chronologs Natur des Glaubens

Naturwissenschaft Atheismus?

von Michael Blume, 01. August 2008, 14:57

"Muss der 'wahre' Naturwissenschaftler Atheist sein?" - so provokant fragte die katholische Akademie im wunderschönen Kloster Weingarten Ende Juni. Für den bekennend atheistischen Naturalismus sprach Prof. Dr. Bernulf Kanitscheider, für die Evolutionsbiologe Prof. Nico Michiels, aus katholisch-theologischer Sicht Prof. Wolfgang Beinert, als Philosophin Prof. Regine Kather und als Religionswissenschaftler mit Schwerpunkt auf der Evolution der Religiosität sowie eigentlich als Counterpart zu Prof. Kanitscheider (es kam dann ganz anders) war ich geladen. Wer mag: die Beiträge sind als mp3-und-Bildvortrag alle hier abrufbar. Da selber auch eher Leser, habe ich den eigenen Text als pdf auch hier verfügbar gemacht.

Aber gerade weil schon soviel doziert wurde (und die Diskussionen nach den Vorträgen und später bis in die späten Nachstunden andauerten), möchte ich jetzt auch mal einfach schweigen und hören bzw. lesen, was Sie denken. Was meinen Sie? Müssen wahre Naturwissenschaftler Atheisten sein? Oder ist empirische Wissenschaft vielleicht sogar sehr gut mit (welchem?) Theismus vereinbar?

Versprochen: Ich bin jetzt mal einfach eine ganze Weile "ruhig" und einfach gespannt, was Sie denken. Und lasse zum gleichen Thema ein wenig den Fernseher laufen... ;-)

 

 

 

 



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Kommentare

  1. Monika Armand Wissenschaft gleich Bewiesenes?
    15.08.2008 | 15:36

    Tja....offenbar scheint auch das Verständnis darüber, was Wissenschaft ist und leisten kann, weit auseinander zu gehen.

    In der Wissenschaft gibt es ebenso viele Fragen wie Antworten. Letzte Beweise gibt es vielleicht in den "harten" Bereichen der Naturwissenschaften. Allerdings kämpft man auch dort mit vielen Dingen, welche nur vermutet und unbewiesen im Raume stehen.

    "In der Philosophie beschäftigt sich ein ganzer Zweig (Wissenschaftsphilosophie / Wissenschaftstheorie) mit dem Problem, wie weit "Beweise" der Wissenschaft reichen (können).
    " Ein Entrinnen aus einem Mindestmaß an weltanschaulicher Bindung wissenschaftlicher Erkenntnis scheint unmöglich zu sein. (vgl. Rorty, Richard, (1988), Solidarität oder Objektivität- Drei philosophische Essays, Reclam Verlag, Stuttgart)Die Wissenschaftstheorie als eigene Disziplin versucht dieses Problem theoretisch zu reflektieren. Der Anspruch des Rationalismus, Wissen durch einen klaren Beweis sichern zu können, endet im sog. „Münchhausen-Trilemma“ (Albert,Hans (1987) Kritik der reinen Erkenntnislehre, Mohr Verlag, Tübingen)." (siehe: Forschung

  2. 15.08.2008 | 19:30

    Und das ist ja gerade das schöne an der Wissenschaft. Sie gibt offen zu, nicht alles zu wissen und verbessert sich stetig. Jede wissenschaftliche Erkenntnis ist doch eigentlich mit dem Prädikat versehen; "Nach heutigem Stand der Forschung..."

    Religionen hingegen machen Behauptungen über alles und haben den Anspruch auch in allen Bereichen umfassende Weisheit parat zu haben. Das diese allerdings keinerlei empirischer Grundlage folgen stört den Gläubigen wenig.
    Gut, hin und wieder zieht der Papst sich still in sein Kämmerlein zurück und kommt mit einer Umwälzung bisheriger Glaubenssätze (z.B. Es gibt jetzt keine Vorhölle mehr oder Kinder die vor der Taufe sterben kommen in den Limbus), aber wie wichtig und sinnvoll solche Dinge sind lasse ich einfach mal dahingestellt.

