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Persönliche Religiosität im Kontext - Der Religionsmonitor

von Michael Blume, 14. August 2009, 06:58

Immer wieder kommt es vor, dass Kommentatoren in "Natur des Glaubens" auch über ihre (oder meine) persönliche Religiosität diskutieren wollen. Das fühlt sich dann bisweilen so an, als frage man einen Musikwissenschaftler, welche Musik denn nun die Beste sei: Eine berechtigte Frage, auf die es aber keine letztgültige, wissenschaftliche Antwort, sondern stets nur persönliche Urteile geben kann. Was also tun?

Eine neue Web 2.0-Möglichkeit, das eigene Erleben auch in den wissenschaftlich-empirischen Kontext zu stellen, ist der internationale Religionsmonitor. Diese Studie wird von der privaten Bertelsmann-Stiftung finanziert und erhebt standardisierte Befragungen zur individuellen Religiosität in immer mehr Ländern der Erde.

Die Ergebnisse werden (per Publikationen und Internet) sowohl Fachleuten wie Öffentlichkeit zugänglich gemacht und entsprechend kontrovers diskutiert. Da ich an einer Auswertung einer Religionsmonitor-Befragung unter Muslimen in Deutschland (pdf) mitwirkte, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Die Stiftung nimmt keinen Einfluss auf die wissenschaftlichen Auswertungen, sondern lässt eine offene Debatte ausdrücklich zu. Entsprechend greifen immer mehr von uns auf die Datensätze zu und arbeiten damit (ich überprüfe z.B. gerade, wie das Verhältnis ermutigender zu strafandrohender Erfahrungen unter Gläubigen verschiedener Religionskulturen ist). Zumal auch Langzeituntersuchungen geplant sind, dürfen wir von dieser privat finanzierten Studie für die (religions-)wissenschaftliche Zukunft Spannendes erwarten!

Web 2.0 - Beteiligungsmöglichkeit & Religiositätsprofil

Eine weitere Möglichkeit ist, sich - anonym - durch die Teilnahme an der Religionsmonitor-Befragung ein persönliches Religiositätsprofil erstellen zu können, das den Einzelbefund im Verhältnis zum jeweiligen Landesprofil stellt. Es sind sogar Gruppenumfragen möglich - und ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken, ggf. mal eine von "Natur des Glaubens" her zu organisieren. Bestünde daran Interesse?

Auf jeden Fall ist die Sache sehr interessant und ausdrücklich empfohlen!

Befragung und individuelles Religiositätsprofil lassen sich erstellen

- in deutscher Sprache (-> Religionsmonitor)

- in englischer Sprache (-> Religion Monitor)

- in türkischer Sprache (-> Din Monitörü)

- in spanischer Sprache (-> Monitoreo Religioso)
 
Und gerne stelle ich diese Kommentarspalte hier für Diskussionen rund um Religiositätsprofile zur Verfügung!





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Kommentare

  1. Michael Blume @ Kamenin: Ach so!
    21.08.2009 | 17:06

    Lieber Sven,

    zunächst finde ich es völlig richtig, dass der "Religionsmonitor" (!) auch respektiert, wenn Befragte für sich jede Religiosität und Spiritualität ausschließen. Zwar finden wir auch bei Nichtreligiösen natürlich religioides Verhalten, aber eine Befragungsstudie sollte m.E. das Selbstverständnis der Befragten auch berücksichtigen.

    Im Sprachgebrauch entwickelt sich dann aber natürlich ein feiner Unterschied, der wohl auch zu Deinen Einwänden beigetragen hat. Wenn der Religionsmonitor oder die BMI-Studie von "säkularen" Muslimen, Christen, Juden, Hindus etc. schreiben, so sind damit natürlich dennoch Menschen gemeint, die eine (wenn auch vielleicht untergeordnete) Beziehung zu ihrer Religionszugehörigkeit bejahen (beim Religionsmonitor "wenig religiös"), wogegen Du als säkular wohl entschiedende Nichtreligiosität und Konfessionslosigkeit verstehst.

    Können auch Säkulare nach Deinem Verständnis Teil eines interreligiösen Dialoges sein? M.E. - wenn sie wollen - schon. Denn natürlich vertreten z.B. auch atheistische Humanisten, Kommunisten, Nationalisten usw. Axiome, die sich wissenschaftlich nicht verifizieren lassen, die sie sich vielleicht nicht einmal bewusst machen. Warum sollte ein wechselseitiges, lernendes Gespräch darüber also unmöglich sein?

