanziert werden.
Ob es Angst ist? Kann sein. Aber ich weiß nicht, ob das nicht zu einfach ist. Wenn beispielsweise jemand Vorbehalte gegen Homosexualität hat, dann ist er heutzutage auch direkt homophob. Das hört sich für mich ähnlich an.
Du schreibst (u.a.): "Ich persönlich habe nichts gegen Menschen, die ein Fundament haben oder extrem werden. Das an sich ist für mich nichts schlechtes. Aber ich schaue mir das Fundament genau an, auf dem sie stehen." Das ist eben der Unterschied. Ich halte es für falsch zu denken, es könnte so etwas wie ein Fundament geben, außer dem Zweifel oder der kritischen Vernunft. Das ist ja genau die Stärke der Naturwissenschaft. Religiöse Fundamentalisten stellen in Diskussionen zuweilen die Evolution so dar, als sei das auch nur ein weiterer Glauben. Eben nicht! Jeder naturwissenschaftlich gebildete Mensch weiß, dass es solch ein Fundament nicht geben kann. Es gibt nur mehr oder weniger gute Theorien. Sich auf diese redliche Unsicherheit einzulassen fällt vielen Menschen schwer. Sie suchen lieber ein Fundament und sei es noch so fragwürdig. Der neue Atheismus will eben nicht akzeptieren, dass unsere Gesellschaft durchzogen ist von solchen brüchigen Fundamenten.
Naja, was heißt "Stimmungsmache"? In dem Städtchen in dem ich wohne sind die Kirchturmglocken immernoch lauter als der atheistische Protest. Ist auch okay, ich habe nichts gegen Kirchturmglocken. Wenn man aber den Radau sieht, der jedesmal entsteht, wenn Herr Ratzinger zurück nach Deutschland kommt, da frag ich mich schon, wer hier eigentlich "Stimmung macht".
Die Naturwissenschaft ist eine äußerst erfolgreiche Methode, um Erkenntnisse aus der Natur zu gewinnen. Allerdings hat diese Methodik auch ihre Grenzen und keine Allgemeingültigkeit für alle Bereiche unseres Lebens. Die Frage, ob es einen Gott gibt, ob nach dem Tod alles vorbei ist, wie wir Menschen am besten friedlich zusammenleben, wie man das höchste Gemeinwohl erreichen kann oder auch, ob es so etwas wie Wahrheit gibt usw. auf diese Fragen kann die Methodik der Naturwissenschaft keine Antwort geben. Deshalb sollte man nicht versuchen aus der Naturwissenschaft eine Lebensphilosophie zu machen. Das halte nämlich ich für falsch, weil man dann gar keine oder falsche Antworten bekommt.
Das ist ein Punkt, der andere Punkt ist, der Unterschied zwischen dem Ziel und das Mittel, um es zu erreichen.
Der Mensch versucht mit Hilfe der Naturwissenschaft, auf letzte Antworten zu kommen. Deshalb die ständigen Verbesserungen der Theorien durch Widerlegung. Ziel ist also nicht das Ablösen von Theorien, sondern die Antwort auf die Frage, nach welcher Gesetzmäßigkeit dieses oder jenes funktioniert und man nimmt auch an, daß diese Gesetzmäßigkeiten konstant gelten. Der stete Wechsel ist nur die "Krücke" um dieses Ziel zu erreichen. Der Mensch hat somit eine Ahnung, eine Überzeugung, daß es so etwas wie eine letzte Antwort geben muß - ich rede jetzt nur von Naturgesetzen - sonst würde er nicht danach suchen. Da fällt es mir schwer den steten Wechsel der Verbesserung, die "Krücke" als das große letzte Ziel anzusehen. Zumal, falls überhaupt, werden wir das sowieso nicht erleben.
Man stelle sich vor, wir würden im Rahmen der Glaubensaufklärung feststellen, dass das anfängliche Fundament des christlichen Glaubens weder die katholische Kirchenlehre ist, noch die biblische Schrift war, sondern es bei der Offenbarung Jesus um den Logos ging, das Neue Testament auf die in griechischer Naturphilosophie bzw. im antiken Monismus deutlich werdenden Logik, Vernünftigkeit allen Lebensflusses gründete, die heute in der Evolutionslehre aufgeklärt nachzudenken ist.
Müsste ich dann als Mensch mit einem völlig naturalistischen Weltbild zum neuen Atheisten werden oder zum neu-testamentlichen Monotheist?
