Gustav Jaeger - Unternehmerischer Schwabe, forschender Darwinist, glaubender Protestant
Den historischen Recherchen des Theologen Dr. Wolfgang Achtner ist die Wiederentdeckung einer interessanten Persönlichkeit der deutschen Geschichte zu verdanken: Gustav Jaeger (1832 - 1917). Ein unternehmerischer Schwabe, forschender Darwinist, frommer Protestant, Wissenschaftsautor und -redner, der quer zu allen gängigen Klischees stand - und steht.
Der im Pfarrhaus zu Bürg am Kocher, in der Nähe von Heilbronn geborene Gustav Jaeger sollte Theologie studieren, fiel aber bewusst durch die Prüfung am Stift Urach und setzte so ein Studium der Medizin und Zoologie durch. Er erfand eine erfolgreiche Sorte von Wollkleidung und begründete ein florierendes Unternehmen, das im Versailler Vertrag den Siegern zugesprochen wurde und heute noch in England besteht. Seine Theorie und Herstellung von Anthropinen (Eigenduftkügelchen) inspirierte u.a. Patrick Süskinds Buch (und späteren Film) "Das Parfüm".
Begeistert war der fromme Protestant aber auch von Charles Darwins Evolutionstheorie, er korrespondierte mit diesem und bewarb die Evolutionsforschung in Vorträgen und Schriften im süddeutschen Raum. Und lange vor der heutigen Evolutionsforschung zur Religiosität erahnte und formulierte er in einem Stuttgarter Hochschulvortrag und Buch bereits: "Der Glaube ist eine Waffe im Kampf ums Dasein" und vertrat die Auffassung, dass die Evolutionsforschung das Christentum nicht gefährde, sondern bestätige.
Neun Kinder hatte Jaeger neben allen sonstigen Unternehmungen auch noch. Und eine seine Nachfahrinnen, Selma Gienger, ist bis heute auch online für das Gedenken an Gustav Jaeger und vieles weitere aktiv.
Nun ist in Spektrum der Wissenschaft April 2009 ein Artikel von Dr. Achtner über Gustav Jaeger erschienen. Genießen Sie den Rückblick auf einen ungewöhnlichen und anregenden Querdenker und Zeitgenossen von Alfred Russel Wallace und Charles Darwin.
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beachtliche Erkenntnis und Leistung.
Zweifel...
"Er propagierte auch, dass durch die militärische Erziehung der Einzelne wie auch die Gesamtheit des Volkes ein Kapital von Lebenskraft, an Gesundheit und Leistungsfähigkeit erhält und sah den Militarismus als „Schule der Volksgesundheit“.
Weiter:
Gustav Eberhard Jäger
http://de.wikipedia.org/wiki/Gustav_J%C3%A4ger
Moral ist nicht Gleiches wie Ethik.
Kampf mit dem Schwert des Glaubens....?
Wer mit dem Schwert kämpft, kommt darin um.
Wer hohes Alter erreicht hat, ließ andere ungenannte Dummschafe kämpfen.:-)
Shalom
Heldentod mehrer Enkel, Krieg vernichtete Lebenswerk. Er selbst starb mit Absicht oder Versehen.
Gustav Jaeger
http://www.anthropine.eu/prof.jaeger/biografie.php
Für "Heldentod" Kindermassenproduktion?
...mir scheint, Jaeger war ein Kind seiner Zeit, wie natürlich auch Charles Darwin et al. Schon die martialische Sprache rund um die Evolutionstheorie würde heute so nicht mehr verwendet, sie ging ja von einer ewigen Überproduktion und folgenden Konflikten und Kriegshandlungen aus. Der demografische Abschwung immer weiterer Teile der Weltbevölkerung war damals (mit Ausnahme Frankreichs) noch kaum abzusehen.
Niemand muss allem zustimmen, was Menschen vor uns gedacht und geschrieben haben. Aber müssen wir alle Vorangegangenen nach unseren heutigen Maßstäben aburteilen? Wie werden Nachfahren später einmal über uns richten?