    Summa Summarum: Der Religionsmonitor erforscht verschiedenste (tief religiöse bis säkulare) Ausprägungen von Religiosität - und es ist m.E. ein sehr erfreulicher Befund, dass sich offenkundig Toleranz erringen lässt, auch ohne religiöse Substanz aufgeben zu müssen. Umgekehrt ist die Aufgabe religiöser Substanz nicht immer mit Toleranzgewinnen verbunden. Allzu einfache Klischees werden hier widerlegt.

    Und ich halte diese Befunde, gerade auch international, für weit mehr als Spiegelfechterei. Die Diskussionen, die wir in Europa inzwischen gelassen führen können, haben andernorts existentielle Qualität. So nutze ich die Gelegenheit, hier auf das Schicksal von Mohammed Ali Abtahi hinzuweisen, einer der Vorkämpfer des interreligiösen Dialoges im Iran:
    http://de.qantara.de/...hp?wc_c=469&wc_id=1088

    Gerade der Widerstand von Demokraten und Geistlichen gegen ein Regime aus Geistlichen und Nationalisten ist m.E. ein gutes Beispiel dafür, dass allzu einfache Zuschreibungen der Realität nicht gerecht werden.

    Herzliche Grüße!

  2. Klaus Deistung Religions-Wissenschaft-Dialog
    21.08.2009 | 18:06

    @ Basty Castellio
    Königskinder – ein noch allgemein bekanntes Lied, natürlich sind auch andere Varianten möglich. Aber beide Bereiche stellten sich für mich mehr als weniger dem Anderen gegenüber „zurückhaltend“ dar. Eins von mehreren Beispielen zum Spektrum der Wissenschaft Verlag habe ich ja angegeben. Die Uni Essen habe ich zum Enuma Elisch angeschrieben – keine Diskussion. Der Sumerologe Prof. S. N. Kramer schrieb schon 1956 das Buch: Die Geschichte beginnt mit Sumer - das scheint keiner zu kennen. HIER IST ALSO MEHR ALS GEGENWIND!
    Wir bedauern (scheinheilig?) den Verlust der Bibliothek aus Alexandria vor knapp 2000 Jahren: „Die Welt könnte anders aussehen, wenn das Wissen der Antike nicht verloren gegangen wäre.“ -
    Dabei ist man sich immer mehr einig, dass sie nicht abbrannte, sondern einfach vom Zahn der Zeit zernagt wurde.
    Wir nehmen aber von dem fast 2000 Jahre älterem Inhalt der sumerischen Keilschriften – mehr als 25.000 Stück von insgesamt mehr als 70.000 - aus der Bibliothek des Königs Assurbanipal aus Ninive kaum naturwissenschaftliche Notiz. Mit den Tafeln der Folgevölker der Sumerer wurden über 100.000 Tafeln nachgewiesen. Davon wurde schon vor 100 Jahren das Gilgamesch Epos veröffentlicht – 12 Tafeln! Und die anderen? Da schweigt man sich offiziell aus! Auch eine Form der Geschichtsbewältigung – oder? Religionsgeschichte und High-Tech-Informationen werden – man kann schon sagen: unterdrückt, verschwiegen...
    Hier gab es von Göttern geflogene Raketen, Flugzeuge/Vimanas (die heißen heute noch so in Hindi) – und die Wissenschaft kommt mit: Ufos entstehen im Hirn:
    http://www.kosmologs.de/...ufos-entstehen-im-hirn. Ich hatte ja auch schon Prof. Linke zitiert. Wir Deutschen scheinen in dieser Hinsicht ein recht unaufgeschlossenes „Volk“ zu sein!

  3. kamenin @ Michael
    21.08.2009 | 20:11

    In der BMI-Studie wird das relativ klar beschrieben: ausschlaggebend war die Selbstidentifikation als Muslim, ob nun kulturell, ethnisch oder religiös definiert. Genau so vielfältig sind ja auch die Gründe für Nichtreligiöse in Minderheitensituationen, sich weiter als Muslim, Jude oder Christ zu bezeichnen (und, im Übrigen, von der Mehrheitsgesellschaft so typisiert zu werden). Eine grundsätzliche Bejahung zur Religionszughörigkeit lag aber gerade nicht vor. Die Nicht-Religiösen in der Studie gaben an, "absolut nicht" gläubig zu sein, nie zu beten und nie eine Moschee zu besuchen. Eine so bezeugte und gelebte Nichtreligiosität bezeichne ich als säkular.

