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<title>un/zugeh&amp;ouml;rig</title> 
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	<updated>2010-04-12T13:21:27+02:00</updated> 
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<rights>Copyright (c) sapir</rights> 
  
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-04-12:732</id>
 <title>Cem Özdemir und der Holocaust: Geht beides zusammen?</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/holocaust/2010-04-12/cem-zdemir-und-der-holocaust-geht-beides-zusammen" /> 
  
 <updated>2010-04-12T13:21:27+02:00</updated> 
 <summary type="text"> 
	Als deutscher Staatsb&amp;uuml;rger habe ich die Verantwortung [f&amp;uuml;r den Krieg und den Holocaust] zu &amp;uuml;bernehmen und daraus Schl&amp;uuml;sse zu ziehen, darum ist &amp;quot;nie wieder ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Holocaust 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;blockquote&gt;
	Als deutscher Staatsb&amp;uuml;rger habe ich die Verantwortung [f&amp;uuml;r den Krieg und den Holocaust] zu &amp;uuml;bernehmen und daraus Schl&amp;uuml;sse zu ziehen, darum ist &amp;quot;nie wieder Auschwitz&amp;quot; auch mein Imperativ.
&lt;/blockquote&gt;

&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;
Diese Worte stammen von Cem &amp;Ouml;zdemir. Er hat sie sich in einem &lt;a href=&quot;http://www.haaretz.co.il/hasite/spages/1099022.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Interview&lt;/a&gt; ausgesucht, das er im Juli 2009 der hebr&amp;auml;ischen Tageszeitung &amp;quot;Haaretz&amp;quot; gegeben hat. Ich habe sie selber ins Deutsche &amp;uuml;bersetzt, urspr&amp;uuml;nglich sind sie wohl auf Englisch artikuliert worden; es ist mithin kein genaues Zitat. Doch eines ist bei alledem klar: &amp;quot;Nie wieder Auschwitz&amp;quot;, Joschka Fischers ber&amp;uuml;hmtes Postulat, gelte nach &amp;Ouml;zdemir den B&amp;uuml;rgern der Bundesrepublik &lt;em&gt;als solchen&lt;/em&gt;, es wird ihnen sozusagen gleichzeitig mit dem Pass aufgezwungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Aussage l&amp;auml;dt zum Gr&amp;uuml;beln ein. Zum Beispiel deswegen, weil es die Bundesrepublik, also den Staat, durch den und lediglich dank dessen ein t&amp;uuml;rkischst&amp;auml;mmiger &amp;Ouml;zdemir sich mit der Holocaust-Erfahrung verbunden f&amp;uuml;hlt, damals noch gar nicht gegeben hat. Genauso gut k&amp;ouml;nnte man meinen, israelische Staatsb&amp;uuml;rger h&amp;auml;tten aus dem Holocaust Schl&amp;uuml;sse zu ziehen, ganz egal, ob das Juden sind oder keine.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Israel so wesentlich und gr&amp;uuml;ndlich mit dem Holocaust verbindet, sind einzig und allein: die Juden. Und zwar diejenigen, die aus den betroffenen Regionen, Europa und Nordafrika, stammen. Eng mit dem Holocaust verbunden bleibt Israel nur, weil es sich als j&amp;uuml;discher Staat versteht und solange es von Juden getragen wird. Ein Pal&amp;auml;stinenser mit einem israelischen Pass unterscheidet sich in diesem Punkt - sowohl zum Guten als auch zum Schlechten - kaum von seinem pal&amp;auml;stinensischen Bruder mit dem transjordanischen Pass: In der Schule hat der Erstere zwar, wie &amp;Ouml;zdemir hierzulande, &amp;uuml;ber den Holocaust gelernt, doch zu seiner eigenen Geschichte geh&amp;ouml;rt der Holocaust genauso wenig wie beim Letzteren. Die Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit an sich erm&amp;ouml;glicht hier, um mit &amp;Ouml;zdemir zu sprechen, noch keine &amp;Uuml;bernahme fremder, etwa j&amp;uuml;discher Narrative und deren k&amp;uuml;nstliche Anwendung auf die eigene Identit&amp;auml;t. So etwas erwartet in Israel auch keiner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun kann man meinen, &amp;quot;nie wieder Auschwitz&amp;quot; sei ein universaler Imperativ, der seit 1945 allen Menschen gelten soll. Doch das hat &amp;Ouml;zdemir eben nicht gesagt. Der Imperativ &amp;quot;nie wieder Auschwitz&amp;quot; meint er als deutscher Staatsb&amp;uuml;rger zu haben, desgleichen die Verantwortung. Unproblematisch ist das freilich nicht. 
&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
	&lt;p&gt;
	ZEIT: Muss die Verantwortung der Migranten genauso stark sein wie die der Deutschen?&lt;br /&gt;
	&lt;br /&gt;
	&amp;Ouml;zdemir: Die deutsche Geschichte zwingt uns dazu &amp;ndash; und zwar alle, die hier leben. (von &lt;a href=&quot;http://www.zeit.de/2010/04/Cem-Oezdemir&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;) 
	&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
Interessant, doch was w&amp;auml;re, wenn ich, der Schreiber dieser Zeilen, Staatsb&amp;uuml;rger der
Bundesrepublik w&amp;auml;re? Meine j&amp;uuml;dischen Schl&amp;uuml;sse aus dem Holocaust w&amp;uuml;rde ich dann keineswegs durch &amp;Ouml;zdemirs &amp;quot;deutsche&amp;quot; ersetzen, jedenfalls nicht
einfach deswegen, weil ich einen neuen Pass h&amp;auml;tte. &amp;Ouml;zdemirs Sicht, als ob alleine der Wohnort eines Menschen oder seine Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit von gr&amp;ouml;&amp;szlig;ter Bedeutung f&amp;uuml;r solch gewichtige Fragen w&amp;auml;ren, erscheint mir in diesem Punkt viel zu einf&amp;auml;ltig. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Was Deutschland auf die eine oder andere Weise bis in die Gegenwart
mit dem Holocaust verbindet, sind einzig und allein: die Deutschen. Aus
dieser einfachen Tatsache resultiert auch alles andere, wie etwa das
Selbstverst&amp;auml;ndnis der Bundesrepublik als einziger Rechtsnachfolger des
Deutschen Reiches bis zu dessen Gr&amp;uuml;ndung im Jahre 1871. Sollten hier
eines Tages, so hypothetisch das auch klingen mag, Inder, T&amp;uuml;rken und
Vietnamesen in der Mehrheit sein, h&amp;auml;tte auch die Rechtsnachfolge nichts
mehr zu bedeuten. Denn nicht der Staat pr&amp;auml;gt seine Volksmasse, sondern
die Volksmasse ist es, die den Staat ausmacht: ob zu einem deutschen,
polnischen, t&amp;uuml;rkischen oder zu einem vielv&amp;ouml;lkischen wie z. B. Kanada.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;quot;Ich habe gelernt: Nie wieder Auschwitz&amp;quot;, das konnte ein Joschka Fischer von sich behaupten, ein Kind vertriebener Ungarndeutscher, auf dessen Schicksal der zweite Weltkrieg einen fast direkten Einfluss aus&amp;uuml;bte. Wie andere Deutsche der heutigen Generationen ist auch Fischer indirekt mit dem Holocaust verbunden: Nicht, weil er B&amp;uuml;rger der Bundesrepublik ist, sondern, weil er Deutscher ist, weil seine Familie deutsch war und alleine deswegen &amp;uuml;berhaupt ins Gebiet der sp&amp;auml;teren Bundesrepublik vertrieben wurde (w&amp;auml;re die Familie Fischer ungarisch, so w&amp;auml;re Joschka kein B&amp;uuml;rger der Bundesrepublik geworden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist, ganz einfach, das Deutsche an Joschka Fischer, was ihn mit Auschwitz verbindet. Nicht sein Pass. Der Schatten von Auschwitz geh&amp;ouml;rt nunmehr zur deutschen Substanz und folglich, wenn auch nicht ausschlie&amp;szlig;lich, zum Erbe der Deutschen als solcher, d.h. als Kollektiv (was f&amp;uuml;r das Individuum weder allzu viel noch allzu wenig bedeuten soll). Ob sie vom Pass her einer &amp;quot;Bundesrepublik Deutschland&amp;quot; oder einer &amp;quot;Republik &amp;Ouml;sterreich&amp;quot; angeh&amp;ouml;ren, spielt hier eigentlich keine Rolle.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Demgegen&amp;uuml;ber weist &amp;Ouml;zdemirs Familiengeschichte wohl gar keine Bez&amp;uuml;ge zu diesem Erbe auf. &amp;Ouml;zdemirs Gro&amp;szlig;eltern kann man nicht einmal vorwerfen, sie h&amp;auml;tten damals nicht schweigen d&amp;uuml;rfen, nicht einfach zusehen d&amp;uuml;rfen, sie h&amp;auml;tten protestieren m&amp;uuml;ssen, sie h&amp;auml;tten irgendetwas unternehmen m&amp;uuml;ssen, um ihre j&amp;uuml;dischen Nachbarn vor dem Tod zu erretten. Nein: Seine Gro&amp;szlig;eltern mussten damals gar nichts machen, gar nichts unternehmen. Denn sie hatten mit Holocaust und Vernichtungskrieg nicht das Geringste zu tun.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Unser beider V&amp;ouml;lker, das deutsche und das j&amp;uuml;dische, sind nunmehr eng miteinander verwoben. Darum - und erst darum - auch unser beider Staaten, Deutschland und Israel. Dieses schwierige Schicksal ergibt sich aus unserer tragischen Geschichte, aber zu dieser Geschichte, diesem deutsch-j&amp;uuml;dischen Schicksal hat &amp;Ouml;zdemir keinen Bezug. W&amp;auml;re Cem &amp;Ouml;zdemir auch 35 Jahre fr&amp;uuml;her geboren, so h&amp;auml;tte er nicht einmal G&amp;uuml;nter Gaus&#039; oder Helmut Kohls &amp;quot;Gnade der sp&amp;auml;ten Geburt&amp;quot; haben k&amp;ouml;nnen. So ein Postulat ergibt im t&amp;uuml;rkischen Zusammenhang einfach keinen Sinn.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;Ouml;zdemirs Versuch, sich eines fremden Erbes anzueignen, mag vielleicht wohl gemeint sein, ist jedoch bestenfalls gek&amp;uuml;nstelt. Cem &amp;Ouml;zdemir kann zwar &amp;quot;politisch korrekt&amp;quot; agieren und stets &amp;quot;richtige&amp;quot; Ansichten artikulieren, aber damit ahmt er nur deutsche Bew&amp;auml;ltigungsmuster nach, die andere vorgeleistet haben. Eine &lt;em&gt;eigene&lt;/em&gt; Auseinandersetzung mit dem, was die Gro&amp;szlig;eltern w&amp;auml;hrend des Holocaust taten oder unterlie&amp;szlig;en, h&amp;auml;tten tun m&amp;uuml;ssen oder nicht h&amp;auml;tten tun d&amp;uuml;rfen, ist bei einem Cem &amp;Ouml;zdemir - gl&amp;uuml;cklicherweise - v&amp;ouml;llig hinf&amp;auml;llig.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Cem &amp;Ouml;zdemir kann/k&amp;ouml;nnte als Politiker in der Bundesrepublik sehr viel beeinflussen und unternehmen, z. B. in puncto Wirtschaft, Verkehr, Gesundheit oder Gr&amp;uuml;ne Politik. Nur kann er auf sich keine (glaubw&amp;uuml;rdige) Verantwortung f&amp;uuml;r etwas beziehen, womit er, auch als deutscher Staatsb&amp;uuml;rger, einfach nichts zu tun hat, jedenfalls nicht mehr als ein aus Indien nach Israel Zugewanderter (von diesen gibt es &amp;uuml;brigens nicht wenige).&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Das ist notabene kein Vorwurf gegen &amp;Ouml;zdemir, schlie&amp;szlig;lich ist es ja nicht seine Schuld, dass seiner eigenen Geschichte dieser Bezug fehlt. Aber der deutsche Schuldstolz ist auch ein Privileg: Nicht jeder Hineingestolperte kann und darf - zumindest mir als Zufallsjuden gegen&amp;uuml;ber - den Deutschen spielen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Sonst w&amp;uuml;rde bald auch Auschwitz zu einer globalisierten, v&amp;ouml;llig entkontextualisierten Kulturware &amp;agrave; la Che Guevara, die jeder stolz &amp;quot;tragen&amp;quot; darf, um sich (je nach politischer Ausrichtung) deren zu r&amp;uuml;hmen. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Heute gedenkt der j&amp;uuml;dische Staat - und daraufhin auch viele Gemeinden im Ausland wie etwa hier in Berlin - des Holocaust&lt;/em&gt;. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-04-11:734</id>
 <title>In eigener Sache: Blogroll + Webring</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/allgemein/2010-04-11/in-eigener-sache-blogroll-webring" /> 
  