  3. Noah K. Aufgegriffen: Sinnfrage
    17.08.2008 | 13:02

    "... aber wie ... sinnvoll solche Dinge sind ..." (Pascal Söpper)

    Wenn man - was wohl nicht abwegig ist - davon ausgeht, dass "Sinn" eine rein menschliche Denkstruktur ist, welche im Laufe der Evolution entstanden ist, "Sinn" also nur im und für den Menschen - nicht aber "objektiv" - existent ist, stellen sich dann manche Fragen nicht anders?

  4. Michael Blume @ Pascal Söpper
    17.08.2008 | 20:52

    Herzlich willkommen in den Scilogs!

    Sie schrieben:

    'Gut, hin und wieder zieht der Papst sich still in sein Kämmerlein zurück und kommt mit einer Umwälzung bisheriger Glaubenssätze (z.B. Es gibt jetzt keine Vorhölle mehr oder Kinder die vor der Taufe sterben kommen in den Limbus), aber wie wichtig und sinnvoll solche Dinge sind lasse ich einfach mal dahingestellt.'

    Das ist ziemlich genau die Frage, die jeden wissenschaftlich Denkenden bewegen müsste. Wie und warum ist Religiositaet eigentlich in der Evolution des Menschen entstanden? Warum weisen heute alle menschliche Gesellschaften religiöse Institutionen auf? Und was bedeutet es, das sıch religiöse Menschen durchschnittlich erfolgreicher fortpflanzen als Atheisten - also wohl, rein evolutionsbiologisch gesehen, auf der Erfolgsspur sind? ;-)

    Persönlich habe ich nie verstehen können, wie sich vermeintlıch rationale und wissenschaftliche Menschen über Phaenomene lustig machen koennen - die sie (wir) wohl schlicht und ergreifend noch gar nicht umfassend verstehen. Ich halte es für viel Spannender, bislang Unverstandenes empirisch zu erforschen...

    Also: Danke für Ihr Interesse! Es würde mich freuen, wenn auch Sie am Thema mit dran bleiben!

  5. 17.08.2008 | 23:42

    @Noah K.
    Was ist schon Objektivität? Natürlich beurteilen wir Sinn/Unsinn anhand unserer menschlichen (zugegeben eingeschränkten) Sichtweise.
    Allerdings ist auch wenn ein religiöser Mensch sagt wwir könnten Gott nicht beurteilen, weil wir ihn nicht verstehen könenn, genau dies wiederum eine Aussage die aus unserer Sicht der Dinge besteht. Ich bin mir aber nicht ganz sicher ob ich Sie richtig verstanden habe.

    @Michael Blume
    Viele Evolutionsbiologen behaupten das die Religiösität bei der Entwicklung unserer Spezies wohl eine gewisse Rolle gespielt hat.
    Um mich nocheinmal Richard Dawkins (um ihn mal stellvertreten zu nennen) anzuschließen sieht es mittlerweile aber so aus, dass Religionen das menschliche Vorankommen eher behindern. Damit meine ich zum einen die Fortschrittsfeindlichkeit wenn es um neue Erkenntnisse geht (sei es Gentechnik oder Kondome), aber auch die Zerstörung dessen was uns der Fortschritt bisher gebracht hat (damit wären dann religiös motivierte Attentate gemeint).

    Des weiteren sagt ja der Nutzen einer Theorie noch lange nichts darüber aus ob sie wahr ist. Aber wie gesagt würde ich den aktuellen Nutzen stark anzweifeln.

    Wie das mit der Fortpflanzung aussieht, dazu kann ich wenig sagen. Vielleicht ist ja noch einer der Leser hier besser informiert. (Ich könnte allerdings sagen, dass wer keine Kondome benutzen darf, sich auch zahlreicher fortpflanzt)

    Ich gebe zu das ich mich etwas lustig mache und ja, ich kann das Konzept des Glaubens nicht wirklich verstehen.
    Aber ich denke das ist dennoch erlaubt.

    Ich bleibe gerne noch etwas länger dran, auch wenn ich erst zwei Wochen später als die anderen dazugestoßen bin.