Da vom Standort des Betrachters beobachtet wird, ist dieser jeweils der Rechtgläubige.:-)
Absolute Neutralität, Objektivität, Subjektivietät gibt es nicht.
Hoffnungen und Sorgen, ob zum Aktuellen oder Zukünftigen sind nicht so unähnlich. Aber die Vorstellung wie man annähernd zur Gerechtigkeit kommt sind unterschiedlich. Und es kann auch Selbstgerechtigkeit sein. Genau genommen ist es die Grundlage, um Gerecht sein zu können.
Je nach Erfahrung weiß man auch, was man nicht mehr für sich wollte, bzw. für Nachfahren will.
Fundamentalismus ist ursächlich Selbstbezeichnung von Protestanten, die Irrtumslosigkeit der Schrift vertreten haben
Selbige gibt es nach wie vor. Aber dank dessen dass der Begriff heute bekannter ist, auch heute negative Assoziationen, im Zusammenhang mit terroristischen Islamisten weckt, grenzen sich manche irrtumslos gläubige Protestanten von dem Begriff ab, andere bezeichnen sich bewusst selbst so. Fundamant ist dann hauptsächlich Jesus, bzw. die überlieferte Aussage Jesus: Ich bin die Wahrheit....mit Personenkonzentrierter Vorstellung. Zum Komplott gehört personifizierter Teufel. Krishna hat zwar 500 Jahre früher ähnliche Aussage wie Jesus gemacht, aber das zählt dem Fundi nicht. Der Witz ist, man könnte sie nicht unterscheiden, wenn sie wiederkämen, weil keine polizeidienstlichen Kennzeichen da sind.
Der Gläubige unterscheidet keine Wassertropfen, wenn er mit dem seinerseits Verehrten redet.
Ich denke, jeder Mensch, der Namen hatt/e, hat ca. 2/3 Wasser im Körper, wie es auch insgesamt auf der Erde ist. Der Gang ist der Weg. Wasser-Blutkreislauf.
Gefühle werden bei Fundamentalisten teilweise mit Predigt, Musik, etc. stark aufgeheizt, bis hin zu Trancezuständen. Folglich sind Betroffene einfältig überzeugt von Weiterem. Gemeinschaften kleiner, ist u. U. auch ein Kuscheleffekt. Daneben aber auch die übermäßige Kontrolle, mit u. U. mit völlig unnachvollziehbaren Vorgaben. Das hat teilweise erhebliche Isolierung zur Folge. Was nicht Gleiches glaubt ist ungläubig, gottlos usw.. Ansonsten ist u. a. Mission/Evangelisation im Netz, damit die verehrten Gurus, mit Himmelsgarantieschein....allein aus Glaube selig oder Glaubswahrheit satt werden, der Turm warm bleibt, Engel sich über bekehrte Sünder freuen.:-)
Atheist war früher Schimpfbezeichnung der Christen. Aber so wie der Begriff "Schwule" hat man den Begriff irgendwann übernommen. Gay war sinngemäß ein Begriff der Quäker für Kult, mit Ritualen. Heute denkt jeder beim Begriff Gay an Homosexualität. Quäker war Schimpfbezeichnung, Pfaffe war Ehrenbezeichnung...Man könnte unendlich fortsetzen. Begriffe und Bedeutungen wandeln sich und damit sind auch manchmal Denk-und/oder Ausdrucksfehler.
Je nach Ausmaß ist es manchmal zu Haare raufen. Poesie ist schön, aber weit weg von Wissensvermittlung.
Vermeintlich sieht man folglich mit dem Auge, im transplantierbarem Herzen, erleuchtet und auserwählt besser wie andere. Zudem ist man u. U. schon fast beleidigt, dass auch Gefühle im Gehirn verarbeitet werden, andere durchaus auch Gefühle haben. Das die Sonne nicht untergeht, der Mond Licht von Sonne und Erde hat, macht nichts. Bibel ist quasi irrtumslos Gott. Selbiges ist für Fundis und höchste Autorität in allen Lebenslagen. Waschmaschinenanleitung ist Blutwäsche in Jesusblut.
Bei Extremkatholiken, ist aber auch nicht viel anderes mit Kirchenlehre.
Ich gehe lieber zur realen Blutspende, die wirklich reinigend ist.
Wenn ich erkenne, dass ich Fehler erkannt habe, entschuldige ich mich bei der Person, die realen Schaden davon hat, bzw. schau, ob ich es ausgleichen kann.