 <updated>2010-04-11T11:02:52+02:00</updated> 
 <summary type="text"> 
Ars poetica zum Blog... 
&amp;nbsp; 
&amp;nbsp; 
1. 
&amp;nbsp; 
Vom Verlag &amp;quot;Spektrum der Wissenschaft&amp;quot;, der die Scilogs-Plattform betreibt, habe ich jetzt erfahren, dass es m&amp;ouml;glich ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Allgemein 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
Ars poetica zum Blog...&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
1.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Vom Verlag &amp;quot;Spektrum der Wissenschaft&amp;quot;, der die Scilogs-Plattform betreibt, habe ich jetzt erfahren, dass es m&amp;ouml;glich ist, auch hier bei den Scilogs ein jeweils pers&amp;ouml;nliches &amp;quot;Blogroll&amp;quot; einzurichten. So k&amp;ouml;nnen wir Sciloggers nicht nur untereinander verlinkt sein, sondern uns auch mit der Au&amp;szlig;enwelt der Bloggosph&amp;auml;re verbinden.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Wer also Interesse hat, dass ich auf sein/ihr Blog oder Website verlinke (und umgekehrt), kann sich gerne bei mir melden: &lt;a href=&quot;mailto:yoavsapir@hotmail.com&quot;&gt;yoavsapir@hotmail.com&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Das gilt nat&amp;uuml;rlich auch den Bloggern/Websitesbetreibern, die bereits jetzt auf mich verlinken (danke!) und wollen, dass hier wiederum auf sie verlinkt wird.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
2.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Der j&amp;uuml;dische Webring, den ich 2007 gegr&amp;uuml;ndet habe, w&amp;auml;chst st&amp;auml;ndig auf und umfasst zurzeit &amp;uuml;ber 30 Blogs (genau gesagt: 32). Eine betr&amp;auml;chtliche Zahl, wenn ihr mich fragt. Ich h&amp;auml;tte vor drei Jahren jedenfalls nicht gedacht, dass es in Deutschland so schnell zu so vielen j&amp;uuml;dischen Blogs kommen wird.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Es lohnt sich, sich mal im Webring umzuschauen. Zur Orientierung im Webring stelle ich den Lesern seit langem auch ein &amp;quot;Superfeed&amp;quot; bereit: Ein RSS-Feed, mit dem man von allen Blogs automatisch den jeweils letzten Beitrag bekommt. Dazu gibt es auch eine &amp;Uuml;berblicksseite: &lt;a href=&quot;http://juden.in.deutschland.googlepages.com&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;http://juden.in.deutschland.googlepages.com&lt;/a&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ich bem&amp;uuml;he mich &amp;uuml;brigens, das Superfeed stets zu aktualisieren, aber von der Alltagshektik kann wohl der eine oder andere Blog unberechtigterweise verdr&amp;auml;ngt worden sein. Sollte sich also ein Ringteilnehmer nicht im Superfeed wiederfinden, so bitte ich um eine kurze Mitteilung an die o. g. E-Mail-Adresse. Neue Blogger, die dem Webring beitreten m&amp;ouml;chten, k&amp;ouml;nnen &lt;a href=&quot;http://pub2.bravenet.com/sitering/nav.php?usernum=135244586&amp;amp;action=join&amp;amp;siteid=82550&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt; das entsprechende Formular ausf&amp;uuml;llen. &lt;br /&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Vielen Dank und beste Gr&amp;uuml;&amp;szlig;e&lt;br /&gt;
Yoav
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;em&gt;Nachtrag: Die M&amp;ouml;glichkeit eines pers&amp;ouml;nlichen Blogrolls wurde den Sciloggern&lt;/em&gt;&lt;em&gt; schon mal&lt;/em&gt;&lt;em&gt; mitgeteilt, doch irgendwie habe ich das verpasst. Mea culpa. &lt;br /&gt;
&lt;/em&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;em&gt;
&lt;/em&gt;&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-04-09:728</id>
 <title>Israel und seine Unabhängigkeit: Um wen geht&#039;s hier eigentlich?</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/israel/2010-04-09/israel-und-seine-unabh-ngigkeit-um-wen-geht-s-hier-eigentlich" /> 
  