Da ich im Jahr 2000 zu meinem Ur-Ur-Großvater kam wie die Jungfrau zum Kinde, bzw. er zu mir kam, erlaube ich mir hier ein paar Worte zu sagen:
Wir, mein Ur-Ur-Großvater und ich, sind uns in unserem Naturell sehr ähnlich und ich glaube behaupten zu können, dass Gustav Jaeger mit dem Beispiel des Militärs nur Eines wirklich wichtig gewesen war: Er erkannte, dass das spezifische Gewicht des Menschen, also das Level der Verwässerung, gemessen werde konnte und die gemessenen Werte maßgebend zur Beurteilung des Gesundheitszustandes herangezogen werden konnte/kann. Nirgends fand er eine so gute Möglichkeit, diese Messungen in Männergruppen, die eben beim Militär vorgefunden wurden, für seine wissenschaftlichen Untersuchungen zu verwenden, um nachzuweisen, dass sportliche Betätigung, tägliches "in Schweiß laufen" den Körper abhärtet, im Sinne von entwässert, aber dies nur in entsprechender Wollkleidung. Er verglich die Nervenzeit mit Messungen beim Tragen von Pflanzenfaserkleidung und Tierfaserkleidung und kam zu dem Schluss, dass die wasserhaltige Pflanzenfaser schlechte Gerüche aufspeichert undfesthält, während die fetthalten Tierfasern vermehrt die gute Gerüche des Menschen aufspeichern. Ein Unterschied in den Messergebnissen fand sich ebenso noch bei getragener und ungetragener Wolle ... Man kann das Thema "Verwässerung" mit einem Stück Fleisch vergleichen, das abgehangen ist. Wenn dies nicht der Fall ist, so weiß die Hausfrau/-mann, dass das Fleisch im Topf schrumpft und man sich wundert wo der Braten abgeblieben ist. Hier könnte man mit der Tierhaltung vom Hunderstens ins Tausendste kommen, den das feste Fleisch von Tieren, welche sich auf Weiden bewegen können (Jaegers Militarismus, ist wesentlich gesünder als das verwässerte und verdammt giftige Fleisch von Tiern, welche nur stehen oder liegen können!
Hier möchte ich gleich einen weiteren Schwachsinn unserer Zeit anführen. Ein Kind das sich heutzutage durch seinen gesunden Impuls bewegen möchte wird gerne mit Medikamenten ruhig gestellt und als "hyperaktiv" tituliert. Insofern wird es später noch mannigfaltige MÖglichkeiten unsrer Nachfahren geben, welche über uns zu Recht ihr Donnnerwetter loslassen werden.
Aus politischen Belangen hielt sich Jaeger weitgehend heraus. Ich bin im Besitz viel Materials, u. a. 43 Bücher von Jaeger. Nirgends konnte ich in dieser Hinsicht etwas finden! Im Gegenteil, er hat sich hier nicht festnageln lassen, wie er das sowieso von niemand machen ließ. Meinungen Anderer waren ihm so egal wie sonst was!
Dass Jaeger sich umgebracht hat glaube ich persönlich nicht. Weit näher liegt, wie ich in einem alten Brief selbst gelesen habe, dass seine zweite Frau Helene vedächtigt wurde nachgeholfen zu haben. Ob mit Absicht oder als Unfall wird ewig ein Rätsel bleiben. Tatsache ist, dass einen Tag vor seinem Tod das Testament gemacht wurde und Helene nicht als Erbin bedacht wurde, sondern legiglich eine Rente bekam und das Wohnrecht in der Villa. Das ist aber eine reine Spekulation meinerseits.
Zu diesem Zeitpunkt schrieb Jaeger seine Autobiografie und kein Autor der Welt, und schon gleich garnicht Jaeger, würde mittendrin aufhören und sich auch noch vom Balkon stürzen! NIEMALS!
Ich finde das außerordentlich schade, dass die Autobiografie an jenem Tag unterbrochen wurde. Den bestehenden Teil habe ich in meinen Roman einfließen lassen ... der gerade fertig wurde.
Eine weitere Tatsache ist, dass die Ur-Ur-Großmutter Gustav Jaegers Regina Catharina Martini hieß und in zweiter Ehe mit Patrick Süskinds Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Großvater, Christoph Ludwig Sueskind, verheiratet war.
Wer die Textgegenüberstellungen von "Das Parfum" und Jaegers Hauptwerk "Die Entdeckung der Seele" (Seele, Sanskrit, schuschma=IchDuft) gerne haben möchte, der kann sie per E-Mail bei mir anfordern. Ich sende diese gerne kostenlos als pdf.Datei zu. (info@anthropine.eu)
Einen Teil der sehr außergewöhnlichen Geschichte findet sich auf meiner Webseite hier: www.anthropine.eu - Menü "Selma Gienger" - Untermenü "Wie ich die Anthropine fand". Der Rest, die Enthüllung um Süskinds Parfum und Jaegers Anthropine wird in meinem Roman zu lesen sein.
Ich grüße alle recht herzlich! Für weitere Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!
Selma Gienger
Hallo Michael,
ich finde die bezeichneten Forschungen hochinteressant und beachtlich. Ich versuche im Übrigen mit mehreren Brillen zu schauen.
Aber ein Sklett ist für mich ein Sklett. Da ist nichts abzuurteilen und zu richten, davon abgesehen sicher auch nichts von einem Sklett wahrnehmbar. Jedenfalls weiß ich nichts Gegenteiliges. Und du bist du, kein anderer. Bitte Sache und Glaubensvorsstellungen nicht verwechseln.