Shalom
Hat es der Monotheismus wirklich nicht mit der Wissenschaft?
Warum ist der monotheistische Wahrheitsanspruch - seit Eschnatons rationalem Bezug zu einer Logik der realen Schöpfung - so absolut?
Könnte es nicht sein, dass der monotheisitsche Wahrheitsanspruch genau auf das gründet, was die Wissenschaft als Weltrealität erklärt, als deren Anwalt heute der neue Ahteismus auftritt?
Im Christentum hätte sich der absolute Wahrheitsanspruch des Monotheismus in enormer Weise verschärft, lese ich gerade in einem Beitrag des Heidelberger Glaubensgeschichts-Forschers Jan Assmann.
Wer den den Grund des christlichen Glaubens nicht in einem mystischen Gottesbild sieht oder gar einem Wanderguru, der allgemein als Offenbarer gilt, sondern darin ein kulturnotwendiges Bild, für den aus griechischem Welt-Wissen, dem logischen Fluss allen Werdens abgeleiteten neu offenbarenden Logos, der als ewiges Wort der Juden verstanden wurde, das auch die Prophten nicht aus den Nasenlöchern zogen, sondern im sog. Exil, erster Glaubensaufklärung (Wandel vom Mythos zum Logos) in antiken Hochkulturen, verstanden, der denkt in völlig neuer Weise darüber nach, warum der Wahrheitsanspruch der Christen so absolut ist.
Der kann auch verstehen, warum sie damals als ein Art "neue Atheisten" galten und von den Schriftgelehrten und Priester, die das gesamt Volk aufhetzten, angeklagt wurden. Wir kennen die Story und wo sie endete:
"Auf-verstehung" ist angesagt. Somit auch Versöhnung zwischen neuem Atheismus und altem Glaube.
Wie bald ist Ostern?
Gerhard
Der Neue, in Gegenerschaft zum Kreationsismus entstandene, naturalistisch begründe Atheismus wirft die seit Darwin ungelöste Frage neu auf. Darwin war eine Stufe auf der Treppe der biologischen und kulturellen Evolution, die den theologischen Dogmenapparat, der bisher eine echten Antwort schuldig geblieben ist, in Bewegung brachte.
Doch nach Darwin lässt sich erst auch das empirisch belegen, was das Wesen des Neue Testament ausmacht und selbst der vielgescholtene, aufgrund seiner Vorpägung und Kirchenverantwortung im rein biblischen Fundament bleibende Cheftheologe der Christen in Wirklichkeit als historischen Jesus bekennt:
Darwin verhalf einer evolutionären Logik (Benedikt XVI. spricht von schöpferischer Vernunft) zum Licht, der wir alles verdanken und die eine bisher rein mystisch-dogmatischen Welterklärung mit neuem Inhalt füllte, so das ausmacht, was die Juden Wort/Vernunft nannten. (Heute in wissenschaftlicher Grammatik zum Ausdruck kommt.)
Die Univeralisierung des Monotheismus bzw. die Verwandschaft aller Lebewesen, die alle in gleicher Logik scheinbar aus Sternenstaub hervorgegangen sind, ist dabei ein weiterer wesentlicher Schritt, der sich in ähnlicher Weise zur Zeitenwende nachblättern lässt. Während sich das Judentum auf das Gesetz (letzlich Dogmen) berief, die Volksgeschichte bzw. Geschichten, die heute sog. Heiden auf Göttermythen und -gestalten, ging die neue Botschaft der Zeitenwende an Juden und Heiden. Sie ließ griechisch-jüdische Glaubensaufklärer die Prinzipien der philosophisch-monistischen Welterklärungen als Sohn (irdische Vermittlung schöpferischer Wirk-lichkeit) sehen, das natürliche Werden, den modellhaft gezeichneten Lebensfluss als Wort verstehen, dem dann ein zeitgemäßes, kulturgerechtes Gesicht gegeben werden musste. (Das dem Kulturkopf göttergewohnten Heiden und Juden gerecht wurde: Siehe u.A. Gott, Gene und Gehirn)
Darwin wurde in eine Kulturstufe geboren, in der ein vermenschlichtes Gottesbild als Erklärungsgrund für das Unerklärliche gebraucht wurde, damit die Vorstellung eines logisch-natürlichen Entwicklungsprozesses noch gegen Schöpfung sprach. Und wo nach wie vor ein menschlicher Aufpasser oder jetzt Designer gesetzt wird, da tut man sich schwer mit Krankheiten, Unwetter, Artensterben… macht den menschenartigen Macher verantwortlich oder streitet seine Macht ab. Alle theologisch-naturalistischen oder philosophisch-idealisitischen Versöhnungsversuche der bisherigen Aufklärung sind an einer Gestalt gescheitert, deren Vorstellung die Weisheit des Anfang verbot. (Ein Gottesbild, das zu allem Übel dann einfach auf das Offenbarungswesen der Zeitenwende, das nachweislich die natürliche Logik/Vernunft allen kreativen=schöpferischen Werdens war, übertragen wurde.)