 <updated>2010-04-09T21:42:58+02:00</updated> 
 <summary type="text"> 
Demn&amp;auml;chst, heuer n&amp;auml;mlich am 19. April, findet eine Feier statt, die man im Deutschen oft als den &amp;quot;Unabh&amp;auml;ngigkeitstag des Staates Israel&amp;quot; bezeichnet. Das will ich mir ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Israel 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
Demn&amp;auml;chst, heuer n&amp;auml;mlich am 19. April, findet eine Feier statt, die man im Deutschen oft als den &amp;quot;Unabh&amp;auml;ngigkeitstag des Staates Israel&amp;quot; bezeichnet. Das will ich mir erst mal vorstellen, doch leicht f&amp;auml;llt es mir freilich nicht. Warum?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabh&amp;auml;ngigkeit eines Staates: Das setzt einen Staat voraus, der unabh&amp;auml;ngig ist. Wenn der j&amp;uuml;dische Staat 1948 unabh&amp;auml;ngig worden sei, muss er bis dahin logischerweise noch abh&amp;auml;ngig gewesen sein. Das w&amp;uuml;rde allerdings bedeuten, dass dieser Staat bereits vor 1948 existiert h&amp;auml;tte. Aber wie kann das nur m&amp;ouml;glich sein, wenn der Staat erst am 5. Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, proklamiert wurde?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Jom_haAtzma%27ut&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Die deutsche Wikipedia&lt;/a&gt; geht sogar einen Schritt weiter und spricht von einer &amp;quot;israelischen Unabh&amp;auml;ngigkeitserkl&amp;auml;rung&amp;quot;. Mit anderen Worten: Den Staat gab es zwar nicht, also konnte er zwar entstehen, aber nicht &amp;quot;unabh&amp;auml;ngig werden&amp;quot;; die Israelis habe es jedoch schon gegeben - und die sollen es anscheinend gewesen sein, die sich durch die Errichtung des Staates f&amp;uuml;r unabh&amp;auml;ngig erkl&amp;auml;rt h&amp;auml;tten. Allerdings gibt eine &amp;quot;israelische&amp;quot; Staatsb&amp;uuml;rgerschaft fr&amp;uuml;hestens erst, seitdem es den Staat selbst gibt. Am 14. Mai 1948 wurden folglich noch keine &amp;quot;Israelis&amp;quot; unabh&amp;auml;ngig, auch die Unabh&amp;auml;ngigkeitserkl&amp;auml;rung kann unm&amp;ouml;glich von &amp;quot;Israelis&amp;quot; bewirkt worden bzw. eine &amp;quot;israelische&amp;quot; sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tat, ein schwieriges Problem... Die L&amp;ouml;sung verr&amp;auml;t uns etwa ein Blick in die urspr&amp;uuml;ngliche Pr&amp;auml;ambel des bundesrepublikanischen Grundgesetzes:&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
	Im Bewu&amp;szlig;tsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen [...] hat das Deutsche Volk [...] kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland beschlossen. [...]&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
&lt;br /&gt;
Wohl gemerkt: Nicht die bundesrepublikanische Staatsb&amp;uuml;rgerschaft, die es vor dem Inkrafttreten des Grundgesetzes (mangels einer Bundesrepublik) noch gar nicht gegeben hatte, sondern das Deutsche Volk war es, das hier - ob zu Recht oder nicht - als Agens figurierte (mehr dazu im Beitrag &amp;quot;&lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/geschichte/2009-02-05/dream-wars-oder-notizen-ber-das-nationale-im-21.-jahrhundert&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Dream Wars&lt;/a&gt;&amp;quot;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur&amp;uuml;ck zum Fall Israel: Welches Volk war es also, das sich 1948 einen Staat gegeben hat? Das j&amp;uuml;dische, nat&amp;uuml;rlich. Den j&amp;uuml;dischen Staat gab es 1947 noch nicht, also war der Staat auch nicht &amp;quot;abh&amp;auml;ngig&amp;quot;; das j&amp;uuml;dische Volk gab es hingegen wohl, und dieses Volk war bis dahin &amp;uuml;ber lange, sehr lange Zeit hinweg abh&amp;auml;ngig, weil nicht souver&amp;auml;n. Es ist genau dieses Volk - dies eigentliches Israel, nach dem der j&amp;uuml;dische Staat benannt ist -, das am 5. Ijar 5708 im eigenen Lande endlich wieder unabh&amp;auml;ngig wurde, und zwar durch die Errichtung eines eigenen, j&amp;uuml;dischen Staates.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und weil es damals noch keine &amp;quot;Israelis&amp;quot; gab, fand auch keine &amp;quot;israelische&amp;quot; Unabh&amp;auml;ngigkeitserkl&amp;auml;rung statt. So etwas gibt es, kritisch betrachtet, einfach nicht; es ist ein klarer Anachronismus. Der Erkl&amp;auml;rungstext selbst kennt auch keine &amp;quot;Israelis&amp;quot;, das Wort war noch nicht einmal vorhanden. Stattdessen ist im Text durchgehend vom j&amp;uuml;dischen Volk die Rede. Wie man&#039;s auch dreht und wendet: Es war und ist die j&amp;uuml;dische Unabh&amp;auml;ngigkeitserkl&amp;auml;rung, die von keinen Nichtjuden getragen wurde und bis zum heutigen Tage kaum von nichtj&amp;uuml;dischen Israelis, daf&amp;uuml;r aber von Juden sowohl in- als auch au&amp;szlig;erhalb des j&amp;uuml;dischen Landes gefeiert wird (der 5. Ijar ist &amp;uuml;brigens auch vom Oberrabbinat zu einem j&amp;uuml;disch-halachischen Feiertag erkl&amp;auml;rt worden).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sch&amp;ouml;n w&amp;auml;r&#039;s also, wenn man auch hierzulande eines Tages &amp;uuml;ber peinliche Formulierungen &amp;agrave; la &amp;quot;Unabh&amp;auml;ngigkeitstag des Staates Israel&amp;quot; hinauswachsen und ganz redlich von der Unabh&amp;auml;ngigkeit Israels selbst, des j&amp;uuml;disches Volkes, sprechen w&amp;uuml;rde. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-04-03:725</id>
 <title>Ein Volk auf dem Sofa: Kollektive Psychotherapie nötig?</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/holocaust/2010-04-03/ein-volk-auf-dem-sofa-kollektive-psychotherapie-n-tig" /> 
  
 <updated>2010-04-03T19:02:43+02:00</updated> 
 <summary type="text"> 
Berlin im t&amp;auml;uschenden Lenz. Ein Caf&amp;eacute; im Scheunenviertel. Auf dem Tisch liegt ein Heft, orangenfarben, mir unbekannt:  Kollektivschuld. Bremse der Lebensenergie  
&amp;nbsp; 
Oh ja, ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Holocaust 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
Berlin im t&amp;auml;uschenden Lenz. Ein Caf&amp;eacute; im Scheunenviertel. Auf dem Tisch liegt ein Heft, orangenfarben, mir unbekannt: &lt;em&gt;Kollektivschuld. Bremse der Lebensenergie&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Oh ja, das klingt nach etwas. Mal was anderes als die ewige Langeweile von FAZ, taz und Tagesspiegel. Ich schaue rein:&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
	Seit jeher trug ich eine Art Schuldgef&amp;uuml;hl mit mir herum, einen Drang zur Rechtfertigung, den ich mir nicht recht erkl&amp;auml;ren konnte. Ich wunderte mich auch immer, warum all meine Versuche, dieses Gef&amp;uuml;hl des Nicht-in-Ordnung-Seins in mir zu transformieren, im Grunde nicht erfolgreich waren. Aus der Sicht dieses Schuld-Introjektes ist das allerdings vollkommen verst&amp;auml;ndlich: Es impft mir ja st&amp;auml;ndig ein, dass ich grunds&amp;auml;tzlich (einfach nur, weil ich Deutscher bin, obwohl es das nicht explizit sagt) nicht in Ordnung, dass ich schuldig bin. Da kann ich auf einer pers&amp;ouml;nlichen Ebene noch so viel dran drehen &amp;ndash; es n&amp;uuml;tzt nicht wirklich was. Solange ich so etwas mit mir herumtrage, kann ich einfach nicht in meine Kraft kommen, darf nicht klar sehen, mich klar ausdr&amp;uuml;cken. Diese Struktur verbietet es. Sie sagt: &amp;ldquo;Du bist wertlos, krieche am Boden, begn&amp;uuml;ge dich mit dem, was man dir zuwirft. Und wage es nicht, den Kopf zu erheben, du bist schuldig, schuldig, schuldig.&amp;rdquo; Das Muster verbietet auch, dass ich meine Stimme erhebe, dass ich laut werde, dass ich mich ausdr&amp;uuml;cke. Ich muss klein und im Hintergrund bleiben, darf nicht ins Zentrum treten. Und solange ich nicht wei&amp;szlig;, woher diese &amp;ldquo;Knechtung&amp;rdquo; kommt, kann ich mich auch nicht davon befreien.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Nun gut. Die Juden haben also die Psychoanalyse erfunden, um sich dann anscheinend ganze Generationen von Klienten zu verschaffen... Aber immerhin. Mir erscheint der Ansatz keineswegs verfehlt. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Den ganzen Text findet man &lt;a href=&quot;http://www.sein.de/archiv/2010/april-2010/von-der-schuld-in-die-kraft.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;, einen anderen zum Thema &lt;a href=&quot;http://www.sein.de/archiv/2010/april-2010/von-schuld-zu-wahrhaftigkeit.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;, und das Heft als solches &lt;a href=&quot;http://www.sein.de/archiv/2010/april-2010.html&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;hier&lt;/a&gt;.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
PS.&lt;br /&gt;
Wen&#039;s interessiert, der findet meine kleine &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/judentum-im-heutigen-deutschland/2009-12-26/warum-ich-kein-rabbiner-in-deutschland-mehr-werden-will-eine-bilanz&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kritik des &amp;quot;deutschen&amp;quot; Judentums&lt;/a&gt; vom Dezember 2009 in der aktuellen Ausgabe der J&amp;uuml;dischen Zeitung (4/2010). 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-04-01:723</id>
 <title>100 Jahre Jüdischer Sozialismus</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/israel/2010-04-01/100-jahre-j-discher-sozialismus" /> 
  