  6. Martin Ulrich Gurkensalat besteht aus Gott
    19.08.2008 | 23:52

    tja, ich habe gerade Gurkensalat gegessen, zum Abendbrot. Also Nahrungsaufnahme, was eine natürliche Angelegenheit ist. Überhaupt vieles von mir und uns Menschen ist eine natürliche Angelegenheit. Wir sind ja als Menschen auch so eine Art Tiere. Naja, und die Natur, die Tiere sind Teil eines Ganzen. Die haben sich schon evolutionär entwickelt, wobei ich Evolutionär nun mal noch weiter fassen möchte, und schon mal beim Urknall oder noch früher, am besten noch 3 Urknälle davor, anfange. Das ist mal klar.
    Wir sind auch einige Millionen Jahre als eine Art schlauer Affe umhergehüpft. Nix mit Religion erstmal, nix mit Kultur, Wissenschaft etc.
    Tiere machen auch keine Wissenschaft und religiös sind sie wohl auch nicht.
    Das Problem fing damit an, dass wir irgendwann angefangen haben zu Denken, zu Erkennen, und Bewusstsein zu haben.
    (wie das kam, darauf möchte ich jetzt hier nicht eingehen)
    Dadurch haben wir dann angefangen zu Fragen, Woher kommen wir, was sind wir?
    Was ist das eigentlich, Leben?
    Religion war also ursprünglich mal die Suche des Menschen nach seinen Wurzeln. Also erst, seit wir Denken und Erkennen kam die Religion. Vielleicht auch Träumen von Ganzheit.
    Also wir kommen aus der Natur, aber die Naturgesetze, welche die Wissenschaft erforscht, sind es, die das Leben ermöglicht haben. Leben braucht Gesetze, gewissermaßen.
    Also, ich wiederhole, ursprünglich hat der Mensch mit Religion nach dem Leben gesucht und den Gründen dafür von mir aus. Mit der Denkerei ging alles los.
    Erst die Kirchen haben dann diesen Mechanismus okkupiert, sich zwischen das Individuum und seinen normalen "religiösen" Kontakt zum Ganzen gestellt,und die Macht dieses Vorgangs für ihre Zwecke(Materielles, Macht, was weiß ich) INstrumentalisiert.
    Also wo war ich. Also Tiere sind weder religiös noch atheistisch, die brauchen sowas nicht. Das Leben braucht all diese Dinge nicht.
    Für mich ist wesentlich, dass all diese Dinge, also der Urknall, mein Gurkensalat, der Kosmos, unsere Gedanken, alle in einem Ganzen passieren. Also nennen wir es ruhig Natur.
    Also, das ist schwierig zu verdeutlichen. Wenn vom Urknall bis zu meinem Gurkensalat alle Dinge in diesem Ganzen sind, dann ist das nicht weniger erstaunlich, als wenn ich sage, da gibt es einen personalen Gott, als Schöpferursache von allem.
    Ich will darauf hinaus, stellen wir uns die Sonne vor, im Grunde ist dieser so nahe Himmelskörper schon etwas, was mein Fassungsvermögen irgendwie übersteigt. Wir sind überall umgeben von Dingen, die unser Fassungsvermögen übersteigen. Die Quantenphysiker sagen ja auch, das mit den Teilchen und so, das wird immer verrückter, je weiter man vordringt.
    Ich will damit sagen, wenn wir und alle Dinge in dieser Ganzheit drin sind, dann ist das schon erstaunlich genug! Da brauchts keinen personalen Gott.
    "Gott ist ein Wort, nur ein Wort, um das Ganze, in dem wir leben und aus dem wir sind, zu verstehen".
    Also ich will hier praktisch eine Art Pantheismus predigen, aber keinen sächlichen, sondern einen Lebendigen.
    Da hab ich gerade gestern eine Sendung gesehen über das Schwarze Loch im Zentrum unserer Milchstraße, das dort vermutlich ist, und wenn es da ist, dann hat es 3,6 Millionen Sonnenmassen. Ist das denn etwas, dass der "liebe Gott" gemacht hat?
    Ich finde das schon erstaunlich genug. Ich finde mich selbst, und Menschen überhaupt schon erstaunlich genug. Wenn da jemand herkommt, und sagt: Hey, man nennt mich Natur, ich bin das Zentrum aller Naturgesetze und ich geh jetzt mal los, lass es groß Krachen, in einem Urknall, und danach lass ich ziemlich viele Sterne entstehen und dann auch andere Himmelskörper und okey, es wird ne Weile dauern, aber dann entwickeln sich darin auch Bioformen, (die sich von Gurkensalat ernähren) also, eine solche Natur, wenn ich der einen Namen geben müsste, wie soll man denn die nennen?
    Ich finde "Gott" als Wort für das Ganze schon ein ganz cooles Wort. Natürlich nur, wenn man diese kirchlich-kulturellen Mißbräuche versucht zu ignorieren.
    Gott, als das Ganze also.