Ich habe davon abgesehen ungewollt keine Nachfahren. Zu meinen weiblichen Vorfahren ist nur Kinderzahl überliefert.
Zu Männern wesentlich mehr. Manches liegt vielleicht doch in der Natur der Sache.
Shalom
Normalerweise äußere ich mich nicht zum Thema Religion. Aber einen Einwurf kann ich jetzt doch nicht unterdrücken. Er bezieht sich auf den Spektrumartikel, der die Grundlage Ihres Beitrags ist.
So interessant das Christentum (oder andere Religionen) als Gegenstand der Forschung sind, trägt meines Erachtens diese Forschung nicht zur "Versöhnung des Glaubens mit der Wissenschaft" bei, wie oft suggeriert. Denn die Anwendung der Evolutionstheorie auf Religionen mag die Ursachen der Ausbreitung einiger von ihnen erklären - über den Wahrheitsgehalt dieser sagt sie gar nichts.
Ich denke, dass die Autoren solcher Artikel wie oben genannten dies auch sehr genau wissen – aber dann sind Aussagen wie: „Er hat Christen einen Weg aufgezeigt, ihren Glauben mit der Evolutionslehre zu vereinbaren“ schlicht unredlich.
@Gregor, Innere Stimme hat jeder mit Überich. Wer weiß da noch immer das Ursächlichste? Es deutet sie nicht jeder gleichermaßen. Kampf ums Dasein, natürliche Auslese, ist in der Religion eher geglaubte unbeweisbare Auserwählung durch Überirdischen. Ich kann es nicht wissen, aber von einem frommen Protestant (1832 - 1917) ist das anzunehmen. Seiner Forschungsarbeit tut es keinen Abbruch.
An Gottes Auslese war geschichtlich betrachtet einiges an Unnatürlichkeit.
Mit Überprüfung, vor Zeit der Schrift, sieht es schwierig, im Hinblick Religionsforschung, aus. Da sind sich Wissenschaftler auch nicht einig.
Vielleicht entscheidet Interessenlage.
Shalom
Nicht dass mein Kommentar falsch verstanden wird. Ich finde die Forschung über die "Natur des Glaubens" super interessant. Nur deren Missbrauch zur Belegung/Widerlegung der Glaubensinhalte finde ich bedenklich.
Und dies gilt für die "Bauernfängerei" auf beiden Seiten. Der Nachweis der natürlichen Entstehung der Religion sagt genau so wenig, das die Glaubensinhalte falsch wären.
Meine Definition für Glauber(ritis)
Glauberitis
- Nichtkennen, Wunder, Fürwahrhalten gegen die Natur, ohne Überprüfungsmöglichkeit und Beweis. Fühlen, Denken, über Hirntod hinaus, Belohnung der erwählten Rechtgläubigen, Bestrafung der Falschgläubigen, ggf. in Verbindung mit Lehre, Dogma, Konservierung mit Kult und Ritual, Rechthaberei.
Glauben
- In Verbindung zu realer Person, Sache, Kennenlernen, Geprüftes für gut befinden, vertrauen, sich aufeinander verlassen, sich lieb haben. Zuwiderhandlung führt zum Glaubens/Vertrauens/Rechtsverlust. Gerechtigkeit ist ausgleichende Korrektur
Zwischen Glauberitis und Glaube sind Nuancen Unterschiede möglich.
- Religare,
„anbinden, festbinden, (wieder) verbinden“ ist für mich auf keinen Fall mit Übernatürlichem verbunden. Ich bin angebunden, verbunden, an das was ist.
Shalom
Glaubensdefinitionen gibt es offensichtlich vielerlei, auch Selbstgestrickte. Dazu jetzt nicht - ich kann das nicht, wie Michael Blume (der in Deidesheim wohl auch zu Recht gerade dafür gelobt wurde) so vielerlei Spielbälle aufnehmen...
@Gregor:
"Denn die Anwendung der Evolutionstheorie auf Religionen mag die Ursachen der Ausbreitung einiger von ihnen erklären - über den Wahrheitsgehalt dieser sagt sie gar nichts."
Das hat Michael B hier schon öfters betont und würden hier wohl die meisten unterschreiben.
Eine andere und doch damit verwandte Sache ist: Es liegt doch recht nahe, wenn etwas sich als Erfolgsmodell behauptet, dessen Wahrheitsgehalt nicht mehr so scharf zu durchleuchten.
Das ist bei allen möglichen politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen so; und eben auch in Bezug auf Religion(szugehörigkeit). Das ist nicht nur gut.
Und deshalb finde ich, dass man sich durch Ihren Einwurf an etwas erinnern lassen sollte, das nicht einfach verdrängt werden darf: Bauernfängerei ist nicht gerade das Wahre...