 <updated>2010-04-01T21:52:35+02:00</updated> 
 <summary type="text"> 
Gestern vor hundert Jahren wurde in Israel, am s&amp;uuml;dlichen Rand des Sees Genezareth, der erste  Kibbutz  gegr&amp;uuml;ndet.
 
 
 
 
 
 
 
Er hie&amp;szlig; Dganja und existiert heute noch, ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Israel 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
Gestern vor hundert Jahren wurde in Israel, am s&amp;uuml;dlichen Rand des Sees Genezareth, der erste &lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Kibbutz&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Kibbutz &lt;/a&gt;gegr&amp;uuml;ndet.
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.degania.org.il/cuts/history/his_13big.jpg&quot; width=&quot;467&quot; height=&quot;350&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;
Er hie&amp;szlig; Dganja und existiert heute noch, allerdings nicht ohne ideologische Anpassungsschwierigkeiten. Erst vor kurzem entschied sich die Kommune erstmals in ihrer Geschichte f&amp;uuml;r die Einf&amp;uuml;hrung ungleicher Geh&amp;auml;lter, bemessen nach Leistung und Rang. Doch die gegenseitige Solidarit&amp;auml;t soll bestehen bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.degania.org.il/cuts/history/his_03big.jpg&quot; width=&quot;467&quot; height=&quot;350&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Das Siedlungsland wurde 1904 vom J&amp;uuml;dischen Nationalfonds erkauft. Den J&amp;uuml;dischen Nationalfonds gibt es ebenfalls weiterhin, er ist auch in Deutschland t&amp;auml;tig.&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.datinet.co.il/1/ozarot_bahoma/images/exhibit.jpg&quot; width=&quot;266&quot; height=&quot;350&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1920 ist Dganja unter dem Namen Dganja I bekannt, denn in jenem Jahr wurde in seiner N&amp;auml;he der Kibbutz Dganja II gegr&amp;uuml;ndet.&amp;nbsp; &lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/5/5b/Deganya_Israel.jpg/800px-Deganya_Israel.jpg&quot; width=&quot;467&quot; height=&quot;350&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Im j&amp;uuml;dischen Unabh&amp;auml;ngigkeitskrieg 1948 wurde der syrisch-arabische Invasor durch die Bauern in den beiden Dganjas gestoppt: No Pasar&amp;aacute;n!&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://blog.tapuz.co.il/anschel/images/%7B2E895F1E-E83C-4178-B17F-077ED27BCC90%7D.jpg&quot; width=&quot;367&quot; height=&quot;350&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Dieser arabische Panzer erlag nach guter sozialistischer Tradition einem j&amp;uuml;dischen Molotowcocktail. Seitdem steht er als Kriegsbeute am Eingang von Dganja I: &lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://blog.tapuz.co.il/anschel/images/2444848_45.JPG&quot; width=&quot;467&quot; height=&quot;350&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Heute leben in Dganja I 517 Menschen. &lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://www.j-v.org.il/tnufa/pic/thumb_186.JPG&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;p&gt;
Am &lt;a href=&quot;http://en.wikipedia.org/wiki/Tu_Bishvat&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Tu-Bischwat&lt;/a&gt; 1948, zur Entstehungszeit des j&amp;uuml;dischen Staates (aber noch vor der offiziellen Unabh&amp;auml;ngigkeitserkl&amp;auml;rung), wurde in Dganja I dieser Baum bepflanzt, der seitdem als der &amp;quot;Staatsbaum&amp;quot; bekannt ist: &lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;div style=&quot;text-align: center&quot;&gt;
&lt;img src=&quot;http://upload.wikimedia.org/wikipedia/he/thumb/3/33/%D7%91%D7%A8%D7%95%D7%A9_%22%D7%A2%D7%A5_%D7%94%D7%9E%D7%93%D7%99%D7%A0%D7%94%22_%D7%91%D7%A7%D7%99%D7%91%D7%95%D7%A5_%D7%93%D7%92%D7%A0%D7%99%D7%94_%D7%90%27.jpg/800px-%D7%91%D7%A8%D7%95%D7%A9_%22%D7%A2%D7%A5_%D7%94%D7%9E%D7%93%D7%99%D7%A0%D7%94%22_%D7%91%D7%A7%D7%99%D7%91%D7%95%D7%A5_%D7%93%D7%92%D7%A0%D7%99%D7%94_%D7%90%27.jpg&quot; width=&quot;467&quot; height=&quot;350&quot; /&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Solange das souver&amp;auml;ne Judentum im eigenen L&amp;auml;ndle fortw&amp;auml;hrt, bleibt auch dieser Baum stehen - und mit ihm trotz aller Schwierigkeiten auch der Traum vom j&amp;uuml;dischen Sozialismus, der solidarischen Volksgemeinschaft schlechthin, bestehen. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-03-30:722</id>
 <title>Riki Daskal: Trotz des drohenden Nebels</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/dichtung-und-literarisches/2010-03-30/riki-daskal-trotz-des-drohenden-nebels" /> 
  
 <updated>2010-03-30T22:23:21+02:00</updated> 
 <summary type="text"> 
In ihrer trostlosen, anklagenden Dichtung, die mit der Sprache oft bar jeglicher Empathie umgeht, widmet sich Daskal immer wieder dem von ihr bereisten Deutschland.
 
 
&amp;nbsp;
 
 
  Trotz ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Dichtung und Literarisches 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
In ihrer trostlosen, anklagenden Dichtung, die mit der Sprache oft bar jeglicher Empathie umgeht, widmet sich Daskal immer wieder dem von ihr bereisten Deutschland.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;span style=&quot;font-size: x-small&quot;&gt;&lt;strong&gt;Trotz des drohenden Nebels&lt;/strong&gt;&lt;/span&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;span style=&quot;font-size: x-small&quot;&gt;
Trotz des drohenden Nebels&lt;br /&gt;
Und der B&amp;auml;ume, die aussehen&lt;br /&gt;
Wie weit verzweigte Blutgef&amp;auml;&amp;szlig;e in der durchsichtigen Haut toter Salamander&lt;br /&gt;
Trotz der Pferdebremsen, die im verbleichten Haar der Einheimischen schl&amp;uuml;pfen&lt;br /&gt;
Der Messer, die noch in deren Augen stecken&lt;br /&gt;
Und der Pflastersteine, die wackeln&lt;br /&gt;
Gleichsam der Schatten, geworfen von des Reiches des B&amp;ouml;sen Fahnen&lt;br /&gt;
Trotz des majest&amp;auml;tischen, doppelschw&amp;auml;nzigen L&amp;ouml;wen samt emporragender Zunge&lt;br /&gt;
Trotz des sanierten Kirchenbaus&lt;br /&gt;
Mit dessen Gl&amp;uuml;cksbringer- und Gebr&amp;auml;ud&amp;uuml;ften&lt;br /&gt;
Trotz der Menschen Schwei&amp;szlig;es, der immer wieder die roten W&amp;auml;nde durchdringt&lt;br /&gt;
Und der blutsabbernden Lebkuchen&lt;br /&gt;
Trotz der Wunden der Zeit, die sich tiefer denn je&lt;br /&gt;
Bei jedem Anblick ringsum widerspiegeln&lt;br /&gt;
Auch trotz Abscheu und Ekel&lt;br /&gt;
Ert&amp;ouml;nt das Gezwitscher in Heidelberg&lt;br /&gt;
Mit derselben Freude wie &amp;uuml;berall&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Marktplatz&lt;br /&gt;
&amp;Uuml;ber der gl&amp;uuml;henden Asche der Hexen vom Heiligenberg&lt;br /&gt;
Vertreiben blonde M&amp;auml;dchen den b&amp;ouml;sen Winter&lt;br /&gt;
Und tanzen beim Lenzkult mal wieder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und das Menetekel&lt;br /&gt;
Obwohl schon getilgt&lt;br /&gt;
Ist m&amp;uuml;helos im Himmel zu lesen 
&lt;/span&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;span style=&quot;font-size: x-small&quot;&gt;
&lt;/span&gt;&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-03-28:719</id>
 <title>Die deutsche Identität und der deutsche Pass: Geht beides zusammen?</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/geschichte/2010-03-28/die-deutsche-identit-t-und-der-deutsche-pass-geht-beides-zusammen" /> 
  