    Klar gibt es bei der Runterbrechung der Gesamtheit auf drei oder vier Kategorien immer das Problem, ganz verschiedene Ansichten zu vermischen. In der BMI-Studie werden an verschiedenen Stellen Nichtreligiöse mit Weniggläubigen zusammengefasst, deren Religiosität zu wenig ausgeprägt ist, sie in einer der Religionskategorien (fundamental, traditionell, orthodox) zu verorten. Das ändert aber natürlich nichts an den statistischen Effekten dadurch, dass in der Gruppe auch in jedem Sinne Nichtreligiöse antworten.

    Auch der Religionsmonitor erfasst, soweit ich ihn verstanden habe, sehr wohl Nichtreligiöse (nennt sie auch so, nicht "wenig religiös"): von entschieden bis uninteressiert Religionslosen. Die Gruppe der Konfessionslosen wird dabei mit auf religöses Verhalten untersucht (spirituelles Selbstbild, esoterische Religionsformen, etc., sogar Meditation, was ich als Religiositätskriterium für stark hinterfragbar halte). Krech nennt die übrigbleibenden Nichtreligiösen an einer Stelle Menschen, die mit Religion nichts anfangen können. Selbst wenn die Kategorie "nicht-religiös" dann vielleicht durchaus auch Menschen umfasst, die man besser als wenig-religiös beschreiben müsste (wird nicht näher drauf eingegangen, aber mal angenommen), sind die Atheisten und Säkularisierten immer noch in der Gruppe vertreten. Zurecht übrigens, es ist schließlich ein Religionsmonitor, kein Religiösenmonitor,wie auch ein Studie über Lese-/Schreibkompetenz Analphabetismus nicht herauslässt.

    Daher sehe ich da nicht, dass die Studien nur Menschen umfassen, die ihre Religionszugehörigkeit zumindest grundsätzlich bejahen, und vielleicht ist es ja auch nur das Missverständnis, warum Du meinst, dass den Fragen zum wahren Kern von (anderen) Religionen eigentlich jeder zustimmen können müsste.

    Noch ein letzter Punkt, warum man die Kriterien, die im Religionsmonitor zur Bestimmung religiöser Exklusivität herangezogen werden, nicht einfach mit Toleranzkriterien gleichsetzen sollte. Eine Frage ist zum Beispiel, ob nur Mitglieder der eigenen Religion "zum Heil" gelangen. Aus der BMI-Studie wissen wir aber auch, dass 20% der Muslime (4 mal mehr als "absolut nicht gläubig", damit also auch viele Gläubige) "gar nicht" zustimmen, dass ein Leben als "rechtschaffender Muslim" zu einem Weiterleben nach dem Tod im Paradies führt.
    Jetzt kann man natürlich die Frage mit "zum Heil gelangen" ganz verschieden verstehen, und vielleicht drückt sich in der BMI-Studie auch ein unbestimmter Teil Skepsis gegen propagierte Paradies-Bilder aus. Ich will nur sagen, dass in einer Interview-Situation, die keine philosophische Diskussion ist, eine solche Frage schon semantisch unverständlich sein kann, wenn ich die der Frage implizite Grundannahme nicht teile.
    Darum kann man noch Ableitungen treffen, welchen Effekt solche Einstellungen haben: geringe/hohe religiöse Exklusivität. Aber aus den Antworten ohne weitergehende Information auch noch die Motivation des Antwortenden abzuleiten (geringe/hohe Toleranz) ist außer in sehr pauschaler Form kaum noch möglich. Das wird aus Mittelwerten allein kaum zu machen sein.

    Können auch Säkulare nach Deinem Verständnis Teil eines interreligiösen Dialoges sein?