Nach wie vor scheint es unvorstellbar, ohne eine Aufpasser oder zumindest Zielsetzer auszukommen, mit dem dann weder kreativer (=schöpferischer) Zufall zu vereinbaren, noch das bei Tierarten (evolutions=schöpfungs)taugliche Fressen und gefressen werden zu verbinden sind. Wieso ein weltvernünftiges, evolutions- bzw. Zukunft optimierendes Verhalten der “schöpferischen” Vernunft entspricht, war und ist scheinbar unvorstellbar. Und wieso die Begeisterung für das ganz natürliche Werden dazu befähigen soll, sich an die “schöpferische” Vernunft zu halten, noch weniger.
Das Abgleiten der Evolutionslehre in einen Sozialdarwinismus, der gemildert derzeit leidvoll erfahrener Wirschaftsalltag, nicht Evolutions- bzw. Zukunftstauglich ist, geht daher nicht auf Darwins Konto.
Erst sein Darwin können wir das "Wort Gottes" wieder in aller Natur nachblättern, uns für einen "HERR-lichen" Prozess begeistern, aus dem alles auf ganz logische Weis(e)heit hervorgegangen ist, die uns auch von Mikrobiologen oder Kosmologen auf wunderbare Weise erklärt wird. Von Geistes- und Religionswissenschaftlern ist so nachzurechnen, warum auch aufgeklärte Menschen nicht nur die alten Bilder brauchen, sondern auf die zeitgemäße Wahrnehmung einer gemeinsamen schöpferischen Macht/Machart angewiesen sind, um dem Sinn ihres Seins gerecht zu werden.
Ich geben die Hoffnung nicht auf, dass wir Dank Darwin & Co. heute wieder das aufgeklärt vergegenwärtigen können, was in der Antike Grund einer Glaubensaufklärung war, die den Unsagbaren Gott der Väter in keiner Weise in die Wüste schichte, sondern seine Geschichte fortsetzte.
Gerhard
Kein Mensch hat die Kapazität persönlich alle Annahmen zu erarbeiten, nachzuvollziehen oder zu verifizieren auf denen er seine Lebensstrategie aufbaut. Er muss zwangsläufig vieles glauben was andere Menschen und Autoritäten bereits erarbeitet haben. Er muss dann auch die Glaubwürdigkeit verschiedener Modelle beurteilen und wird dies Urteil oft nach der Stärke und Macht der Autoritäten, die diese Weltbilder vertreten, treffen. Diese Strategie ist auch grundsätzlich nicht schlecht, denn Weltbilder, die zu zu Nachteilen beim Überleben führen würden, hätten keinen Erfolg gehabt. Insofern sind erstmal alle Menschen Gläubige. Der Atheismus ist eigentlich kein eigenständiges Weltmodell, sondern nur die Erkenntnis, dass die Begründung der historischer religiösen Weltbild durch übernatürliche Akteure ohne Substanz ist.
Lieber Michael,
ich musste gerade an dich denken, als ich das hier las: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30027/1.html
Und siehe da, es passt perfekt in dein neues Thema.
Wie ich sehe, schreiben hier gerade nur religiöse Menschen. Vielleicht ist es für die Runde interessant, wie eine Atheistin darüber denkt.
Ich bin mir eigentlich nur deshalb bewusst geworden, Atheistin zu sein, weil ich die religiöse Bevormundung in unserem Land beobachtet habe, teils eine daraus erwachsende Verletzung von Menschenrechten. Ich konnte diese Bevormundungen aus dem, was ich über den christlichen Glauben las, gut ableiten. Als Menschenrechtlerin, wie ich mich begreife, ist es mir wichtig, darauf hinzuweisen. Man kann eine Verwirklichung bestimmter Menschenrechte, wie etwa das Recht auf freie Bestimmung über die Beendigung des eigenen Lebens oder das Recht auf Familiengründung, das Recht auf freie Partnerwahl (ohne Vorgabe eines bestimmten Geschlechtes) nur dann erreichen, wenn man auf die religiösen Fundamente aufmerksam macht, die zu diesen Menschenrechtsverletzungen führen.