 <updated>2010-03-28T18:32:48+02:00</updated> 
 <summary type="text"> 
In fast allen Lebensbereichen vollzieht sich zusehends die Republikanisierung des Deutschen nach US-amerikanischem Muster, verbunden mit dem hartn&amp;auml;ckigen Versuch, die deutsche ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Geschichte 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
In fast allen Lebensbereichen vollzieht sich zusehends die Republikanisierung des Deutschen nach US-amerikanischem Muster, verbunden mit dem hartn&amp;auml;ckigen Versuch, die deutsche Identit&amp;auml;t allein von der Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit abh&amp;auml;ngig zu machen.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Drei Geschichten wichtiger Personen, die den Deutschen verloren gehen w&amp;uuml;rden, wenn es eines Tages hierzulande, wie in den USA, wirklich nur auf den &amp;quot;Pass&amp;quot; ank&amp;auml;me:&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Martin Luther&lt;/strong&gt; brachte es 2003 in der ZDF-Sendung &amp;quot;Die gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten Deutschen&amp;quot; [sic] auf den honorablen zweiten Platz. 1483 geboren und 1546 gestorben, war er Untertan verschiedener Herrscher im s&amp;auml;chsischen Raum, darunter des s&amp;auml;chsischen Kurf&amp;uuml;rsten Friedrich des Weisen. Eine deutsche Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit besa&amp;szlig; er allerdings nie, zumal es zu seiner Lebenszeit noch gar keinen deutschen Nationalstaat gab und sein theologisch-politisches Wirken auch nicht gerade zum Zusammenhalt des multiethnischen Reiches beitrug.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Johann Wolfgang &lt;/strong&gt;(von)&lt;strong&gt; Goethe&lt;/strong&gt; verlieh - ob willentlich oder nicht - seinen Namen an den offiziellen Kulturvermittler der Bundesrepublik im Ausland, das Goethe-Institut e. V., das sich mit dem 1749 geborenen und 1832 gestorbenen Dichter schm&amp;uuml;ckt, obwohl Letzterer nie in den Genuss der deutschen Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit kam. Zun&amp;auml;chst dem Frankfurter Stadtrat unterworfen, wurde er schnell ebenfalls Untertan verschiedener Herrscher wie der ber&amp;uuml;hmten Herzogin Anna Amalia und, schlie&amp;szlig;lich, der Gro&amp;szlig;herzogin Marija Pawlowna Romanowa. Nebbicherweise starb er ganze 117 Jahre vor der Gr&amp;uuml;ndung des Staates, der sich heutzutage zu PR-Zwecken des nunmehr wehrlosen Dichters r&amp;uuml;hmen m&amp;ouml;chte.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Albert Einstein&lt;/strong&gt; wurde 1879 in Ulm geboren und war mithin zun&amp;auml;chst Untertan von K&amp;ouml;nig Karl I. von W&amp;uuml;rttemberg, damals Mitglied im Staatenbund des Deutschen Reiches. Inzwischen Staatb&amp;uuml;rger des demokratischen Freistaates Preu&amp;szlig;en geworden, entschied er sich im April 1933 infolge der nationalsozialistischen Machtergreifung zum Verzicht auf die preu&amp;szlig;ische Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit, d.h. noch bevor Hitler 1934 erstmals in der Weltgeschichte eine &amp;quot;deutsche&amp;quot; Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit schuf.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Letzteres &amp;uuml;brigens, zusammen mit der Abschaffung der deutschen Staaten, war notwendig, um die Juden 1935 &lt;em&gt;zentral &lt;/em&gt;ausb&amp;uuml;rgern zu k&amp;ouml;nnen. Und in diesem hitlerschen Erbe, der &amp;quot;deutschen&amp;quot; Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit, steckt Deutschland bis heute.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Schade, wenn es jetzt wieder nur auf die Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit ankommen sollte; schade, wenn solche Geistesgr&amp;ouml;&amp;szlig;en zwangsl&amp;auml;ufig entdeutscht w&amp;uuml;rden, nur damit der eine oder andere Gem&amp;uuml;seh&amp;auml;ndler (um mit Sarrazin zu sprechen), der zuf&amp;auml;lligerweise an einen deutschen Pass gelangt ist, sich sofort ganz und gar, ja richtig deutsch f&amp;uuml;hlen k&amp;ouml;nnte, als ob das geschichtstr&amp;auml;chtige Deutschland eine Art Kanada oder Australien w&amp;auml;re.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Nach einer Veranstaltung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin ging eine junge T&amp;uuml;rkin auf mich zu. Ihre Worte beschreiben diese Problematik ganz zutreffend:&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
	Ich bin T&amp;uuml;rkin. Mein Pass ist deutsch, einen anderen habe ich nicht, aber ich bin keine Deutsche. Und ich kann es nicht leiden, wenn man mich und meinesgleichen Deutsch-T&amp;uuml;rken nennt. H&amp;auml;tte ich einen deutschen Elternteil, gut, dann w&amp;auml;re ich Deutsch-T&amp;uuml;rkin. Aber meine Gro&amp;szlig;eltern sind alle T&amp;uuml;rken, meine beiden Eltern sind T&amp;uuml;rken, darum bin ich auch T&amp;uuml;rkin. Eine T&amp;uuml;rkin mit einem deutschen Pass.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Mir bleibt also nichts &amp;uuml;brig als nochmals f&amp;uuml;r die j&amp;uuml;dische Herangehensweise zu pl&amp;auml;dieren: eine grunds&amp;auml;tzliche Trennung zwischen der Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit und der Volkszugeh&amp;ouml;rigkeit. Nicht jeder B&amp;uuml;rger des j&amp;uuml;dischen Staates ist Jude, nicht jeder Jude ist B&amp;uuml;rger des j&amp;uuml;dischen Staates, und genauso muss es auch m&amp;ouml;glich sein, zwischen Deutschen (welcher Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit auch immer) einerseits und B&amp;uuml;rgern der Bundesrepublik (welcher Volkszugeh&amp;ouml;rigkeit auch immer) andererseits korrekt zu differenzieren.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Mehr dazu in &amp;quot;&lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/allgemein/2009-05-13/staatsangeh-rigkeit-vs.-volkszugeh-rigkeit&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit vs. Volkszugeh&amp;ouml;rigkeit&lt;/a&gt;&amp;quot; und &amp;quot;&lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/bundestagsblog/2009-03-18/die-sprache-neu-besetzen&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;Die Sprache neu besetzen&lt;/a&gt;&amp;quot;.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
PS.&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu vielen anderen bin ich &amp;uuml;berzeugt, dass die Gem&amp;uuml;seh&amp;auml;ndler, Hummusverk&amp;auml;ufer u. dgl. - ob mit oder ohne den bundesrepublikanischen Pass - &lt;em&gt;tats&amp;auml;chlich &lt;/em&gt;eine kulturelle Bereicherung darstellen, schlie&amp;szlig;lich k&amp;ouml;nnte ich mich ohne sie wohl kaum in Berlin ern&amp;auml;hren. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-03-25:717</id>
 <title>Frag den Nichtrabbiner: Doppelte Loyalitäten</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/frag-den-nichtrabbiner/2010-03-25/frag-den-nichtrabbiner-doppelte-loyalit-ten" /> 
  
 <updated>2010-03-25T23:05:04+01:00</updated> 
 <summary type="text"> 
 Frage : Wie steht es eigentlich um Juden, die B&amp;uuml;rger nichtj&amp;uuml;discher Staaten sind? Besteht da nicht die Gefahr, dass sie eine doppelte Loyalit&amp;auml;t h&amp;auml;tten? 
 