    Offensichtlich soll man miteinander reden, tun wir ja auch. Ich würde es allerdings als kulturellen Dialog bezeichnen, das ist er schließlich, wenn nicht alle Teilnehmer religiös sind (und man nicht eine Seite als normgebend für die Diskurssituation hervorheben will ;)

    Es sei denn Du wolltest sagen, dass Humanismus ob seiner wissenschaftlichen Nichtverifizierbarkeit auch Religion sei. Ist er nicht, nach Deiner eigenen Definition, da er gerade keine den Menschen übergestellte Wesenheit annimmt, schon gar keine übernatürliche, und auch selbst keine darstellt. Anders als in einigen kommunistischen oder nationalistischen Denksystemen. (Er ist außerdem nicht verifizierbar, weil er nicht "wahr" ist. Man braucht keine metaphysische Auslegung des Humanismus, um nach seinen Prinzipien zu leben.)

  4. kamenin @ Basty
    21.08.2009 | 20:24

    Dem Schmidt-Salomon-Zitat stimme ich ausdrücklich zu. Natürlich umfasst Religion viele wertvolle Elemente, zum Teil hat sie die entwickelt (wie sollte eine jahrtausendelange kulturelle Beschäftigung es auch schaffen, keine wertvollen Elemente hervorzubringen); zum Teil hat sie die übernommen; zum Teil hat sie sich die auch angeeignet, sodass uns manches heute als religiös empfundene auch schon lange vor der Religion da war. Aus dem Grund bin ich auch überzeugt, dass es in der Bewertung strikter Trennung zwischen Ritual und Religiosität bedarf und kann mit Begriffen wie Zivilreligion weniger was anfangen.

    Im möchte an der Stelle keine theologischen Diskussionen führen, aber aus "wertvollen Elementen" einen "wahren Kern" abzuleiten, halte ich für gewagt, im Kontext einer Telefonumfrage sowieso. Am Ende kommen wir noch zur Religion, deren Kern selbst nicht mehr religiös formuliert werden kann, sondern nur noch aus auch anderweitig lebbaren und die Religion nicht bedürfenden Nebenelementen besteht.

    Nur ein Gedanke.

  5. kamenin @ Michael
    22.08.2009 | 09:43

    Mir ist so, als hätte ich Deinen letzten Kommentar vielleicht missverstanden und als würde mein letzter Kommentar dann vielleicht eher noch an der Missverständnis-Schraube weiterdrehen.

    Wenn der Religionsmonitor oder die BMI-Studie von "säkularen" Muslimen, Christen, Juden, Hindus etc. schreiben, so sind damit natürlich dennoch Menschen gemeint,...

    Das Verwirrende ist, dass BMI und Religionsmonitor das Wort Säkulare ja überhaupt nicht verwenden, sondern die Religiosität als eben solche mit Abstufungen bis zur Verneinung beschreiben. Wenn Du aber meintest, dass Du mit Säkularen etwas anderes meintest als die in den Studien auftretenden nichtreligiösen und religionslosen Muslime, dann verstehe ich zumindest, was Du meintest.

    Um es kurz zu machen: einer Aussage, dass es auch unter Hochreligiösen tolerante, nichtexklusive Einstellungen gibt, können wir sicher beide zustimmen. Die ursprüngliche Formulierung, die als häufig toleranter zu kennzeichnen als andere Gruppen, die in beiden Studien durchschnittlich tolerantere Einstellungen bekunden, halte ich dagegen immer noch für ziemlich unglücklich.

    Beste Grüße,
    k.

  6. Michael Blume @ Kamenin: Genau!
    22.08.2009 | 10:35

    Lieber Sven,

    ja, jetzt kommen wir uns da wohl im Verständnis näher! Bei der Gegenüberstellung religiös - säkular haben wir es natürlich mit einer kaum trennscharf abgrenzbaren Bandbreite zu tun, die auch im Leben des Einzelnen immer wieder fluktuiert. Das Schmunzeln bei Wortschöpfungen wie "religionsloser Muslim" ist da natürlich angebracht, weil damit natürlich diese Widersprüchlichkeiten auf den Punkt gebracht werden - lebensweltliche Bezüge auf Traditionen, die gleichzeitig in unterschiedlichem Ausmaß abgelehnt werden. Eine Studie an Juden in den USA hat diese internen Aushandlungsprozesse als "Belonging without Believing" beschrieben, mit dem Untertitel "Jews and their Distinctive Patterns of Religiosity – and Secularity":
    http://www.jewishdatabank.org/...ng_Cohen_2008.pdf