    Und da ist nun ein Wissenschaftler, der forscht, und natürlich will er die Geheimnisse des Ganzen lüften. Insofern, sind Wissenschaftler natürlich "Gottsucher". Aber nicht nur das, mit ihren Körper bestehen sie aus Gott, denn ihre Atome gehören zu diesem Ganzen, ebenso wie ihre Gedanken und ihr Appetit auf Gurkensalat.
    Also wir sind in diesem "Gottvater" drin und AUS ihm. (ich benutz das Wort "Gottvater" jetzt mit Absicht, gerade um mich von diesem kirchlichen Gottvater abzugrenzen) ich meine Gottvater als Naturganzes.
    Und das spannende daran, dieses Ganze, also diese Art Gott ist dann LEBENDIG. Es ist ein lebendiges Ganzes, kein jenseitiges Überwesen, kein Alter Mann mit Bart, der außerhalb des Universums sitzt und alles gemacht hat.
    Es ist anmaßend und vielleicht auch blasphemisch Gott so zu personalisieren, als eine Art Schöpfer.
    Wir können doch nicht ein einziges Atom wirklich zu Gänze verstehen, wir können das 3,6 Millionen Sonnenmassen schwere Scharze Loch nicht verstehen. Wir sind selber so eine Art Mikroben, Bakterien, in diesem riesigen Ding, also Teil davon und da wollen wir uns anmaßen, etwas dessen Teil wir sind, (ein ziemlich kleiner Teil) auch noch zu postulieren, da ist jemand, der dieses, was wir nicht mal erahnen können, gemacht hat?
    Wir sollten erstmal die Wunder beglotzen, die schon da sind! Da reicht erstmal für ne Weile.
    Also, alles spielt sich im Ganzen ab, die Gedanken und die Forschung der Wissenschaft. Das Ganze ist viel näher als wir glauben. Es ist alles. Wenn ich die Augen aufmache, sehe ich praktisch nichts außer "Gott". Also Naturwissenschaftler sind denkende Leute, die versuchen "Gott" zu verstehen. Sie haben dabei andere Methoden, als z.B. ein Künstler oder ein Musiker.

    Und die Frage nach der Moral? Wenn man mal postuliert, dass sich die Evolution ja reichlich Mühe gegeben hat, in Jahrmilliarden Leben zu generieren, das heißt, Sinn und Zweck vom ganzen Universum scheint ja zu sein, die Entstehung von Leben und was ihm förderlich ist (jedenfalls mal in groben Zügen) dann kann dieser denkende Wissenschaftmensch natürlich in Bezug auf das Leben richtiger oder falscher handeln. Also was erforschen, was ihm förderlich ist, oder er kann sich ausschließlich auf Leben zerstörendes konzentrieren. Im Grunde hat das Pro-Leben-Handeln aber langfristig immer die überhand. Wenn das nicht so wäre, wäre der Naturwissenschaftler gar nicht da.
    Insofern, vielleicht einfach sagen: Gott=Leben und dann Forschen, was fürs Leben gut ist.
    sag, ich jetzt mal so, als Nichtwissenschaftler und Gurkensalatesser.

    (Übrigens, wenn man vom Urknall bis zum Gurkensalat alles als ein konsistentes Ding auffasst, dann bedeutet das auch: das ganze Universum lebt. (Es gibt keine "tote" Materie.))

    Also: Leben an sich, ist schon klasse und ertaunlich, auch die Natur, da brauch ich keinen Gott außerhalb. (Soweit kann ich eh nicht denken) Aber das Ganze kann ich AHNEN. Das Ganze aber ist Gott und DAS ist das Leben.

  7. WirrLicht gott ist alles?
    20.08.2008 | 08:46

    Also: Leben an sich, ist schon klasse und ertaunlich, auch die Natur, da brauch ich keinen Gott außerhalb. (Soweit kann ich eh nicht denken) Aber das Ganze kann ich AHNEN. Das Ganze aber ist Gott und DAS ist das Leben.