 Antwort : ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Frag den Nichtrabbiner 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Frage&lt;/strong&gt;: Wie steht es eigentlich um Juden, die B&amp;uuml;rger nichtj&amp;uuml;discher Staaten sind? Besteht da nicht die Gefahr, dass sie eine doppelte Loyalit&amp;auml;t h&amp;auml;tten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Antwort&lt;/strong&gt;:
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Als ehemaliger Sch&amp;uuml;ler von Prof. Moshe Zimmermann habe ich gelernt, dass allen Erkenntnissen der Vergleich vorausgeht. Nun ist es so, dass ein einfacher Vergleich zeigt, dass die Juden beileibe nicht die einzige Nation sind, die nicht nur im eigenen Heimatland leben, sondern zugleich auch zerstreut in anderen Staaten, inmitten anderer V&amp;ouml;lker. Man denke z. B. an die Deutschen in Rum&amp;auml;nien, die Russen in Litauen, die T&amp;uuml;rken in Deutschland oder die Ungarn in der Slowakei - Beispiele gibt es zuhauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sollte es nun aus irgendwelchen Gr&amp;uuml;nden zu einem Volksentscheid in der ungarisch gepr&amp;auml;gten S&amp;uuml;dslowakei kommen: W&amp;uuml;rden die Ungarn notwendigerweise f&amp;uuml;r die Slowakei optieren? Vermutlich w&amp;uuml;rden viele von ihnen ihre Stimme f&amp;uuml;r Ungarn geben, auch wenn sie bis dahin noch ganz gesetzm&amp;auml;&amp;szlig;ig ihre Steuern an den slowakischen Staat abf&amp;uuml;hren (um ein triviales Beispiel zu nennen). Das ist auch ganz verst&amp;auml;ndlich und bedeutet, dass die Frage von mehrfachen Loyalit&amp;auml;ten &lt;em&gt;kein j&amp;uuml;disches Spezifikum&lt;/em&gt; ist, sondern ein allgemeines Ph&amp;auml;nomen, das sich bei Menschen bekundet, die mehr als eine Identit&amp;auml;t haben bzw. bei denen es neben der verwaltungstechnischen Staatsangeh&amp;ouml;rigkeit noch andere Zugeh&amp;ouml;rigkeiten gibt (etwa auch religi&amp;ouml;s bzgl. hochrangiger Amtstr&amp;auml;ger der katholischen Kirche).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist also nur nat&amp;uuml;rlich, dass viele Juden - wie Angeh&amp;ouml;rige anderer Kollektive auch - mehrere Loyalit&amp;auml;ten haben, etwa zu den USA &lt;em&gt;und &lt;/em&gt;zu Israel, zu Israel &lt;em&gt;und &lt;/em&gt;zu Deutschland. Darum darf die doppelte Loyalit&amp;auml;t keinem Juden/Ungarn/Russen/Deutschen/... zum Vorwurf gemacht werden. Die Erwartung, dass man nur eine einzige Loyalit&amp;auml;t h&amp;auml;tte, ist realit&amp;auml;tsfern und plakativ, weil sie die Komplexit&amp;auml;t menschlicher Kollektividentit&amp;auml;ten bis zur Einf&amp;auml;ltigkeit vereinfacht.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Die Forderung, man m&amp;uuml;sste auf alle Identit&amp;auml;ten verzichten, die nicht mit der erwarteten Loyalit&amp;auml;t vereinbar seien, und &lt;em&gt;nur &lt;/em&gt;den USA/Deutschland/Russland/... loyal sein, ist in Bezug auf Juden genauso antisemitisch wie der Vorwurf, Juden k&amp;ouml;nnten den USA/Deutschland/Russland/... &lt;em&gt;grunds&amp;auml;tzlich &lt;/em&gt;nicht loyal sein, weil sie sich auch mit dem j&amp;uuml;dischen Staat verbunden f&amp;uuml;hlen oder dies eines Tages tun k&amp;ouml;nnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
PS.&lt;br /&gt;
Hiermit wird in diesem Blog eine neue Rubrik feierlich er&amp;ouml;ffnet: Kurze Antworten auf gek&amp;uuml;rzte Fragen, die mir etwa durch diesen Blog zumindest teilweise tats&amp;auml;chlich gestellt (und ansonsten von mir nur ausgedacht) worden sind. Die Rubrik hei&amp;szlig;t &amp;quot;Frag den Nichtrabbiner&amp;quot;, weil ich mich dank meines Ausstieges aus der Rabbinerausbildung dazu berechtigt, ja gar verpflichtet f&amp;uuml;hle, fortan neben dem Magister Artium auch den Titel &amp;quot;Nichtrabbiner&amp;quot; anzuf&amp;uuml;hren. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-03-13:707</id>
 <title>Die ostdeutsche Judenfrage und der Judenstaat: Ist Israel ein neues Ghetto?</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/ostdeutsche-judenfrage/2010-03-13/die-ostdeutsche-judenfrage-und-der-judenstaat-ist-israel-ein-neues-ghetto" /> 
  