    Generell kann man zwei Differenzierungen vornehmen, die Du in Deiner Argumentation auch beide verwendest: religionslos - religiös oder säkular - religiös. Was mich an der ersten Variante etwas stört, ist, dass sie eine reine Fehlanzeige darstellt - dem "religionslosen Muslim" (Christ, Hindu, Jude etc.) wird ein Mangel attestiert. Im Begriff "säkularer Muslim" (Christ, Hindu, Jude etc.) wird dagegen m.E. stärker deutlich, dass ja nicht einfach etwas weggefallen ist, sondern auch eine Hinwendung erfolgte: Zu den weniger religiös geprägten, säkularen Kulturen der Umgebung, Großstadt, Parteien etc. Wie man diese bewertet, ist ja wieder eine andere Frage - aber man sollte ihre Existenz nicht einfach ausblenden. So erforsche ich ja vor allem die demografischen Unterschiede zwischen religiös und säkular lebenden Menschen - und deren Entscheidungen für oder gegen Familie, Kinder etc. finden nie in luftleerem Raum, sondern immer in unterschiedlich religiös oder säkular geprägten, kulturellen Kontexten statt. Ein "religionsloser Muslim" lebt ja nicht weniger, sondern anders (und mit durchschnittlich weniger Kindern als sein betender Nachbar.) Der Religionsmonitor erforscht Ausprägungen von Religiosität und ich finde es gut, dass er dabei die Selbstbeschreibung und Selbstbescheidung der Menschen je achtet.

    Der interreligiöse Dialog ist eine religiöse Tätigkeit - an der sich (wie an anderen religiösen Tätigkeiten auch) durchaus auch Nichtreligiöse beteiligen "können" (nicht: müssen). Und er kann offenkundig auch innerreligiöse Quellen der gegenseitigen Akzeptanz erschließen, wie hier diskutiert wurde und die Religionsmonitor-Daten u.a. nahelegen. Und das ist doch ein interessanter, ggf. auch ermutigender Befund!

    Beste Grüße!

  7. Michael Blume @ Klaus Deistung: Sumerische Keilschrift
    22.08.2009 | 11:03

    Sinnigerweise gibt es in der o.g. Epoc-Ausgabe einen Artikel (Buchauszug) zur Sumerischen Keilschrift als "Wiege der Schrift" (S. 30 - 37). Da arbeiten ganze, hoch spezialisierte Teams dran, da unterdrückt niemand irgendetwas.

    Dass sich in ägyptischen, chinesischen etc. Texten angeblich Belege für außerirdische Zivilisationen fänden, die von verschwörerischen Wissenschaftlern verschwiegen würden, ist ein immer wieder aufgekochter Topos, der als "Paleo-SETI" bezeichnet wird, aber wissenschaftlicher Prüfung bisher schlicht nicht standgehalten hat. Wie beim Kreationismus und UFO-Glauben (und oft mit ihnen verbunden) handelt es sich um eine Glaubenshaltung, nicht um empirische Wissenschaft. Deswegen die freundlichen Absagen bzw. Nichtantworten von Fachleuten gegenüber entsprechenden Thesen. Einen religionswissenschaftlichen Artikel von Prof. Grünschloss zu Paleo-SETI finden Sie u.a. hier:
    http://archiv.ub.uni-marburg.de/...hloss_2006.html

    Beste Grüße!

  8. Serdar kein Betreff
    22.08.2009 | 17:41

    Sag mal Michael, glaubst du das es UFOs gibt?
    (Ich musste einfach die Frage stellen :-) )

  9. Michael Blume @ Serdar: UFO-Glauben
    22.08.2009 | 20:50

    Lieber Serdar,

    auch auf die Gefahr, schrecklich unromantisch zu klingen - ich gehöre da zu den Skeptikern. M.E. lassen sich die UFO-Phänomene ausreichend als neureligiöses Phänomen beschreiben, habe dazu sogar mal im Journal für Ufo-Forschung (Jufof) publiziert.
    (Artikel hier, pdf)

    http://www.blume-religionswissenschaft.de/...5.pdf

    Wenn die Zeit nur reichen würde, würde ich auch dazu gerne mal ein paar Extra-Blogbeiträge schreiben. So erwarteten z.B. am 14. Oktober 2008 Tausende UFO-Glaubende eine Apokalypse, die dann aber (wieder einmal) ausfiel. War sehr spannend und das Material dazu habe ich noch gar nicht richtig aufarbeiten können. *Seufz*

    Naja, vielleicht schaff ich es ja zum "Jahrestag". Dir vielen Dank für Dein Interesse - und bei der Gelegenheit einen gesegneten Ramadan!