    "das ganze ist gott" ist aber nicht sonderlich christlich. seit wann geht den die christenheit anstatt vom "transzendenten, absoluten" neuerdings vom "immanenten, pantheistischen" aus? dunkelstes heidentum, oder?

    und - ein stein ist teil des "ganzen". dennoch ist er nicht "lebendig" und daher nicht gott. daher ist gott, falls er/sie/es "das leben" ist, nicht alles.

  8. Martin Ulrich Auch ein Stein ist Gott
    20.08.2008 | 12:56

    Hab ich irgendwo eine Verpflichtung unterschrieben mich hier christlich zu äußern?
    Materie, das heißt auch ein Stein, ist im inneren höchst lebendig. Da schwirren ohne Ende bewegliche Teilchen drin rum. Materie ist, wie Lesch immer sagt, "geronnene Energie" und in 1 kg Stein ist unglaublich viel Energie drin, also ist dem equivalent. (ich glaub aus 12 g Uran holt man die Bombenenergie raus)
    Ein Stein gehört also zum "Energiefeld Kosmos", der insgesamt lebendig ist. Denn schließlich hat der uns hervorgebracht.
    WER war es sonst? (doch nicht etwa der liebe Gott?)
    Das ist ja gerade, was ich meine, unsere Existenz an sich ist schon enorm. Ein Ganzes, das sowas kann, dafür ist Gott ein guter Name.
    Und wenn man den Gott nicht nach außen verlagert, dann ist er eben schon hier. Das finde ich spannend, dieses: alles ist Gott.
    Und noch mal mit dem Christlich. Jesus konnte diese Kräfte des Ganzen irgendwie fokussieren. Z.B. diese Wunder, die berichtet werden, wie über Wasser gehen z.B., ... angenommen es gäbe nichts, die Welt vor dem Urknall, was ist schwerer, zu sagen, ich bau ein Universum, bis hin zu Lebewesen und Menschen, die sich darin entwickeln, oder die Naturgesetze so ein bisschen komprimieren, dass einer dieser Menschen über Wasser laufen kann?
    Das heißt, das größere Wunder, als über Wasser laufen, das ist schon da, das sind wir selbst!
    Über Wasser laufen ist kein Klacks gegen "Menschen bauen".

    Die Stoffe in dem Stein, die Atome, sind teils die gleichen, aus denen auch wir bestehen. Und es sind die gleichen Gesetze, die die Atome zusammenhalten. Alles gehört zum Ganzen, auch meine Gedanken. Wäre dem nicht so, müsste ich etwas Irrationales außerhalb annehmen.

    Noch zur Erklärung:
    Es gibt allerdings Wesen im Kosmos, die sind körperlos und die haben eine ziemlich weite, universelle, gottähnliche oder sogar -gleiche Perspektive und die gefallen sich auch noch uns immer mal was davon abzugeben. Die nennt man Seelen und die wohnen auch im Stein - oder im Wasser - und im Schwarzen Loch.

    Gruß erstmal :-)

  9. Michael Blume @ Pascal Söpper
    20.08.2008 | 16:00

    "Ich gebe zu das ich mich etwas lustig mache und ja, ich kann das Konzept des Glaubens nicht wirklich verstehen.
    Aber ich denke das ist dennoch erlaubt."

    Das ist selbstverständlich erlaubt. Ich gebe zu, ja auch bisweilen über die Widersprüchlichkeit von uns Menschen zu schmunzeln: Dass z.B. gerade viele derjenigen von uns, die sich für besonders rational und wissenschaftlich halten, ausgerechnet im Hinblick auf das interessante Phänomen Religion statt auf empirische Daten in die Polemik übergehen. Dawkins ist ein schönes Beispiel, seine Religionspolemik ist exquisit, Daten, Studien, Experimente hat er praktisch nicht zu bieten. Aber erfreulicherweise entwickelt sich die Evolutionsforschung zur Religion derzeit dynamisch weiter, dieser Blog hier berichtet daraus.

    Sie finden hier z.B. Daten zu Religion und Fortpflanzung
    http://www.wissenslogs.de/...emografischer-fanpost

    oder Studien zur Funktion kostspieliger Rituale
    http://www.wissenslogs.de/...ostet-ist-nichts-wert

    auch genetische Studien
    http://www.wissenslogs.de/...der-verhaltensgenetik

    und psychologische Experimente zum Gottesglauben
    http://www.wissenslogs.de/...-28/gott-im-kopf-wozu

    (Übrigens jeweils von unterschiedlichen, unabhängigen Forschern.)