Ihr letzter Satz:
"Der Nachweis der natürlichen Entstehung der Religion sagt genau so wenig, das die Glaubensinhalte falsch wären".
Dazu möchte ich hier anfügen:
Ein erkenntnisleitendes Interesse gibt es auch bei mir:
Ich vermute, dass zwar durchaus - entgegen dem Selbstverständnis der Religion(en)- mit einer natürlichen Entstehung dieser Kulturerscheinungen zu rechnen ist . Dass es aber gut wäre für die Religionsvertreter, sie würden das in der Richtung positiv aufnehmen; denn so könnten sie dem Einwand, Religion sei etwas Abgehobenes, Weltfernes... viel besser begegnen. Mir ist wichtig: Religion ist eine sehr menschengemäße Denk- und Verhaltensweise. Und so verstehe ich auch den Ansatz Gustav Jägers. Dieser Zeitgenosse Darwins wollte doch ihn positiv aufnehmen und dabei aufzeigen: Ist gar nicht so falsch, Religion zu haben.
Dass Religion eine menschengemäße Denk- und Verhaltensweise ist - dazu heute erst entdeckt und gelesen:
Born believers: How your brain creates God. Eine gute Zusammenfassung, die auch P.Boyer positiv aufnimmt. Quelle:
http://www.newscientist.com/...;nsref=online-news.
Schluss für heute. Nix im Übermaß.
Basty
Mir ist durchaus vieles an Themen wie Anthropinen, Hömoopathie, Süskind-Parallelene etc. fremd - aber an dem Roman melde ich jetzt schon mal mein Interesse an! Es scheint mir sehr faszinierend zu sein, dass weitgehend "vergessene" Personen der Geschichte wieder wahrgenommen und neu diskutiert werden und ich habe auch ein gewisses Faible für interessante Querdenker wie Jaeger, Wallace, De Chardin usw. Ihr Leben zu entdecken heißt immer auch, die Dinge und die Wissenschaft aus etwas anderen Augen zu betrachten.
Danke für Ihre Beiträge! Im Grundsatz stimmen wir völlig überein, ich betone das in Texten (z.B. auch in Homo religiosus - http://www.chronologs.de/...eist.de/artikel/982255 ) immer wieder: Aus Evolutionsforschung lassen sich nie absolute Wahrheitsaussagen und also auch keine Gotteswiderlegungen oder -beweise ableiten. Religiosität ist evolutiv erfolgreich, das heißt aber weder zwingend gut noch wahr. Das sieht aber auch Wolfgang Achtner auch so, der als Theologe sogar noch etwas kritischer auf das Gebiet schaut als ich.
Den Satz vom "vereinbaren" hatte ich daher so verstanden, dass Jaeger für sich Brücken gebaut hat, die aus heutiger Sicht so nicht haltbar sind (auch das stellt der Text ja klar!), aber Heutige anregen sollten, es ihm nachzutun.
Und das ist ziemlich genau das, was ich mir als Wissenschaftler von Theologen aller Religionen auch wünschen würde: Dass sie sich nicht vor empirischen Wissenschaften verschanzen und diese blockieren, sondern sich mit ihnen auseinandersetzen, mit ihnen ringen und sie deuten. Es freut mich z.B. sehr, dass die katholische Kirche keine Unvereinbarkeit zwischen Glauben und Evolutionstheorie mehr attestiert und ich hätte es für sehr bedauerlich und schädlich gehalten, wenn sie auf Intelligent Design zurück gefallen wäre.
In diesem Sinne habe ich den Satz im Artikel verstanden: Glaubende, fürchtet die Wissenschaft nicht, versucht wissenschaftliche Erkenntnis und Eure religiösen Offenbarung immer wieder auf Vereinbarkeiten abzuklopfen!
Hallo Basty,
Wasser lebt (noch)! Nur nicht in Menchenrechten. Ich bin auf Klärchen Natur-Gallseife,.... umgestiegen. :-)
Amos 5, 24
Shalom
Hallo Michael,
mein Buch "Das Vermächtnis des 7. Parfums" ist jetzt fertig. Eine Leseprobe gibt es auf meiner Webseite. Enthalten in diesem Werk - außer den Hintergründen um "Das Parfum" und die Verwandtschaft zu Patrick Süskind - ist auch die Autobiographie von Gustav Jaeger. Das Werk hat 484 Seiten und enthält 242 Abbildungen, zum größten Teil in Farbe. Kostenlose Rezensionsexemplare gibt es in Digitalform (CD). Einfach per E-Mail anfordern. (Siehe meine Webseite) Ein aktueller Pressetext findet sich auf meinem Profil in www.xing.de.
Liebe Grüße,
Selma