  10. Karl Bednarik Kein UFO
    23.08.2009 | 02:46

    Das war doch gar kein UFO.

    Das war doch nur Romy, die ein Slipstream-Portal nach Tarn Vedra gesucht hat, weil Beka Valentine wieder einmal voll unter Flash steht.

    Wie wir alle wissen, gibt es da einen starken raumzeitlichen Knoten bei Angkor Wat in Kambodscha.

    Das Problem ist nur, wie man ein zwei Kilometer grosses Raumschiff durch einen zwei Meter engen Brunnen hindurch kriegt.

    Weitere Details sind hier zu finden:

    http://www.youtube.com/...ASuE&feature=related

  11. Michael Blume @ Karl Bednarik: UFO-Debatte
    23.08.2009 | 21:25

    Also gut, hier besteht offenbar Nachfrage! Also: Am 14. Oktober 2009 erscheint hier in Natur des Glaubens ein erster Post extra zum Thema UFO-Religionen! Ist nämlich wirklich ein sehr spannendes Forschungsthema! :-)

    Hier möchte ich jedoch jetzt dieses Thema abschneiden, hier ist ja der Diskussionsfaden zu Fragen Persönlicher Religiosität und des Religionsmonitors.

  12. Basty Castellio Schmidt-Salomon-Zitatkamenin-Gedanke
    23.08.2009 | 22:19

    Na, aus "wertvollen Elementen" wollte ich nicht einen "wahren Kern" "ableiten". Das Schmidt-Salomon-Zitat war eher nur ein listiger oder lustiger Einwurf - wirklich zwecks Entspannung: Humanistische Atheisten müssen sich bei Fragen der interreligiösen Toleranz nicht von vorn herein ausgeklammert fühlen. Und es gibt eben da auch solche, die tolerant sein können (wie in diesem Falle MSS) und solche, die es weniger sind. Mehr solche als solche... ;-)
    Es könnte schon auch sein, dass man bei "wertvollen Elementen" von Religionen nicht unbedingt auf "einen wahren Kern" stößt sondern auf (u.U. disparate) Beimengungen - Kern-Stückchen, die zufällig mitgeschwemmt werden. Soooo präzis müssen es die Religiösen, die anderen Religionen einen wahren Kern zugestehen, auch wieder nicht gemeint haben.
    Mir fiel dazu noch ein die Diskussion, die anscheinend Jonathan Haidt ausgelöst hat, unter anderem mit dem Satz: "every longstanding ideology and way of life contains some wisdom, some insights into ways of suppressing selfishness, enhancing cooperation, and ultimately enhancing human flourishing." (http://www.edge.org/.../haidt07/haidt07_index.html)
    Dafür hat er zumindest von Sam Harris und Michael Shermer eine knappe Zustimmung bekommen und viel Hiebe. Siehe http://www.edge.org/discourse/moral_religion.html.
    Mein Englisch ist nicht so, dass ich das bis in die letzte Feinheit verfolgen kann. Interessant finde ich diese Auseinandersetzung dennoch. Und ich hoffe, dass man sich um solcher Sätze (wie den von MSS oder JHaidt) willen nicht nur schlagen muss.

    Wir schlagen uns deswegen wohl nicht :-)
    Wir können's "hoffentlich besser" - in diesem Sinne einen schönen Gruß auf den plakativ bedrohten Balkon in Berlin