    Wie gesagt freut es mich sehr, dass Sie hier dazu gestossen sind - und, ja, Humor, Debatten, Ironie etc. sind hochwillkommen! :-)

    Herzliche Grüße

    Ihr Michael Blume

  10. Helmut Pedarnig Atheismus
    13.10.2008 | 00:37

    Die Frage kann ein Naturwissenschaftler Atheist sein ist leicht zu beantworten, fragen sie den Papst ob ein Affe Atheist sein kann, er wirt die Frage mit nein beantworten, somit währe diese Frage beantwortet den alle Menschen sind Affen. ( wie auch der Papst u. Atheist )

  11. Michael Blume @ Helmut Pedarnig
    14.10.2008 | 14:28

    Interessante Argumentation, danke! Bisher kannte ich das nur umgekehrt: In einigen religiösen Traditionen wird aus der Glaubensfähigkeit vieler Menschen gefolgert, dass auch Tiere religiös seien.

    Darwin selbst argumentierte differenzierter: Er sah bei Tieren (z.B. seinem Hund, der einen scheinbar belebten Schirm anbellte) Anlagen zu Religiosität, die sich aber erst beim Menschen biologisch entfaltet hätten.

    Aber lassen Sie uns den Vergleich vertiefen: Argumentieren Affen eigentlich auch über das Internet? Nein. Aber wir tun es. Daraus würde ich nicht schließen, dass wir oder das Internet nicht existieren - sondern schlicht, dass einige Primatenlinien (darunter unsere eigene) im Evolutionsprozess möglicherweise erstaunliche Fähigkeiten erworben haben. Und was die Neandertaler und uns Sapiens angeht, gehört auch rituell-religiöses Verhalten dazu. Bis zum Internet haben aber nur wir es geschafft - soweit wir wissen! ;-)

  12. Jörg Djuren NaturwissenschaftsReligion
    11.12.2008 | 11:12

    Für mich geht das meiste, was in diesem Kontext diskutiert wird am Kern vorbei. Rationalität ist nur dann nicht umfassend, wenn ich sie auf die verkürzte Rationalität der Naturwissenschaften reduziere. Dann bedarf sie allerdings einer religiösen Ergänzungslogig. Insofern ist der Spiritismus vieler PhysikerInnen nicht verwunderlich.

    Ich halte die heutigen Naturwissenschaften für hochgradig antirational und antiaufklärerisch. Das Problem liegt für mich darin, daß die NaturwissenschaftlerInnen es verabsäumen die gesellschaftlichen Bedingungen der Wissensproduktion und ihre Einflüsse auch auf die Theorieentwicklung zu hinterfragen.

    Wie weit finden sich z.B. parallele Denkansätze in der Theoretischen Physik und im postmodernen Kapitalismus? Und wie weit bedingen sich diese?

    Wie weit ist die Theorie schwarzer Löcher durch Mytologie und Geschlechtsstereotype mit geformt (Vagina Dentata / Weltenabgrund in den die 'Seefahrer' stürzen)?

    Solche Fragen müßten geklärt werden. Das heißt die Geistes- und sozialwissenschaftliche Rationalität ist gefragt. Bei den Debatten, die zur Zeit geführt werden handelt es sich um den Streit von Scholastikern, der nicht weiter führt.

    Siehe dazu: http://www.ak-anna.org/...issenschaften_kritik.htm

  13. Martin Ulrich bescheidene Versuche
    24.12.2008 | 00:19

    Jedes Nachdenken ist immer Reduktion des lebendigen Ganzen.

  14. Amber Fragestellung
    06.04.2009 | 09:25

    Erübrigt sich diese Frage nicht angesichts von Aussagen, wie beispielsweise die von Einstein:"Gott würfelt nicht."!?

  15. Michael Blume @ Amber: Wie meinen?
    06.04.2009 | 09:34

    Liebe(r) Amber,

    danke für die Einschätzung. Da die Debatten munter am Laufen sind, würde mich interessieren, inwiefern Sie durch das Einstein-Zitat die Frage(n) als beantwortet betrachten?

    Herzliche Grüße!

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