 <updated>2010-03-13T19:41:32+01:00</updated> 
 <summary type="text"> 
Dieser vermutlich letzte Text zur  ostdeutschen Judenfrage  geht der Frage nach, was das Erbe des sozialistischen Judenbildes f&amp;uuml;r uns heute bedeuten kann. 
&amp;nbsp; 
Wenn ich hier vom ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Ostdeutsche Judenfrage 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
Dieser vermutlich letzte Text zur &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/ostdeutsche-judenfrage&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;ostdeutschen Judenfrage&lt;/a&gt; geht der Frage nach, was das Erbe des sozialistischen Judenbildes f&amp;uuml;r uns heute bedeuten kann.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Wenn ich hier vom &amp;quot;Erbe&amp;quot; sprechen kann, dann wohl nur deswegen, weil der deutsche Sozialismus ziemlich gestorben scheint und sein Judenbild kaum noch, ja eigentlich gar nicht mehr propagiert wird. Das erm&amp;ouml;glicht mir wiederum, ihn so zu behandeln wie die Westalliierten nach 1945: mit der Gro&amp;szlig;z&amp;uuml;gigkeit des Siegers. W&amp;auml;re die DDR heute allerdings noch da und w&amp;uuml;rde ihre orthodox-sozialistische Aufl&amp;ouml;sung der Judenfrage noch so propagiert werden wie damals, so fiele es mir wohl sehr schwer, diesem Konstrukt so viel Empathie entgegenzubringen wie heutzutage.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
I.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Dieses intellektuelle Experiment m&amp;ouml;chte ich mit dem 8. Mai 1945 beginnen. Der Krieg endete und wich neuen Ph&amp;auml;nomen, etwa demjenigen der Displaced Persons (DPs). Ganz besonders war damals das Schicksal der j&amp;uuml;dischen DPs, die, nachdem alle anderen Zwangsarbeiter etc. bis 1946 gr&amp;ouml;&amp;szlig;tenteils schon in ihre jeweilige Heimat zur&amp;uuml;ckgekehrt hatten, noch jahrelang in Internierungslagern weilen mussten. Diese Menschen waren es, welche das J&amp;uuml;dische im Nachkriegsdeutschland wesentlich ausmachten.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Nicht alle j&amp;uuml;dischen DPs kamen direkt aus den nationalsozialistischen Lagern; viele von ihnen konnten gerade dadurch &amp;uuml;berleben, dass sie z. B. aus dem sowjetisch besetzten Polen rechtzeitig gen Osten flohen, in die Tiefe der Sowjetunion. Als sie nach Kriegsende dann nach Polen zur&amp;uuml;ckkehrten, mussten sie den polnischen Antisemitismus erleben. Auf die eine Nachricht vom Pogrom in Kielce am 4. Juli 1946 folgte eine andere: In der US-amerikanischen Besatzungszone waren ehemalige KZs in besondere Lager umgewandelt worden, die nur Juden gewidmet waren und in denen man ziemlich gut gepflegt wurde.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Die j&amp;uuml;dischen DPs &amp;uuml;berlebten den Krieg sehr unterschiedlich, doch ihnen war allen gemeinsam, dass es ihre Ausgrenzung als Juden war, mit der sie zu Opfern gemacht wurden. Nun war der Krieg vorbei; sie hatten endlich die M&amp;ouml;glichkeit, sich von solchen fatalen Denkmustern zu befreien. Doch sie taten es nicht.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Die Internierungslager zu verlassen, war nicht so einfach. Aber viele, sehr viele &lt;em&gt;wollten &lt;/em&gt;in diese Lager. Sie wollten unter &amp;quot;sich&amp;quot; sein, als Juden unter Juden, was die Frage aufwirft. Warum? Jahrelang waren sie als Juden abgegrenzt worden, als etwas &amp;quot;anderes&amp;quot; behandelt, das nicht in die ganz normale Gesellschaft geh&amp;ouml;rt und es zu ghettoisieren gilt, und gerade jetzt, wo alles vorbei war, zogen sie sich selbst in spezielle Judenlager zur&amp;uuml;ck. Haben diese Opfer ihre Abgrenzung durch Antisemiten so sehr aufgenommen und verinnerlicht, dass sie diese dann sogar auf sich selbst angewandt, ihr eigenes Opfersein perpetuiert haben?&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Diese Frage stellt sich, wenn man das Schicksal dieser Juden mit der orthodox-sozialistischen Brille anschaut. Anstatt die Chance zu ergreifen, am Ende der Verfolgung endlich ganz normale Menschen zu werden, blieben sie in denselben Denkmustern befangen, mit denen sie zu Opfern gemacht worden waren.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
II.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Die DPs blieben also lieber in ihren j&amp;uuml;dischen DP-Lagern als anderw&amp;auml;rts, solange die Einreise ins Verhei&amp;szlig;ene Land gerade den Juden verwehrt blieb. Als im Lande Israels der j&amp;uuml;dische Staat proklamiert wurde, begannen sich die Lager aufzul&amp;ouml;sen. Die meisten Insassen entschieden sich alsdann f&amp;uuml;r ein Land, das sie noch nie betreten hatten; das gilt nicht nur f&amp;uuml;r Israel, sondern auch f&amp;uuml;r Amerika, das etliche DPs bevorzugten, doch die allermeisten gingen nach Israel, in ein Land also, das - ganz im Gegensatz zu Amerika - als Judenstaat konzipiert war.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung kann man (wie ich) verst&amp;auml;ndlich finden, aber auch &amp;uuml;berraschend, wenn man die Erfahrungen bedenkt, dass diese j&amp;uuml;dischen Opfer erst kurze Zeit zuvor machen mussten. Unter ihnen &amp;uuml;berlebten nicht wenige die j&amp;uuml;dischen Wohnbezirke, die ber&amp;uuml;chtigten Ghettos, die sie von der nichtj&amp;uuml;dischen Umgebung getrennt hatten. Alle erlebten die eine oder andere Form von Diskriminierung zwischen Juden und Nichtjuden, deren Zweck in der gezielten Ausrottung der Ersteren lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun, wo das die Schreckensjahre endlich vorbei waren; nun, wo sie wieder die M&amp;ouml;glichkeit bekamen, die Ab- und Ausgrenzung zu &amp;uuml;berwinden; nun, wo sie Teil normaler Gesellschaften h&amp;auml;tten werden k&amp;ouml;nnen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun entschieden sie sich gro&amp;szlig;teils f&amp;uuml;r Israel, der Welt gr&amp;ouml;&amp;szlig;ten j&amp;uuml;dischen Wohnbezirk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
III.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Ist also der j&amp;uuml;dische Staat ein j&amp;uuml;discher Wohnbezirk? Klar, es besteht von den Umst&amp;auml;nden her keine Vergleichsbasis - schon deswegen nicht, weil man dies j&amp;uuml;disches Land, ganz im Gegensatz zum Ghetto, grunds&amp;auml;tzlich jederzeit verlassen kann. Aber vom Wesen her stellt sich die Frage, ob da wirklich gar keine, nicht einmal eine einzige &amp;Auml;hnlichkeit besteht. Schlie&amp;szlig;lich ist der j&amp;uuml;dische Staat eben daf&amp;uuml;r da, damit in diesem Land nicht irgendwelche Menschen leben, wie vom Zufall bestimmt, sondern ganz spezifisch: Juden, und zwar weitgehend unter sich.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Diese zwar von der Geschichte verworfene, aber intellektuell nichtsdestoweniger fortbestehende Perspektive, dieser Ansatz j&amp;uuml;discher Normalit&amp;auml;t nicht durch Gleichberechtigung mit anderen V&amp;ouml;lkern, sondern durch Aufgehen in denselben, wird heute kaum noch vertreten. Doch fr&amp;uuml;her sprachen sich einige K&amp;ouml;pfe daf&amp;uuml;r aus. So z. B. der 1967 verstorbene Marxist j&amp;uuml;discher Herkunft Isaac Deutscher, der sich selbst in einem - ob tats&amp;auml;chlichen oder vermeintlichen - Befreiungsakt als &amp;quot;ein nichtj&amp;uuml;discher Jude&amp;quot; verstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zuf&amp;auml;lligerweise gelang er zu dieser Sichtweise, vielmehr entspringt sie dem orthodox-sozialistischen Gedankengut zur europ&amp;auml;ischen Judenfrage. Genau so, n&amp;auml;mlich &amp;quot;nichtj&amp;uuml;disch&amp;quot;, sind auch die allermeisten &lt;a href=&quot;http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/ostdeutsche-judenfrage/2009-05-03/ostdeutsche-judenfrage&quot; target=&quot;_blank&quot;&gt;j&amp;uuml;dischen Figuren in den ostdeutschen Spielfilmen&lt;/a&gt;, bis auf die fast immer wiederkehrende Figur des abgegrenzten Orthodoxen bzw. &amp;quot;j&amp;uuml;dischen&amp;quot; Juden, dessen Gegenwart die restlichen erst recht &amp;quot;normal&amp;quot; bzw. &amp;quot;nichtj&amp;uuml;disch&amp;quot; erscheinen l&amp;auml;sst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sich selbst so zu bestimmen - das setzt ein souver&amp;auml;nes Selbstverst&amp;auml;ndnis voraus, das den sonst normalen, auf Gegenseitigkeit und Wechselwirkung basierenden Zuschreibungen entgegenwirkt und v&amp;ouml;llig autonom, wenn nicht gar autistisch &amp;uuml;ber die eigene Identit&amp;auml;t entscheidet. Seine Ausgrenzung als Jude versuchte etwa Victor Klemperer, dessen f&amp;uuml;nfzigster Todestag vor einem Monat, am 11. Februar, stattgefunden hat, mit folgenden, eigentlich selbsterkl&amp;auml;renden Gedanken zu bew&amp;auml;ltigen, die er am 11. Mai 1942 in sein Tagebuch schrieb:&lt;br /&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;blockquote&gt;
	Den schwersten Kampf um mein Deutschtum k&amp;auml;mpfe ich jetzt. Ich mu&amp;szlig; daran festhalten: Ich bin deutsch, die anderen sind undeutsch; ich mu&amp;szlig; daran festhalten: Der Geist entscheidet, nicht das Blut. Ich mu&amp;szlig; daran festhalten: Kom&amp;ouml;die w&amp;auml;re von meiner Seite der Zionismus - die Taufe ist nicht Kom&amp;ouml;die gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
IV.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
In Yoav Shamirs Film &amp;quot;Defamation&amp;quot;, der sich u. a. mit dem j&amp;uuml;dischen &amp;quot;Marsch der Lebenden&amp;quot; durch die deutschen Vernichtungslager im europ&amp;auml;ischen Osten befasst, stellt sich eine junge Teilnehmerin weinend die rhetorische Frage: &amp;quot;So viele Juden wurden hier ermordet... Und nur aufgrund ihrer Nationalit&amp;auml;t, obwohl sie nichts [Schlimmes] ver&amp;uuml;bt hatten?!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Die streng sozialistische Antwort auf diese Frage, wenn man sie nicht nur rhetorisch versteht, w&amp;auml;re: Die Aufl&amp;ouml;sung des Judentums, sein gezieltes Aufgehen in allen anderen Nationen durch seine &amp;quot;Verkirchlichung&amp;quot; (Otto Heller in seinem 1931 erschienenen &amp;quot;Untergang des Judentums&amp;quot;) bzw. durch seine Verwandlung in eine Religion - das ist die L&amp;ouml;sung der Judenfrage bzw. des Antisemitismus, nicht aber die selbstverschuldete Ghettoiesierung in einem j&amp;uuml;dischen Nationalstaat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entscheidung Klemperers nach dem Krieg f&amp;uuml;r die SBZ/DDR, f&amp;uuml;r den Kommunismus, ja f&amp;uuml;r die fr&amp;uuml;he Mitgliedschaft in der damals noch eigenst&amp;auml;ndig existierenden KPD, war mithin kein Zufall. Nur im Scho&amp;szlig; des Sozialismus konnte er - zumindest ideologisch gesehen - seine j&amp;uuml;dische Herkunft wirklich loswerden und zu einem nichtj&amp;uuml;dischen &amp;quot;Juden&amp;quot;, einem ganz gew&amp;ouml;hnlichen Menschen werden, dessen J&amp;uuml;dischsein ihm allenfalls von den &amp;quot;Faschisten&amp;quot; aufgezwungen worden war - wie in den Filmen, die Klemperer in der SBZ/DDR zu dieser Thematik genie&amp;szlig;en konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weichen hierf&amp;uuml;r stellte das sozialistische Gedankengut schon vor dem Krieg in seinen Versuchen, auf die europ&amp;auml;ische Judenfrage eine wirklich sozialistische Antwort zu geben, ankn&amp;uuml;pfend an Marxens fr&amp;uuml;he (1844) Vorstellung von einer &amp;quot;Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum&amp;quot;. Die wichtigsten Ideologen in diesem Kampf gegen das Judentum wurden, wie der oben erw&amp;auml;hnte Heller, erwartungsgem&amp;auml;&amp;szlig; selber j&amp;uuml;disch geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
V.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den radikalen Antisemitismus im nationalsozialistischen Europa (der sich in manchen L&amp;auml;ndern wie etwa Polen bekannterma&amp;szlig;en auch noch in die Nachkriegszeit erstreckte) folgte indes keine Verkirchlichung, sondern geradezu eine &amp;quot;Verstaatlichung&amp;quot; bzw. Staatswerdung des Judentums, das nunmehr &amp;uuml;ber die Synagoge hinausgewachsen ist. In meinen Augen wurde damit der lange andauernde Traum von Emanzipation verwirklicht - doch aus der Sicht des entschieden &amp;quot;nichtj&amp;uuml;dischen&amp;quot; Kommunisten Heller, der 1945 im KZ Ebensee (Ober&amp;ouml;sterreich) starb, g&amp;ouml;lte das wohl als eine verh&amp;auml;ngnisvolle &amp;Uuml;bertragung eines &lt;em&gt;antiemanzipatorischen &lt;/em&gt;Judenbildes auf &lt;em&gt;einen selbst&lt;/em&gt;.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Wie kann es also sein, dass gerade diejenigen, die so viel leiden mussten, weil sie von den B&amp;ouml;sen - Deutschen, Polen, Ukrainern, Litauern etc. - als Juden ausgegrenzt, bestialisch verfolgt und knapp ermordet wurden, nun, wo die Verfolgung endlich zu Ende war, sich ausgerechnet die Auswanderung in ein &lt;em&gt;Judenland &lt;/em&gt;erk&amp;auml;mpften und, sobald sie dazu die Erlaubnis bekamen, bis auf geringf&amp;uuml;gige Ausnahmen massenweise nach Israel gingen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum zogen sie, als sie eine freie Wahl hatten, eine Selbstabschottung jenseits des Meers, ein Leben (fast) nur untern Juden vor?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
VI.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manch einer, der seine heutige, &amp;quot;kritische&amp;quot; Sichtweise gerne in die Vergangenheit zur&amp;uuml;ckprojiziert, redet von einer zionistischen Gehirnw&amp;auml;sche, die nach dem Krieg in den j&amp;uuml;dischen DP-Lagern betrieben worden w&amp;auml;re. Dieser Ansatz erscheint mir etwas verfehlt, zumal die Selbstabschottung bereits mit dem freiwilligen R&amp;uuml;ckzug in spezifisch j&amp;uuml;dische Lager begann, auf den die &amp;quot;Zionisten&amp;quot; keinerlei Einfluss hatten.&lt;br /&gt;
&amp;nbsp;&lt;br /&gt;
Offensichtlich konnten und/oder wollten die allermeisten &amp;Uuml;berlebenden nichts mit einer &amp;quot;Verkirchlichung&amp;quot; oder einer sonstigen Aufl&amp;ouml;sung des Judentums anfangen. Wenn aus dem Krieg etwas zu lernen war, dann war es f&amp;uuml;r die meisten &amp;Uuml;berlebenden eben eines: dass Israel fortbestehen und wie ein Ph&amp;ouml;nix aus der Asche gedeihen muss, weit &amp;uuml;ber die Religion hinaus, und einen gerechten Anspruch hat auf seinen eigenen Staat im eigenen Land, wo es nicht mehr auf andere V&amp;ouml;lker angewiesen sein sollte.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Doch zu diesem Resultat h&amp;auml;tte nach dem Krieg nicht kommen k&amp;ouml;nnen, wenn die j&amp;uuml;dische Identit&amp;auml;t, auf dem dieser Ausgang beruhte, keine Anschlusspunkte in der Vorkriegszeit gehabt h&amp;auml;tte, wenn das j&amp;uuml;dische Kollektivbewusstsein zuvor noch nicht vorhanden gewesen w&amp;auml;re. Der Grundfehler der orthodox-kontinentalen Sozialisten &amp;agrave; la Otto Heller war n&amp;auml;mlich die Annahme, dass die Juden damals, vor dem Zweiten Weltkrieg, gro&amp;szlig;teils keine Juden bleiben m&amp;ouml;chten bzw. diesen Willen &amp;quot;eigentlich&amp;quot; nicht haben sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass diese Annahme falsch war, manifestierte sich nicht zuletzt in Gestalt der geradezu sozialistischen Zionisten, die &amp;uuml;ber lange Zeit hinweg die j&amp;uuml;dische Nationalbewegung mitf&amp;uuml;hrten. Doch aus orthodox-sozialistischer Sicht w&amp;auml;re auch dieses Ph&amp;auml;nomen lediglich als &amp;quot;falsches Bewusstsein&amp;quot; zu bezeichnen.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Ich bin - nicht nur deswegen, weil gl&amp;auml;ubig - nicht mit dieser Herangehensweise einverstanden, genauso wenig wohl auch diejenigen, die jahrzehntelang als j&amp;uuml;dische &lt;em&gt;Sozialisten &lt;/em&gt;am Aufbau eines j&amp;uuml;dischen Nationalstaates mitwirkten. Aber im breiten Spektrum des Sozialismus bildete der j&amp;uuml;dische, d.h. &lt;em&gt;bewusst und gewollt &lt;/em&gt;j&amp;uuml;dische Sozialismus - zugegebenerma&amp;szlig;en - schon immer eine kleine Ausnahme.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;br /&gt;
VII.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Es ist also schon m&amp;ouml;glich, Israel als ein riesiges Ghetto anzusehen. Vielleicht &amp;auml;hnelt der j&amp;uuml;dische Staat gewisserma&amp;szlig;en einer massiven Amish-Gemeinde: Sollten wir die Heranwachsenden f&amp;uuml;r ein Jahr in die Welt da drau&amp;szlig;en hinausschicken, damit sie zur&amp;uuml;ckkommen wollen?
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
Dass auf meinem Reisepass gerade der j&amp;uuml;dische Tempelleuchter als Staatswappen abgebildet ist, wei&amp;szlig; ich zwar, wie die j&amp;uuml;dischen Sozialisten zu Israels Gr&amp;uuml;nderzeit, hochzusch&amp;auml;tzen; doch intellektuell gesehen stellt f&amp;uuml;r mich, wie hier schon mehrmals geschrieben, gerade die orthodox-sozialistische Sicht auf den Juden und dessen Wesen, auf die Juden und ihr Gemeinwesen eine reizvolle Herausforderung dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Herausforderung, ja diesen Reiz habe ich in dieser Reihe zur ostdeutschen Judenfrage aus verschiedener Perspektive zu schildern und zu erkl&amp;auml;rt versucht. Inwiefern das mir gelungen ist, wei&amp;szlig; ich nicht, aber vorerst nimmt diese Reihe hiermit ihr Ende. 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
 <entry> 
 <id>tag:www.chronologs.de,2010-03-03:703</id>
 <title>Riki Daskal: Das tägliche Opfer</title> 
 <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig/dichtung-und-literarisches/2010-03-03/riki-daskal-das-t-gliche-opfer" /> 
  