    Basty

  13. Klaus Deistung Streitgespräche und Leben im All
    29.08.2009 | 11:06

    In der katholischen Kirche meiner Heimatstadt hielt ein israelischer Prof. einen Vortrag mit anschließender Diskussion. Ein Moslem fragte aggressiv zum Konflikt. Nachdem ich gefragt hatte, wem dieser Streit hier nützt – konnten wir das Thema wechseln.
    Herr Blume schreibt: „... als "Paleo-SETI" bezeichnet wird, aber wissenschaftlicher Prüfung bisher schlicht nicht standgehalten hat.“ Da frage ich mich: „Was wird hier eigentlich gemacht?“ Prof. Lesch stellte fest [ZH]: "Wir leben bedauerlicherweise nicht mehr im Zeitalter der Aufklärung."
    Wenn er weiter sagt [KW]: "...dass die Naturgesetze, die wir kennen, überall im Universum gültig sind..." dann würden diese Thesen dem schon widersprechen. Und diese – natürlich auch: Prof. Kippenhahn stellt zum Leben auf der Erde die Frage [KR]: „Begann es überhaupt auf der Erde?“ - Das ist eine weise Frage. Im Heft „Kontakt“ brachte Dr. Schostak einen Beitrag [SS], in dem es u. a. heißt: „Ufo-Sichtungen gibt es jetzt seit einem halben Jahrhundert...“ Unser Astronaut Walter im RTL Interview [RT]: Die Wissenschaft möge sich doch dem Ufo-Phänomen widmen.
    Ein gutes Jahr später hieß es nur noch [Va]: „Da draußen ist keiner.“ Im gleichen Beitrag Prof. Lesch: „Alles spricht dafür, dass es zurzeit keine kommunikationsbereiten Zivilisationen in unserer Milchstraße gibt.“ Aber die Widersprüche werden noch größer: Grundsätzlich ist er [ZH]: "...davon überzeugt, dass das Leben auf der Erde seinen Anfang genommen hat und nicht anderswo." Weiter heißt es: "Mein persönliches Resümee ist, dass in den Tiefen des Alls auf fernen Planeten zwar jede Menge grüner Schleim vorhanden ist, aber eben kein Leben." Na ja!
    Im Buch Mormon werden auch Geräte aus Gottes Hand beschrieben – wie soll Maroni ohne moderne Technik vor dem Bett von J. Smith schweben können? s. meinen letzten Beitrag vom 05.05.09 in http://www.chronologs.de/...he-usa/page/2#comments
    Im Sinne der geltenden Naturgesetze spricht wieder [KU]: Tausende intelligente Zivilisationen im Weltall. Und wenn man die Keilschriften nicht nur so auswertet wie Prof. Klengel aus dem Pergamon Museum: "Die Entstehung der sumerischen Kultur in Mesopotamien läßt sich heute über die einzelnen Etappen recht gut nachvollziehen, ohne Außerirdische in Anspruch nehmen zu müssen." - dann kommt man auch auf Lehrmeister der Sumerer, die vom Nibiru/Olam/Aten kamen. Das kann man klar bei Prof. S. N. Kramer [KS] seit 1956 nachlesen, modern: www.sitchin.com. Eindeutige Schlussfolgerung: Wir sind nicht allein im All – nicht einmal in unserem Sonnensystem!

    [ZH] Zaun, H.: Professor Dr. Harald Lesch im Gespräch.
    http://www.astronomie.de/...erview/lesch/lesch.htm
    [KW] Koszudowski, St.; Wingerter, Th.: Nachrichten aus dem Kosmos: Interview mit Harald Lesch
    AH 5/2006, S. 29 - 30
    [KR] Kippenhahn, R.: Die Psychologie der Außerirdischen. AH 5/2006, S. 54 – 55
    [SS] Shostak, S.: Der Tag, an dem die Erde stillsteht. AH 5/2006, S. 24 - 28
    [RT] RTL II: Ufo 2000. Reihe, Sendung am 13.02.2000
    [Va] Vaas, R.: Fremde Intelligenzen - Rarität oder Regel? Bild der Wissenschaft, 2/2002, S. 46 – 53
    [KU] Kulke, U.: Tausende intelligente Zivilisationen im Weltall. Welt.de Beitrag vom 17.02.2009
    http://www.welt.de/...vilisationen-im-Weltall.html
    [KS] Kramer, S. N.: Die Geschichte beginnt mit Sumer. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt/M 1959

  14. Michael Blume Mitgemacht
    13.09.2009 | 11:11

    So, jetzt habe ich mal in Ruhe an der Studie teilgenommen und mich auch gleich für die Langzeitauswertung angemeldet. Bin gespannt.

    Und auf Englisch habe ich den Religionsmonitor auch gebloggt:
    http://www.scilogs.eu/...-the-bertelsmann-stiftung

    Wenn jemand ähnlich qualitätsvolle Projekte wie den Bertelsmann Religionsmonitor zur empirischen Erforschung von Religiosität entdeckt, bin ich für Hinweise dankbar!

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