Daher erlebe ich den so genannten neuen Atheismus, der eben auch auf religiöse Menschenrechtsverletzungen verweist, als eine große Hoffnung.
Die Spekulationen darüber, ich müsste mich bestätigen, weil, evt. könnte ja doch was an der Religion dran sein und vielleicht sogar würde ein Gott mich bestrafen, kann ich nur belächeln. Solcherlei Ängste habe ich in keiner Weise. Ich muss mich auch nicht darum kümmern, weil ich ja gar nicht wissen kann, was eine evt. vorhandene übernatürliche Intelligenz von mir will (siehe Pascalsche Wette). :-)
...mag ich nicht.
Ich denke, man müsste doch auch noch das anklingen lassen, dass der Artikel von Reinhard Bingener auf eine etwas merkwürdige Weise die "neuen Atheisten" niedermachen will.
Gestolpert bin nicht nur ich über die Bemerkung:
"Schmidt-Salomon, der sich gerne als Philosoph bezeichnet". Auf der Ebene möchte ich nicht mitmachen. Das erinnert mich an den Streit eines Bloggers mit einem Religionswissenschaftler, dem er die wissenschaftliche Qualifikation absprechen wollte und ihn deshalb betont nur als "Religionspublizisten" bezeichnete. (http://blog.dignitatis.com/wordpress/?m=200901).
Schon merkwürdig auch der Einleitungssatz: "Deutschland soll feiern, dass es [?] vom Affen abstammt".
Es folgen hämische Unterstellungen: "Denn die diesseitige Verheißung des Neuheidentums [?!] lautet: schrankenloses Glück durch Hedonismus."
Da wird man auch vorsichtig, das gegenüber dem Vorwurf des "ikonographische[n] [?] Rassismus" - von wegen "barbusiger Afrikanerinnen". Oder mit: "Halblanges Haar, Zwölftagebart und Ohrring zeugen von bewegter Vergangenheit in der linken Szene" (welche "linke Szene" ist denn gemeint? Und gibt es noch anderes als das Outfit, das davon "zeugen" kann?)
Interessant ist sicher die Nachricht von der Stiftung aus Masterhausen; doch berechtigt das zu der Folgerung?: "Was also ist neu am 'Neuen Atheismus'? Vor allem [!] : das Geld, das aus Mastershausen im Hunsrück fließt."
Zweifel an der intellektuellen Redlichkeit und Fähigkeit der Gegner werden auch so angebracht, dass man die Absicht merkt:
"versuchen [!] sie deshalb den Beweis zu führen, dass Darwin von den Sozialdarwinisten... missverstanden worden sei".
Oder:
"gelernt, seine Inhalte so zu konfigurieren, dass deren weltanschauliche Absicht nicht unmittelbar einsichtig ist". Ich merke die Absicht des Herrn Bingener und bin verstimmt.
Und weil er die Qualifikationen einiger Mitglieder der Giordano-Bruno-Stiftung nicht umgehen kann, benützt er das auch noch, ihr eines auszuwischen: "diejenigen Mitglieder des Stiftungsbeirats, die im Fernsehen auftreten, in Feuilletons schreiben und der Bruno-Stiftung über den Hintereingang [!] den Zugang in die Feuilletons ermöglichen".
Nur als denunziatorisch kann ich folgende Sätze verstehen:
"Die Auffassungen der einst SED-gestützten Freidenker etwa, die schon die Freilassung Slobodan Milosevics forderten und Egon Krenz in einem Telegramm zur Haftentlassung gratulierten, teilt kaum jemand im Koordinierungsrat" - warum trotz des letzten Halbsatzes alles so ausführlich nennen?
Ebenso:
"Ernst Haeckel... war Ikone des nach 1900 einflussreichen Monistenbundes und zugleich einer der wichtigen Wegbereiter der Rassenhygiene und des Gedankens vom „lebensunwerten Leben“." Wer hat sich denn und worin denn genau auf Ernst Häckel gestützt?
Kurz: Lieber FAKten als solche FAZen. Da wird anderen vorgeworfen, es würde einiges "suggeriert". Doch, wer schmeißt denn da mit Lehm? Der sollte sich was schäm...
Basty