 <updated>2010-03-03T23:23:50+01:00</updated> 
 <summary type="text"> 
Judentum hei&amp;szlig;t nicht nur Nation, sondern auch Kult; nicht nur Geschichte, sondern auch Mythologie, die uns, wie der Kult, bis in die Gegenwart begleitet. So auch im folgenden Gedicht der ...</summary> 
 <author> 
  
 <name>sapir</name> 
</author> 
<dc:subject>
Dichtung und Literarisches 
</dc:subject> 
 <content type="text/html" mode="escaped" xml:lang="de" xml:base="http://www.chronologs.de/chrono/blog/un-zugeh-ouml-rig"> 
 &lt;p&gt;
Judentum hei&amp;szlig;t nicht nur Nation, sondern auch Kult; nicht nur Geschichte, sondern auch Mythologie, die uns, wie der Kult, bis in die Gegenwart begleitet. So auch im folgenden Gedicht der bibelkundigen, anklagenden Dichterin Riki Daskal.
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&lt;strong&gt;Das t&amp;auml;gliche Opfer&lt;/strong&gt;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
M&amp;auml;usen glichen wir in den eitrigen Augen des Allm&amp;auml;chtigen&lt;br /&gt;
Unm&amp;ouml;glich konnte er unser vergoss&amp;rsquo;nes Blut&lt;br /&gt;
Gleichsam Stra&amp;szlig;en und Gassen str&amp;ouml;men sehen&lt;br /&gt;
Auch nicht unser Kopfhaar, abgeschlagen wie das Schaubrot&lt;br /&gt;
Und nicht unser Kleid, abgerissen samt der Haut&lt;br /&gt;
Und als der Fettduft aus den Schornsteinen emporstieg&lt;br /&gt;
In seine sich weit &amp;ouml;ffnenden Nasenl&amp;ouml;cher hinein&lt;br /&gt;
Wurde er ruhig&lt;br /&gt;
Und die Erde blutete still 
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;
&amp;nbsp;
&lt;/p&gt; 
</content> 
</entry> 
 
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